50.000 bei Anti-Atom-Demo in München
Bis zu 50.000 Menschen bildeten am 9. Oktober auf einer Länge von zehn Kilometern eine Menschenkette quer durch die Münchner Innenstadt. Damit ist die Protestaktion für den Atomausstieg und für Erneuerbare Energien die größte Anti-Atom-Demo in Bayern seit Wackersdorf Mitte der 80er Jahre.
Die zehn Kilometer lange Menschenkette reichte von der CSU-Parteizentrale im Westen der Stadt über die e.on-Zentrale bis zum Umweltministerium im Osten Münchens und war oft mehrere Reihen stark. Die Menschen waren mit Sonderzügen und -bussen aus ganz Bayern angereist, auch aus Österreich kamen viele Bürger, die sich gegen die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke wandten.
Die Aktion startete am Mittag an den drei Sammelpunkten Staatskanzlei, Königsplatz und Prinzregentenplatz. Anschließend reihten sich die mehreren Zehntausend Bürger zur Menschenkette aneinander. Bei der Abschlusskundgebung auf dem Odeonsplatz sprach als Hauptredner der Vorsitzende des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) und Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Hubert Weiger. Die Menschen seien enttäuscht, erklärte Weiger, dass sie sich in den Gräben der 80er Jahre pro oder contra Atomenergie wiederfänden – obwohl längst klar sei, dass wir die Atomkraft nicht brauchten. Eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten bedeute mehr Risiken, mehr Giftmüll und weniger erneuerbare Energien. Mit der Atomkraft müsse jetzt Schluss sein, forderte Weiger.