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Grünes Band

Braunkehlchen auf ehemaligem Grenzpfahl


Vom Todesstreifen zur Lebenslinie

Rund 1.400 Kilometer lang, zwischen 50 und 200 Meter breit: Im zweifelhaften Schutz der unmenschlichen Grenzanlagen der einstigen innerdeutschen Grenze bekam die Natur eine 30-jährige Atempause. Und die Natur nutzte sie.

Es entwickelte sich ein Stück unberührter Wildnis mit großartigen Altgrasfluren, Busch- und Waldparadiesen, Feuchtgebieten und blühenden Heiden. - Für die Natur entpuppte sich der Todesstreifen als Lebenslinie.

Nationales Naturerbe
Noch im Wendejahr, im Dezember 1989, organisierte der Bund Naturschutz (BN) – der bayerische Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) –  das erste Treffen mit Naturschützern aus Ost und West in Hof. Hier wurden die Idee und der Name „Grünes Band“ geboren, das erste gesamtdeutsche Naturschutzprojekt. Seine besondere Bedeutung zeigt sich in der Ausweisung als „Nationales Naturerbe“. Zusammen mit den Nationalparken und Biosphärenreservaten gehört es zu den wichtigsten Naturlandschaften Deutschlands, die Bundesregierung führt es als Leuchtturmprojekt für den Schutz der Artenvielfalt.

Zukunftsinvestition
1400 Kilometer tödliche Grenze: 3000 Kilometer Zäune, 200 Kilometer Mauer, 800 Kilometer Kfz-Sperrgraben, 1800 Kilometer Kolonnenweg, 850 Wachtürme, 1,2 Millionen Tonnen Beton, 700.000 Tonnen Eisen. Der Aufwand am Eisernen Vorhang war gewaltig, eine Investition in die Zukunft war er nicht. Der Schutz des Grünen Bandes dagegen ist eine für Generationen wertvolle Investition: als lebendiges Denkmal der jüngeren deutschen Zeitgeschichte, als Querschnitt durch fast alle deutschen Landschaften, als nicht mehr zu trennendes Band zwischen den alten und den neuen Bundesländern.

Fortbestand gefährdet
Bislang steht lediglich ein Drittel des Grünen Bandes unter Naturschutz – viel zu wenig für seinen dauerhaften Fortbestand. Bund und Länder sind nachdrücklich gefordert, ihre Flächen im Grünen Band dem Naturschutz zur Verfügung zu stellen.

Dieses besondere Stück deutscher Einheit zu erhalten ist das Ziel des Bundes Naturschutz.

 

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