logo
FAKTEN+HINTERGRÜNDE

Schwaben Oberbayern Niederbayern Oberpfalz Mittelfranken Oberfranken Unterfranken
zu den Regionen

 home | Fakten+ Hintergründe | Artenschutz | Arten | Bayerisches Federgras

Bayerisches Federgras

    

 

Das Bayerische Federgras (Stipa pulcherrima ssp. bavarica) gehört zu den größten Seltenheiten der bayerischen Flora, da es weltweit nur an einem einzigem Standort vorkommt. Die Pflanze bildet große ausdauernde und dichte Horste. Sie wird zwischen 0,3 und 1 m hoch und blüht nach dem Austrieb im Frühjahr im Mai bis Juni. Sie ist an den sehr langen Grannen gut zu erkennen. Ihr Standort ist ein sommerwarm-trockener Steilhang bzw. Felsen im Dnautal. Er ist vollsonnig, basenreich und relativ nährstoffarm.

 

  

Gefährdung in Bayern:

Rote Liste Bayern (2003) und Deutschland: „1“ = vom Aussterben bedroht. Die Sippe ist in ihrer Verbreitung gänzlich auf Bayern beschränkt (bayerischer Endemit), für den globalen Erhalt hat Bayern die Alleinverantwortung

Das Bayerische Federgras ist deshalb besonders gefährdet, weil nur ein einziger Fundort mit einer sehr beschränkten Anzahl von Individuen existiert, der z.B. durch Absammeln erlöschen könnte. Deshalb ist die Art streng geschützt (Art des Anhangs II der FFH-Richtlinie).

 

Das Bayerische Federgras gehört zur Familie der Süßgräser.

Die Süßgräser:
Gräser spielen in unserem Leben eine zentrale Rolle: Getreide wie Mais, Reis, Weizen, Roggen, Hafer und Gerste sind die Hauptnahrungsquelle des Menschen und dienen außerdem als Futterpflanzen für Tiere. So begegnen wir Gräsern neben dem Einsatz in der Viehzucht zur Futter und Streugewinnung in vielen Bereichen unseres Lebens: Gräser sind Zuckerlieferanten (Zuckerrohr), Energielieferant ( Elefantengras, Chinaschilf) oder dienen als Baumaterial (Schilf). Gräser begrünen und befestigen Böschungen; als Zier- und Schnittpflanzen im Gartenbau und im Blumenladen, werden gerne Grasarten verwendet.

Gräser sind weltweit in allen Höhenlagen vertreten. Nach Schätzungen bilden Vertreter dieser Familie mit einem Anteil von 20% den Hauptbestandteil der die Erde bedeckenden Vegetation. Sie bestimmen den Charakter vieler Landschaften vor allem die unterschiedlichen Ausbildungen von Grasländern, wie Wiesen, Weiden, Steppen oder Savannen. 

Merkmale der Süßgräser:
Den "Stängel" der Süßgräser nennt man Halm. Im Gegensatz zu dem der Sauergräser ist der Halm der Süßgräser fast immer hohl und rund. Er ist durch Knoten (Nodien) gegliedert. Genau betrachtet ist allerdings nicht der Halm verdickt, sondern die Basis der Blattscheiden. Die Abschnitte zwischen den Nodien heißen Internodien. Sauergräser haben keine Nodien und Internodien.

Gräser besitzen oberhalb eines jeden Knoten und am Grunde der Blattscheiden meristematische Zonen (= pflanzliches Bildungsgewebe). Dies ermöglicht den Pflanzen nach Tritt, Niederschlag, Beweidung, Schnitt oder sogar Abbrennen sich wieder aufzurichten bzw. weiterzuwachsen. 

Auch die Laubblätter der Süßgräser haben eine ganz eigene Form: Der untere Teil, die Blattscheide, umfasst den Halm der Pflanze. Der obere Teil des Blattes, die Blattspreite, ist flächig und steht vom Halm ab. Am plötzlichen Übergang von der Blattscheide zur Blattspreite sitzt bei den meisten Arten ein häutiges Anhängsel, das "Blatthäutchen" oder "Ligula".

Eine Gattung der Familie der Süßgräser (Poaceae) sind die Pfriemengräser (Stipa L.). Diese zierlichen und ausdauernden Gräser sind weitverbreitet. Sie haben einblütige, große Grasährchen, grannenartig gespitzte Hüllspelzen und lang begrannte, zusammengerollte Deckspelzen.

Zu dieser Gattung gehört das Federgras (S. pennata L.), das auch Marienflachs oder Reihergras genannt wird. Es erreicht eine Höhe von 30 bis 90 cm, hat einen steifen, harten Halm, borstenartige Blätter, eine sparsam verästelte Rispe und 30 cm lange, gekniete, federige Grannen. Es wächst auf dürrem Boden, seine Verbreitung erfolgt über den Wind.


Quellen: O. Sebald et al. 1998: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Band 7, Eugen Ulmer GmbH 6 Co., Stuttgart; Wikipedia

 

Helfen Sie der Natur