Alpenglöckchen = Alpen-Soldanelle (Soldanella alpina)
Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida) Ordnung: Heidekrautartige (Ericales) Familie: Primelgewächse (Primulaceae) Gattung: Alpenglöckchen (Soldanella)
Merkmale
Die Alpen-Soldanelle ist ein Staudengewächs mit einer Wuchshöhe zwischen 5 und 15 Zentimetern. Die Laubblätter sind nierenförmig, dicklich, immergrün und werden bis zu drei Zentimetern lang. Sie sind grundständig angeordnet, d.h. sie entspringen kurz über der Erdoberfläche. Zwei bis drei blauviolette Blüten sitzen nickend an jedem der braunroten Stängel. Die Blüten sind ca. einen Zentimeter lang, trichterförmig und weit über die Mitte hinaus zerschlitzt.
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet der Alpen-Soldanelle sind die Alpen, die Pyrenäen und der Balkan. Dort kommt sie bis in eine Höhe von 3000 Metern vor. Diese Pflanze bevorzugt kalkhaltige, kühle moorige und feuchte Standorte, die im Halbschatten liegen. Man sollte sie also auf alpinen Rasen und in Schneetälchen suchen. Letzteres sind Senken und Mulden im Gebirge, in denen der Schnee noch bis weit in den Sommer hinein liegen bleibt. Die Alpen-Sondanelle ist damit Teil der Schneetälchen-Pflanzengesellschaft.
Die Blütezeit der Alpen-Soldanelle ist von Mai bis Juli. Die ersten Blüten sind bereits kurz nach der Schneeschmelze zu sehen. Oft durchbrechen die aufstrebenden Blütenknospen die noch auf dem Boden liegenden Eis- und Schneeschichten.
Fortpflanzung Mit Hilfe einer Kapsel, die aufspringt und dann die Samen entlässt, bewerkstelligt die Alpen-Soldanelle ihre Fortpflanzung. Wie alle Arten der Gattung Alpenglöckchen ist auch die Alpen-Soldanelle eine mehrjährige Pflanze.
Wissenswertes
Den Namen „Soldanelle“ erhielt die Pflanze aufgrund der rundlichen Form ihrer Laubblätter. Diese erinnern an Münzen, welche auf Latein „solidus“ heißen. 2004 wurde die Alpen-Sodanelle zur Blume des Jahres gewählt. Sie ist nach der Bundesartenschutzverordnung eine geschützte Art. Bedroht wird der Lebensraum dieser Pflanze vor allem durch den zunehmenden Alpen-Tourismus.
Quellen: Heiko Bellmann, Xaver Finkenzeller u.a „Steinbachs großer Tier- und Pflanzenführer“, 2006, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.
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