Konflikt Mensch - Biber
Mit seinen Aktivitäten als Landschaftsgestalter kommt der Biber manchen Menschen gelegentlich in die Quere: etwa, wenn er mit einem seiner Dämme eine Wiese unter Wasser setzt; oder wenn ein Traktor in ein vom Biber unterhöhltes Erdstück einbricht.
In solchen und ähnlichen Fällen gipfeln die Konflikte zwischen menschlichen Interessen und Lebensansprüchen des Bibers immer wieder in der Forderung, den Biber "aus der Kulturlandschaft zu entfernen". Einzelne CSU-Politiker haben eine regelrechte Hetzkampagne gestartet, sie fordern eine Abschwächung des Schutzstatus´ und pauschale Bibertötungen.
Dabei kann der Biber nur knappe fünf Prozent der bayerischen Landesfläche überhaupt besiedeln; und nur ein einem Drittel der Biberreviere kommt es zu Konflikten mit der menschlichen Landnutzung.
Der Biber ist eines der seltenen Säugetiere Bayerns und entfernt sich praktisch nie mehr als 20 Meter vom Wasser. Mehr braucht der Biber nicht für sich. Dafür nützt er dem Menschen mit seiner Tätigkeit als Landschaftsgestalter kostenfrei und effektiv zum Beispiel beim Hochwasserschutz.
Eingebrochene Traktoren und Biber-Fraßspuren gibt es zudem nur dort, wo der wichtige unberührte Uferstreifen zu Nutzflächen fehlt - einen fünf bis 20 Meter breiten Puffer, den übrigens auch die Wasserwirtschaftsämter fordern, um das Grund- und Trinkwasser vor Verschmutzungen wie Odel zu schützen.
Wenn der Biber Uferbäume fällt oder sich gelegentlich in Maisäckern bedient, muss die erste Erkenntnis sein: Er tut das nur, um zu überleben. Das, was sie heute tun, machen sie schon seit Millionen von Jahren - lange, sehr lange, bevor Menschen im heutigen Bayern heimisch wurden.
Bei allen Problemen mit Bibern helfen die BN-Biberberater gerne weiter. Als erste Ansprechpartner vor Ort stehen auch die Unteren Naturschutzbehörden an den Landratsämtern zur Verfügung. Nehmen Sie Kontakt auf - der beste Weg zu einer wirklichen Lösung.
Typische Konfliktfälle