Die Alternative: Express-S-Bahn
Anstelle des Transrapids könnte eine schnelle Express-S-Bahn mit Zwischenstopps auf der Strecke vom Hauptbahnhof zum Flughafen verkehren. Die Kosten für die Express-S-Bahn lägen über eine Milliarde Euro niedriger.
Eigentlich ist der Flughafen München mit zwei S-Bahnen bereits gut an die Stadt München angebuinden. Vergleichbares gibt es nur in Amsterdam. Auch auf lange Sicht bieten die beiden S-Bahnen genügend Kapazitäten. Der Feststellung von Ex-Verkehrsminister Wiesheu, "der Flughafen zählt damit bei der Anbindung zu den Top 5 der Welt" ist nichts hinzuzufügen.
Express-S-Bahn nützt vielen
Eine Express-S-Bahn würde die Fahrzeit verkürzen und mit Zwischenstopps auch der Region einen Vorteil bringen. Zudem bietet eine S-Bahn doppelt so viel Platz für Passagiere wie der Tranrapid. Der Transrapid würde nur am Hauptbahnhof und am Flughafen halten und damit kaum jemandem etwas bringen.
Zwei mögliche Trassen
Die am schnellsten umzusetzende und preiswerteste Alternative wäre es, die Express-S-Bahn auf der bestehenden S8 zu realisieren. Die Express-Bahn würde am Ostbahnhof abfahren und mit 160 km/h die 20 Minuten zuvor gestartete normale S8 bis zum Flughafen fast einholen.
Teurer aber vorteilhafter wäre eine Express-S-Bahn auf der S1: Durch einen viergleisigen Ausbau bis Freising würde der S-Bahn-,Regional-, Fern- und Güterverkehr entflochten, die S1 insgesamt pünktlicher (mit positiven Auswirkungen auf das gesamte S-Bahn-Netz) und ein Zehn-Minuten-Takt möglich.
Die Express-S-Bahn würde den Flughafen in 17 Minuten erreichen.
Finanzierung aus Transrapid-Topf
Die Idee, eine Express-S-Bahn für circa eine Milliarde Euro auf der geplanten Transrapidtrasse zu bauen, soll wohl eher abschrecken, um die Notwendigkeit eine Transrapidbaus zu propagieren.
Entegen wiederholter Behauptungen ist die Verwendung von Geldern aus dem Transrapid-Topf für sinnvollere Projekte sehr wohl möglich - wie zum Beispiel die Entnahme von 0,5 Milliarden Euro für den Ausbau der ICE-Strecke Berlin - Hamburg beweisen.