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Delegiertenversammlung 2010

Der BN-Vorsitzende Prof. Dr. Hubert Weiger und der kanadische Farmer, Gentechnikkritiker und Träger des alternativen Nobelpreises Percy Schmeiser


BN fordert bayerische Vorreiterrolle für Gentechnikfreiheit

Der Kampf für gentechnikfreie Lebensmittel und Landwirtschaft prägte die diesjährige Delegiertenversammlung des Bundes Naturschutz (BN), die am 24. und 25. April in Fürth stattfand. „Keine Freisetzung, kein kommerzieller Anbau und keine Verfütterung gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland“, so lautete die einstimmig beschlossene Forderung der Delegierten an die Politik.

Vorausgegangen war diesem Beschluss ein eindrucksvoller Vortrag des weltbekannten Gentechnikkritikers Percy Schmeiser. Der kanadische Farmer und Träger des alternativen Nobelpreises hatte den BN-Vertretern noch einmal verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Gentechnik zu stoppen, bevor es zu einer unkontrollierbaren Ausbreitung kommt, wie in seiner Heimat bereits geschehen. Das Ehepaar Louise und Percy Schmeiser soll, so beschlossen es die Delegierten, heuer mit dem Bayerischen Naturschutzpreis des BN, Bayerns höchster Auszeichnung im Naturschutzbereich geehrt werden. Damit würdigt der BN, so der Landesvorsitzende Prof. Hubert Weiger, auch besonders die unermüdliche Unterstützung bayerischer lokaler Initiativen gegen die Agrogentechnik durch Percy Schmeiser.

Der Beschluss der Delegierten zur Gentechnik wendet sich an die Bundes- und die bayerische Staatsregierung und enthält folgende Forderungen: 

  • Einsatz für ein Moratorium für die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU 
  • Einsatz für die Entwicklung eines verschärften Zulassungsverfahrens für gentechnisch veränderte Pflanzen in der EU, die gesundheitliche und sozio-ökonomische Faktoren berücksichtigt 
  • Einsatz für nationale Anbauverbote, so dass die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten auch rechtlich zur gentechnikfreien Zone werden können 
  • Einsatz für einen Widerruf für alle Patente auf gentechnisch verändertes Saat- und Pflanzgut sowie auf Tiere 
  • Einsatz für den Widerruf aller in der EU zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen und weiterverarbeiteten Produkte, solange die Risiken nicht verlässlich auszuschalten sind 
  • Beibehaltung des Reinheitsgebotes für Saatgut – mit der Festlegung der Nachweisgrenze als einzig akzeptablem Wert 
  • Beibehaltung der gesamtschuldnerischen Haftung im deutschen Gentechnikgesetz und vollständige Haftungs- und Risikoübernahme durch Gentechnikkonzerne und Gentechnikbauern

 

 

Delegiertenversammlung 2010 in Fürth

Aktueller Anlass für die Gentechnikkritik und die Forderungen des BN ist die Zulassung der Genkartoffel „Amflora“ durch die EU. Ihre Ablehnung dieser Zulassung bekräftigten der BN-Landesvorstand und die Delegierten auch mit einem Transparent mit der Aufschrift "Genkartoffeln verbieten!" Der BN wird auch mit rechtlichen Schritten die Zulassung der Genkartoffel bekämpfen, so BN-Landesvorsitzender Hubert Weiger.

Ehrungen
Für ihren herausragenden Einsatz für die Natur und Umwelt ihrer Heimat zeichnete der Bund Naturschutz auf seiner Delegiertenversammlung drei seiner verdientesten Mitglieder mit der Bayerischen Naturschutzmedaille aus. Geehrt wurden:

  • Ingrid Haubenreisser aus Heroldsberg
  • Prof. Dr. Günter Witzsch aus Fürth
  • Erhard Bendig aus Treuchtlingen

Die Delegiertenversammlung des BN kommt einmal pro Jahr zusammen. Hier treffen sich rund 200 Abgesandte (Delegierte) aus den 76 BN-Kreisgruppen; die Delegierten vertreten die Mitglieder des Bundes Naturschutz. Sie verabschieden den Haushaltsplan und legen die Grundlinien der Verbandspolitik sowie aktuelle Schwerpunkt der Verbandsarbeit fest.


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Mehr Info

 

Für Rückfragen

Richard Mergner
Landesbeauftragter
Bund Naturschutz in Bayern e.V.
Tel. 01 71 / 6 39 43 70
richard.mergner(at)bund-naturschutz.de

 

 

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