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Noch offen: Isental

Während der Internationalen Artenschutzkonferenz in Bonn: Protest vor dem Maximilianeum in München


Autobahnplanung wider die Vernunft

Seit über 30 Jahren kämpfen die Menschen im Isental um ihre Heimat. Ebenso lange hält die Staatsregierung an ihrer Planung fest. Trotz aller Widersprüche. Lesen Sie die Geschichte einer Autobahnplanung gegen alle Vernunft.

Die Planung der 150 Kilometer langen A 94 von München über das Chemiedreieck nach Passau, die von allen Seiten als notwendig angesehen wird, folgt weitgehend dem Korridor der bestehenden B 12. In Teilabschnitten wird sogar die B12 direkt einbezogen.

Zwischen Forstinning und Heldenstein wird jedoch von diesem Korridor auf einer Länge von 40 Kilometern abgewichen. Mit dieser Trasse Dorfen (Isental) wird die A 94 in den landschaftlich äußerst reizvollen Raum des Isentals mit seinen Nebenbächen gelegt. Diese Planung stieß von Anfang auf Unverständnis und Widerstand bei einem Großteil der betroffenen Menschen und Gemeinden.

Seit jeher ist das Verkehrsgeschehen auf die B 12 und ihre Vorläuferwege gerichtet. Ihr Verlauf folgt weitgehend einer Wasserscheide, weshalb hier – im Gegensatz zur Trasse Dorfen (Isental) - kaum nennenswerte Talquerungen zu bewältigen sind. Auch der weitgehende Kiesuntergrund war und ist im Bereich der B 12 für den Straßenbau eindeutig geeigneter als die schwierigen geologischen Verhältnisse entlang der Trasse Dorfen (Isental).

Allein aus diesen Gründen stellte sich bereits im Raumordnungsverfahren (1977 – 1980) die Frage, warum gerade in diesem Raum die A 94 nicht dem Korridor der B 12 folgen sollte. Da auch der damalige Verkehrsminister Volker Hauff darauf vom Feistaat Bayern offensichtlich keine überzeugende Antwort erhielt, stoppte er Anfang der 80er Jahre das Verfahren. Nach dem Regierungswechsel in Bonn wurde es 1983 wieder aufgenommen. Die Trassenführung der A 94 wurde von früh an auch im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) stets als „Sonderprojekt“ geführt. So wurde sie 1986 mit dem Zusatz „darf nicht durchs Isental geführt werden“ versehen. Im derzeit gültigen BVWP ist sie sogar als einziges Projekt mit zwei Alternativen, eben der Trasse Dorfen (Isental) und der Trasse Haag (B12) aufgeführt. 

 

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