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Die Amsel

Klasse: Vögel (Aves)

Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)

Unterordnung: Singvögel (Passeri)

Familie: Drosseln (Turdidae)

Gattung: Echte Drosseln (Turdus)

Art: Amsel (Turdus merula)

 

 

Körperbau

Ihr Zweitname „Schwarzdrossel“ bezieht sich auf das schwarz bis braunschwarze Gefieder der Amselmännchen. Lediglich die Augenringe sind kräftig orangegelb gefärbt. Die Weibchen dagegen sind oberseits dunkelbraun, unterseits braun gefleckt. Kinn- und Kehlbereich sind hell schmutziggrau bis rötlichbraun und tragen dunklere Streifen.

Die Amsel ist eine der größten mitteleuropäischen Drosselarten. Die Männchen werden bis zu 29 cm groß, die Weibchen sind kleiner und erreichen nur eine Körpergröße von 23,5 bis 25 cm.

 

Verbreitung und Lebensraum

In etwa 15 Unterarten kommen die Tiere in Europa, Asien, und im Nordwesten Afrikas vor. Auch in Australien und in Neuseeland kann man heute auf sie treffen, nachdem einige Vögel in der Mitte des 19 Jahrhunderts dort ausgewildert wurden.

 

Ursprünglich waren Amseln reine Waldbewohner. Doch aufgrund ihrer hohen Anpassungsfähigkeit finden sie seit dem 19. Jahrhundert als Kulturfolger in Mitteleuropa heute fast überall einen Platz zum leben. Man findet sie in Wäldern aller Art, Feld- und Ufergehölzen, Hecken, Parks und Gärten und sogar in stark besiedelten Innenstädten ohne vielfältigen Baumbewuchs sind die Tiere heimisch.

 

Bei uns in Mitteleuropa führen die Amseln ein Leben als Standvögel oder Teilziehern, d.h. sie bleiben ganzjährig in ihren Brutgebieten bzw. ziehen nur teilweise im Winter gen Süden. Je nördlicher und rauer ihr Lebensraum ist, umso größer ist der Anteil der ziehenden Vögel. Unsere „Stadtamseln“ bleiben im Winter eher in ihren Brutgebieten als „Waldamseln“. Das Überwinterungsgebiet der europäischen Amseln erstreckt sich von Mittel- über Süd- nach Westeuropa. Bereits im späten August verlassen die ersten Tiere ihre Brutgebiete, im März kehren sie, in Abhängigkeit von der Witterung,  zurück.

 

Fortpflanzung und Lebensweise

Von hohen Sitzwarten aus beginnen manche Amselmännchen bereits im Spätwinter mit ihren Reviergesängen. Die Reviergrößen sind abhängig von den räumlichen Gegebenheiten. In Großstädten wurde eine mittlere Reviergröße von etwa 2.000 qm ermittelt. Ist mehr Platz vorhanden, wie z.B. in einem großen Buchenwaldbestand, sind Reviergrößen von etwa 11.000 qm durchaus üblich. Bei der Revierverteidigung kann es, speziell während der Nestbauzeit, zu heftigen Kämpfen kommen. Dabei gehen die Verteidiger bevorzugt auf Artgenossen los, die einen besonders intensiv gelb gefärbten und glänzenden Schnabel haben.

 

Die weiblichen Amseln errichten in Bäumen, Sträuchern, Kletterpflanzen oder Gebäudenischen aus Zweigen, Moos und Wurzeln ihr Nest. In seltenen Fällen bauen sie diese auch am Boden. Die Nestmulde für die Eier wird mit Schlamm, Erde oder Lehm geformt und mit kleinen Halmen und Zweigen gepolstert.

Im April oder Mai legt das Weibchen dann mit einem Abstand von 24 Stunden im Durchschnitt 4 Eier in das fertige Nest. Diese werden von ihm allein bebrütet. Nach 11 bis 16 Tagen schlüpfen die Jungen, nach 13 Tagen verlassen sie das Nest. Nach ungefähr 20 Tagen sind sie selbstständig und nach insgesamt 35 Tagen sind sie in der Regel komplett unabhängig von den Eltern.

Eine Zweitbrut ist für die meisten Paare typisch. Gelegentlich kann es in urbanen Bereichen Mitteleuropas auch zu Dritt- oder sogar Viertbruten kommen.

 

Nahrung

Amseln suchen am und im Boden nach Würmern, Kleininsekten und Schnecken. Dabei bewegen sie sich hüpfend über den Boden, stoppen dann plötzlich, verharren mit steil aufgestelltem Schwanz und beobachten den Boden mit oftmals leicht schräg gehaltenem Kopf. Auch in Falllaub wird nach Beute gestöbert. Gelegentlich fangen die Tiere auch Insekten im Flug. Besonders im Winter zählen zusätzlich Beeren und Früchte zu ihrer Nahrung.

 

 

Quellen

Steinbachs Naturführer, 2004, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.

Kosmos Naturführer, 2004, Franckh Kosmos Verlags GmbH &Co

www.wikipedia.de

www.natur-lexikon.com

 

 

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