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Rettet die Donau


100.000 Unterschriften für die Donau

Starkes Signal für die Donau: Über 100.000 Menschen haben für den frei fließenden Fluss unterschrieben. Der BN und seine Partner übergaben die Unterschriften bei der internationalen Donaukonferenz in Wien. 

Das Signal ist eindeutig: Die Donau soll ein lebendiger Fluss bleiben! Die Menschen wollen keine weiteren Kanalisierungen und Staustufen mehr. Mit solchen Planungen muss endlich Schluss sein. Die gesammelten Unterschriften sind ein deutliches Votum für den Erhalt der frei fließenden Donau auch in Bayern. Gesammelt hatten die Unterschriften der Bund Naturschutz sowie der Landesbund für Vogelschutz und der WWF.

Bei der Konferenz in Wien kamen Minister und hochrangige Regierungsvertreter aus 14 Ländern des Donauraums zur Unterzeichnung des Donau-Bewirtschaftungsplans zusammen. Naturschützer aus den Donauländern haben dabei eindringlich an die Versammlung appelliert, kompromisslos für einen wirksamen Schutz der Donau und ihre Nebenflüsse einzutreten. Aus Deutschland sind der BUND- und BN-Vorsitzende Prof. Dr. Hubert Weiger, Dieter Scherf vom BN-Landesvorstand, der BN-Donauexperte Georg Kestel und Dr. Christian Stierstorfer vom Landesbund für Vogelschutz nach Wien gekommen. Zusammen mit Vertretern des WWF aus Deutschland, Österreich, Ungarn und weiteren Donauanrainerstaaten überreichten sie dem Präsidenten der Ministerrunde, dem Slowenischen Staatssekretär Mitja Bricelj, eine von über 100.000 Bürgern der Donauregion unterschriebene Petition zum Schutz der Donau.

Der Donau-Bewirtschaftungsplan wurde entsprechend der Vorgabe der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, der EU-Gesetzgebung zum Erreichen des „guten ökologischen Zustands“ von Gewässern, aufgestellt. Im Donau-Bewirtschaftungsplan werden alle Umwelteinwirkungen erfasst und bewertet, seine Zielsetzungen reichen weiter als nur die Wasserqualität zu verbessern. Der Plan stellt als eine Hauptbelastung die Beeinträchtigung der natürlichen Dynamik in Fluss und Aue durch Staustufen für Wasserkraftanlagen und Einbauten für die Schifffahrt fest. Zur Wiederherstellung des „guten ökologischen Zustands“ sollen zukünftige Beeinträchtigungen verhindert und bestehende negative Einflüsse zurückgebaut, reduziert oder zumindest soweit wie möglich ausgeglichen werden.

Vertreter von Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und WWF überreichen dem Präsidenten der Ministerrunde, dem Slowenischen Staatssekretär Mitja Bricelj (5. v.l.), die Petition: Christian Stiersdorfer (LBV), Dieter Scherf (BN), Jürgen Becker (Staatssekretär Bundesumweltministerium), Hubert Weiger (BN), Mitja Bricelj, Irene Lucius (WWF) und Georg Kestel (BN).

Natur- und Umweltschutzverbände wollen darauf dringen, dass der Plan im Sinne der Wasser-Rahmenrichtlinie und entsprechend seiner Zielsetzung kompromisslos umgesetzt wird. Sie befürchten, dass mit Baumaßnahmen, vorgeblich für eine Ausweitung der Frachtschifffahrt, diese Zielsetzungen untergraben werden. Viele der geplanten Baumaßnahmen mit potentiell schädlichen Auswirkungen auf das Flusssystem und die für den Menschen wichtigen „Dienstleistungen“ der Natur werden im Donaubewirtschaftungsplan bisher nicht erfasst. Zum Beispiel bedrohen Flussausbaupläne zur Optimierung für die Schifffahrt die Trinkwasservorräte Ungarns, ähnliche Projekte in der unteren Donau könnten die stark gefährdeten Stör-Populationen anden Rand der Ausrottung bringen.

Im Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen würde ein Ausbau der Wasserstraße mit Staustufe und Kanal die letzte große frei fließende Donaustrecke in Deutschland mit gravierenden Folgen für die biologische Vielfalt und den Wasserhaushalt in der Region zerstören. „Angesichts der Erkenntnisse und Einsichten, die zur Wasser- Rahmenrichtlinie und zum Donau-Bewirtschaftungsplan geführt haben sind Überlegungen, den Donaustrom vollständig zur Wasserautobahn umzubauen, der reine Anachronismus“ sagt Prof. Dr. Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, BUND. Dieter Scherf vom Landesvorstand des Bundes Naturschutz in Bayern ergänzt: „Moderne Binnenschifffahrt muss sich auf die tatsächliche Rolle und Bedeutung der Flüsse in der Landschaft, wie sie in der Europäischen Wasser-Rahmenrichtlinie definiert ist, einstellen. Tut sie das nicht, stellt sie sich selbst in Frage.“ Georg Kestel, der Donauexperte des BN und BUND aus Deggendorf stellt fest: „Über 100.000 Bürger des Donauraumes haben unseren Appell unterschrieben, Schiffe dem Fluss, nicht den Fluss immer größeren Schiffen anzupassen.“ Und Dr. Christian Stierstorfer vom Landesbund für Vogelschutz appelliert „die Donau als ein ökologisches Rückgrat Europas mit dem Donau-Bewirtschaftungsplan nachhaltig zu schützen und zu stärken“. 


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Für Rückfragen

Georg Kestel
Vorsitzender der Kreisgruppe Deggendorf
Bund Naturschutz in Bayern e.V.
Tel. 09 91 / 34 13 54, mobil 01 75 / 5 06 83 67
G.Kestel(at)planwerk-landschaft.de

 

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