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08.12.2009

Grünes Band - Lebendiges Denkmal der deutschen Wiedervereinigung muss endlich geschützt werden!

Das Naturschutzprojekt Deutsche Einheit wird 20 Jahre alt. Am 9. Dezember 1989 hoben der Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) und sein Bundesverband, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), beim ersten deutsch-deutschen Naturschutztreffen nach dem Mauerfall das faszinierende Projekt zum Schutz der einzigartigen Lebensräume entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze aus der Taufe. Die Bundesländer sind gefordert dieses Naturerbe von historischer Dimension in Gänze zu sichern!

Ein maßgeblicher Schritt für den nachhaltigen Erhalt des längsten zusammenhängenden Biotopverbunds Deutschlands ist die Übertragung aller Bundesflächen im Grünen Band für Naturschutzzwecke an die Länder. „Sechs Jahre nach der Entscheidung, alle bundeseignen Flächen (BImA- und BVVG-Flächen) nicht mehr auf dem freien Grundstücksmarkt zu verkaufen, hat bis heute lediglich Thüringen die Flächen übernommen. Wir fordern die fünf noch ausstehenden Länder und die Bundesregierung auf, endlich ihrer Verantwortung gerecht zu werden und zum 20. Jubiläum ein historisches Signal für das lebendige Symbol der Überwindung der Teilung Deutschlands zu setzen“, so Prof. Dr. Hubert Weiger, 1. Vorsitzender des BUND/BN

Nach 20 Jahren stehen nur knapp 30% des 1393 Kilometer langen und 177 Quadratkilometer großen Grünen Bandes als Naturschutzgebiet und Nationalpark rechtskräftig unter Schutz und sind somit langfristig gesichert. „Das erste gesamtdeutsche Naturschutzprojekt ist eine einmalige Erinnerungslandschaft, dessen Naturreichtum mit über 600 Arten der Roten Liste für kommende Generationen als lebendiges ökologisches Denkmal erhalten werden muss.“ so Dr. Kai Frobel, Projektleiter des BUND-Projektes. 85% der Fläche des Lebensraumverbunds sind noch erhalten. Durch intensive Landwirtschaft und Flächenverbrauch ist das Grüne Band aber akut bedroht. Rund 30% des Grünen Bandes sind in privater Hand und drohen zerstört zu werden. Vor allem die Bundesländer sind gefordert, Schutzgebiete auszuweisen und geeignete Pflegemaßnahmen umzusetzen, um das Grüne Band nachhaltig zu schützen. Der BUND sichert mit Hilfe zahlreicher SpenderInnen und durch die Erlöse aus dem „Grüne Band Anteilschein“ wertvolle Lebensräume durch den Erwerb von Flächen: In bislang sechs Ankaufgebieten auf rund 500 ha Fläche.

 

Das Grüne Band Deutschland steht Pate für die faszinierende Vision eines „Grünen Band Europa“ entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs: Vom Eismeer bis ans Schwarze Meer verbindet es auf über 12.500 Kilometern bedeutende Naturräume. Im UNO-Jahr der Biodiversität 2010 ist das Grüne Band als paneuropäischer Biotopverbund ein Vorbild für den Erhalt der Artenvielfalt.

 

Grünes Band

Grünes Band: Bund überträgt Flächen für Naturschutz

Die Flächen des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens in Thüringen sind für den Naturschutz bestimmt. Das vereinbarten der Freistaat Thüringen und die Bundesregierung, die im Herbst 2008 ihre Flächen an der einstigen Grenze dem Bundesland übertragen hat. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Bund Naturschutz in Bayern (BN) begrüßen diese Entscheidung.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt ausdrücklich den Abschluss der Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und dem Freistaat Thüringen, die bundeseigenen Flächen im ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen mit der Zweckbestimmung Naturschutz endgültig an das Land zu übertragen. Gestern wurde die Übertragungsvereinbarung zwischen dem Bundesfinanzministerium und Thüringen im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages beschlossen. Mit Blick auf den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ein nachdrückliches Signal an die anderen Länder am Grünen Band, diesem positiven Beispiel zu folgen.

Enorme Bedeutung für Nationales Naturerbe
Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Damit wird für den Naturschutz in Deutschland nicht zuletzt auch wegen des jahrzehntelangen Einsatzes des BUND eine Vision Realität. Diese längst überfällige Übertragung ist für den langfristigen Schutz dieses Nationalen Naturerbes von enormer Bedeutung. Das Land Thüringen setzt sich hierfür beispielhaft ein. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen müssen umgehend nachziehen.“

Glückliches Ende für Finanzpoker
Drohte das Grüne Band vor Kurzem noch am Finanzpoker zwischen Bund und Ländern für immer unter zu gehen, ist zumindest für Thüringen das rettende Ufer erreicht. Die Bundesregierung hatte vor über fünf Jahren die kostenlose Übertragung ihrer Flächen im Grünen Band an die Länder für Zwecke des Naturschutzes zugesagt. Im Besitz des Bundesfinanzministeriums befinden sich knapp 9000 Hektar Fläche. Das ist gut die Hälfte des Grünen Bandes.

Über 600 gefährdete Arten
Der BUND sieht im Erhalt dieses lebendigen Denkmals der Deutschen Einheit eine wichtige Zukunftsaufgabe. Der Umweltverband setzt sich seit 1989 für den Schutz des Grünen Bandes als längstem Biotopverbund durch Deutschland, Heimat für über 600 gefährdete Tiere und Pflanzen ein. Im Jahr 2009 feiert das Grüne Band sein 20-jähriges Jubiläum.

 

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