logo
ERFOLGE + NIEDERLAGEN

Schwaben Oberbayern Niederbayern Oberpfalz Mittelfranken Oberfranken Unterfranken
zu den Regionen

 home | Erfolge+ Niederlagen | Isental | Überblick

Noch offen: Isental

" A Sauerei zwar, aber juristisch einwandfrei": Gerhard Polt unterstützt gemeinsam mit der Biermösl Blosn den Widerstand gegen die A94 im Isental.


Widerstand gegen die Isental-Autobahn

Kennen Sie die Geschichte von der Familie, die dringend mehr Platz brauchte und die deshalb einen Anbau plante?

An sich nichts Besonderes – aber hier hatte das Familienoberhaupt selbst die Planskizze gefertigt, über die von Anfang an alle nur den Kopf schüttelten. „Warum willst Du denn unbedingt in den schönen Garten bauen, nehmen wir doch die Hofseite, da ist eh alles asphaltiert“, sagten die Kinder und die Ehefrau. „Musst Du uns unbedingt die Sonnenseite verbauen“, fragte der Nachbar. Und der Architekt warnte: „Das im Garten wird viel teurer, wegen dem Untergrund und der Hanglage.“ Aber der Bauherr ist bis heute durch nichts zu überzeugen. „Ich hab mir das vor 32 Jahren so eingebildet. Und dabei bleibt’s. Basta!“

Initiative auch für mehr Verkehrssicherheit
Es ist tatsächlich so, mit der Isentalautobahn. Seit dem Frühjahr 1977 kämpfen die Menschen im Isengau um ihre Heimat und fordern eine Lösung der Vernunft. Diese liegt zehn Kilometer weiter südlich auf der B12. Die großzügig trassierte Bundesstraße ließe sich problemlos zu einer Autobahn ausbauen. Damit wäre aus einer der unfallträchtigsten Bundesstraßen Deutschlands eine vergleichsweise sichere Autobahn geworden. Denn niemand stellt in Frage, dass aus der B 12 eine sichere und leistungsfähige Straße werden muss. Seit Jahrzehnten wird dies gefordert, nicht nur vom Bund Naturschutz, sondern auch von den Menschen, die sich in verschiedenen Initiativen zusammengeschlossen haben. Mit dem Ausbau der B12 gäbe es Lärmschutz auch noch dazu.

Argumente zählen für die Regierung nicht
Aber, wie sagt der sture Hausbesitzer? „Ich hab das vor 32 Jahren einmal so geplant und dabei bleibt’s. Basta!“ Argumente spielen deshalb für die Bayerische Staatsregierung keine Rolle. Dass man bei einem Umschwenken auf die Trasse Haag (B12) insgesamt rund 200 Millionen Euro einsparen könnte, dass man wertvolle Natur und ausgewiesene FFH-Gebiete schonen könnte, dass man ungleich weniger Bauernland zerschneiden müsste, das alles darf keine Rolle spielen. Denn sonst würde man ja den Menschen Recht geben, die seit 32 Jahren einen beispiellosen Kampf für eine rationale Verkehrspolitik und gegen die Zerstörung ihrer Heimat führen. Die Mehrheit der Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden unterstützt den Einsatz des Bundes Naturschutz und der Aktionsgemeinschaft gegen die A94.

Alternativtrasse über B12 „eindeutig günstiger“
Dass die Menschen im Isental überhaupt so lange durchhalten, hat einen einfachen Grund. Über Jahrzehnte hinweg lehnten die amtlichen Unterlagen die Isentaltrasse einhellig und eindrucksvoll ab. Als ein Beispiel unter vielen sei hier nur die Regierung von Oberbayern zitiert, wonach sowohl beim Naturschutz als auch beim »Schutzgut Mensch« (Verkehrslärm) die Trasse Haag (B12) „eindeutig günstiger“ ist als die Isentalautobahn. Und selbst die Gutachter der Autobahndirektion schrieben: „Je mehr man sich (…) mit der Trasse Dorfen befasst, umso eklatanter zeichnen sich die Vorteile der Trasse Haag (B12) ab.“

Erste Kilometer der Isental-Trasse genehmigt
Allerdings, die Gerichte haben den Planfeststellungsbeschluss für die ersten sechs der 40 Kilometer langen Isentalautobahn bestätigt. Denn sie haben nicht über die bessere der beiden Alternativen entschieden, sondern lediglich geprüft, ob die Isentaltrasse mit den gesetzlichen Vorgaben in Einklang zu bringen ist. Den politischen Entscheidungsträgern stünde es frei, so die Gerichte, auch eine deutlich schlechtere Trasse zu wählen. Bürgerinitiativen, Bund Naturschutz und Bauern, die hier traditionell eng zusammenarbeiten, geben trotz dieser ernüchternden Einschätzung nicht auf. Sobald die nächsten Planfeststellungsbeschlüsse auf dem Tisch liegen, wird es erneute Klagen geben. Außerdem laufen natürlich die politischen Bemühungen auf Hochtouren.

Widerstand geht weiter
„Wir sind zuversichtlich“, sagen die Widerständler im Isental. Denn gerade in diesem Doppelwahljahr muss jede Partei daran in - teressiert sein, mit Umweltschutz und Kostenbewusstsein zu punkten. Die Isentalautobahn wird hier zum entscheidenden Prüfstein.

 

 

Gemeinsam stark

Helfen Sie der Natur