Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
vielen Dank für Ihre öffentlichen Zusagen, sich für ein gentechnikfreies Bayern einzusetzen. Der erste Schritt ist getan: Sie haben die staatliche Forschung dahin verbannt, wo sie hingehört – in Labore und geschlossene Gewächshäuser, nicht ins Freiland. Doch der Weg zu einem dauerhaft gentechnikfreien Bayern ist damit nicht geschafft. Wir appellieren deshalb an Sie:
- Beziehen Sie weiterhin klar Stellung für das dauerhafte Verbot des kommerziellen Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen (Vorsorgeprinzip).
- Starten Sie eine Bundesratsinitiative, damit sich Deutschland im EU-Ministerrat für ein europaweites Moratorium des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen einsetzt, solange Risiken nicht sicher ausgeschlossen werden können. Setzen Sie sich für das Ende aller privaten Freisetzungsversuche in Bayern ein.
- Bayerische Unternehmen, Bauern, Imker und Verbraucher wollen gentechnikfrei produzieren.
- Sorgen Sie dafür, dass der Freistaat Bayern dem europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen beitritt.
- Starten Sie eine Bundesratsinitiative für ein Selbstbestimmungsrecht der Länder und des Bundes, gentechnisch veränderte Pflanzen verbieten zu können. Dieses Recht muss die Bundesregierung in den europäischen Gremien vertreten.
- Wir wollen auch bei tierischen Lebensmitteln wissen, was wir essen und ob die Tiere gentechnisch verändertes Futter bekommen haben. Unterstützen Sie aktiv bayerische Unternehmen, vor allem der Molkerei- und Fleischbranche, das Kennzeichen „Ohne Gentechnik“ einzuführen.
Wir wollen gentechnikfreie Landwirtschaft und gentechnikfreies Tierfutter!