logo
BRENNPUNKTE

Schwaben Oberbayern Niederbayern Oberpfalz Mittelfranken Oberfranken Unterfranken
zu den Regionen

 home | Brennpunkte | Klimawandel | Autoindustrie

Klima, Klimawandel, Klimaschutz

Runter von der Klimaschutz-Bremse

Mit spektakulären Aktionen und deutlicher Kritik appelliert der Bund Naturschutz an BMW und andere deutsche Autobauer, endlich ihrer Verantwortung für Umwelt und Klima gerecht zu werden.

Text als PDF (9,3 KB)

 


Am 7. November 2006 enthüllen BN und BUND ein verfremdetes BMW-Großplakat auf dem Münchener Marienplatz. Ein »3er« versinkt dort in einer von den Alpen abgehenden Schlammlawine, und »We ruin the World every Year. BMW.« ist in Abwandlung eines BMW-Werbespruchs zu lesen. Damit kritisieren die Umweltschützer den Beitrag zum Klimawandel von BMW und der deutschen Autoindustrie, die besonders spritfressende und Treibhausgas emittierende Autos produziert und bewirbt. Vier Monate später diskutiert Deutschland nicht nur wieder über ein Tempolimit und die Verantwortung der Autoindustrie. Auch BMW hat in Norbert Reithofer einen neuen Vorstandsvorsitzenden, der die Autobranche »vor einer grundlegenden Trendwende« sieht und sparsamere Modelle mit Leichtbau, Start-Stopp-Funktion an der Ampel und Hybridmotoren in Aussicht stellt. Jahrzehntelang haben BMW und die deutschen Autobauer eine umwelt- und gesundheitsfreundliche Mobilitätspolitik in Deutschland boykottiert. 1991 etwa kritisierte der damalige BMW-Chef Eberhard von Kuenheim in einem Brief an Ministerpräsident Max Streibl massiv den Entwurf des CSU-Umweltprogramms, weil darin ein Tempolimit und eine CO2- Abgabe vorgeschlagen wurden.

Werbung für »Potenzkrücken«
Eine Analyse des BUND belegt, dass der durchschnittliche Verbrauch der am häufigsten beworbenen deutschen Pkw bei neun Liter auf 100 Kilometer liegt. Dies entspricht einem Ausstoß von 215 Gramm CO2. Die Autoindustrie hatte sich jedoch schon 1998 gegenüber der Europäischen Kommission verpflichtet, bis 2008 den Durchschnittsverbrauch ihrer Neuwagenflotte auf 5,7 Liter, das sind 140 Gramm CO2, pro Kilometer zu reduzieren. Winfried Berner, ehemaliger BMW-Fahrer und Mitglied im BN-Landesvorstand, kritisiert die deutschen Autohersteller scharf: »Sie führen ihre Selbstverpflichtung für mehr Klimaschutz durch eine falsche Modellpolitik ad absurdum. Indem sie ihre Werbemillionen vor allem auf Spritfresser konzentrieren, verhindern sie eine zügige Reduzierung des Spritverbrauchs.« Nicht unüberwindliche technische Probleme stehen dem laut Berner im Wege, sondern falsche Managementvorgaben. Als langjähriger Unternehmensberater hat er Respekt vor der Problemlösungskompetenz deutscher Ingenieure: »Man muss ihnen nur die richtigen Aufgaben stellen.«

Weniger, leichter, effizienter
45 Millionen Pkw belasten allein in Deutschland das Klima. Während die CO2-Emissionen in anderen Bereichen zurückgegangen sind, wuchsen sie im Verkehrsbereich zwischen 1990 und 2004 um zehn Millionen Tonnen. Der gesamte Verkehrssektor, mit dem zunehmenden Straßengüter- und Luftverkehr, ist in der EU für 21 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Bund Naturschutz und BUND engagieren sich daher für eine Mobilitätspolitik, die dem Zufußgehen und Radfahren sowie attraktiven Bussen und Bahnen Priorität gibt. Gleichzeitig muss das technisch machbare 1,5- bis 3-Liter-Auto endlich mutig und offensiv vermarktet werden. In Zukunft wird sich der Wettbewerb der Autobauer stärker auf Spritsparmotoren und innovative Techniken zur Gewichtsreduzierung ausrichten, statt wie bisher auf immer höhere Leistungen. Neben Einsparungen durch leichtere Autos liegt die größte Sparreserve von bis zu 30 Prozent in der effizienteren Motorisierung. »Verbrauchsbezogene Steuern und Tempolimits müssen politisch durchgesetzt, die Steuerbegünstigung von Dienst- und Geschäftswagen abgeschafft werden, damit aus den Worten der Autobosse auch Taten werden«, fordert der BN-Landesvorsitzende Hubert Weiger.


Text als PDF (9,3 KB)

 

 

Helfen Sie der Natur