|
Das Birkhuhn (Tetrao tetrix)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Hühnervögel Familie: Fasenartige Unterfamilie: Rauhfußhühner Gattung: Birkhühner
Körperbau und Merkmale
Birkhühner sind in etwa haushuhngroß. Männchen sind mit 60 Zentimetern größer als Weibchen, die nur 50 Zentimeter erreichen. Der blauschwarze Hahn besitzt auffällig weiß gefärbte Unterflügel- und Unterschwanzdecken. Über den Augen hat er rote Kopfrosetten aus nackter Haut, die in der Balzzeit anschwellen und dann besonders auffällig sind. Die erdbraune Henne trägt lediglich eine weiße Flügelbinde.
Verbreitung und Lebensraum
Birkhühner sind ursprünglich typische Bewohner unserer Mittelgebirge und ungestörter Moor- und Heidelandschaften mit Birken-, Fichtenbewuchs sowie vielgestaltiger Krautschicht. Die Nester werden in Heidekrautbüschen angelegt. Als sogenannter Standvogel verbleibt das Birkhuhn auch in strengen Wintern in seinen Brutgebieten der borealen und subarktischen Waldzone.
Ursprünglich kam das Birkhuhn in den Alpen, den Mittelgebirgen, in Großbritannien, Nord- und Osteuropa, Russland bis in den Osten Sibiriens vor. Leider ist es heute fast überall verschwunden. In Mitteleuropa findet man es noch in einigen Alpenregionen, in der Rhön, im Hohen Venn und im NSG Bergwiesen im Osterzgebirge, dort speziell in der Nähe der Fürstenauer Heide. Im Nordwestdeutschen Tiefland, wo das Birkhuhn zu Anfang des 20. Jahrhunderts noch sehr häufig war, sind die Bestände fast überall erloschen. Lediglich in der Lüneburger Heide kommt es noch innerhalb des Naturschutzparkes und auf einigen Truppenübungsplätzen vor. Das Birkhuhn ist dort zu Hause, wo sich der Wald lichtet und Sträucher und Kiefern wachsen.
Entwicklung/Fortpflanzung/Lebensweise
Die Paarung findet auf sogenannten Balzarenen statt, auf denen sich mehrere Hähne bereits Ende Februar versammeln und mit charakteristischen und sehr eigenwilligen Tönen, wie z.B. „Glucksen“ und „Zischen“ einerseits akustisch und durch die Zurschaustellung ihres Gefieders auch optisch präsentieren. Dabei kann es zwischen einzelnen Konkurrenten zu harten Kämpfen kommen. Die Hennen gesellen sich großenteils erst im April zum Balzplatz und lassen sich dann vom Hahn ihrer Wahl „treten“. Die Hennen polstern eine Bodenmulde gut versteckt im Heidekraut aus und legen dort 6-10 gelblichweiße, schwach gefleckte Eier ab. Nur das Weibchen übernimmt die Brut. Nach 24-29 Tagen schlüpfen die Küken, nach weiteren 15-20 Tagen sind sie bereits flugfähig.
Nahrung
Erwachsene Birkhühner nehmen fast ausschließlich pflanzliche Nahrung zu sich. Sie fressen junge Sprossen von Sträuchern, Blätter, Blüten, Knospen und Beeren. Die Küken sind in den ersten Lebenswochen auf tierische Nahrung in Form von Insekten angewiesen.
Gefährdung/Bestand in Europa
Laut IUCN besteht der europäische Bestand aus 5,1 bis 6,4 Millionen Tieren. Trotz eines leichten Bestandsrückgangs wird die Art weltweit als "nicht gefährdet" eingestuft, während das Birkhuhn in Bayern und Deutschland als "vom Aussterben bedroht“ auf der "Roten Liste" (RL 1) steht steht.
Lebensraumverlust ist für das Birkhuhn Gefährdungsursache Nummer 1. Der Beginn des Bestandrückganges war die großflächige Trockenlegung der Moore, der den Lebensraum des Birkhuhnes drastisch verkleinerte. Mittlerweile werden zwar viele Moore geschützt und nicht mehr intensiv genutzt, aber die Bestände schrumpfen weiter. In Deutschland leben noch maximal 1600 Weibchen verteilt auf letzte, inselartige Vorkommen. Insbesondere abgeschiedene Moore und Truppenübungsplätze bilden ein letztes Refugium. In Mitteleuropa ist das Birkhuhn mit noch etwa 25.000 brütenden Weibchen sehr selten geworden und zeigt nur noch in den Alpen und in Skandinavien stabile Vorkommen. Über 90 Prozent der europäischen Populationen sind auf Russland konzentriert.
Für das Birkhuhn müssen nach der Vogelschutzrichtlinie besondere Schutzgebiete zum Erhalt der Art ausgewiesen werden (Vogelschutzgebiet im Netz Natura 2000-Gebiet). Die Art ist zudem nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Art, für sie gelten strenge Schutzbestimmungen.
Weitere Infos/Übrigens/weiterführende Informationen/Wissenswertes
· Das Birkhuhn war Vogel des Jahres 1980.
· Durch ihre Fußbefiederung können Birkhühner auf lockerem Schnee laufen, ohne einzusinken.
· Sie können ein Alter von zehn bis 15 Jahren erreichen.
Quellen
http://de.wikipedia.org/
www.natur-lexikon.com
weitere verschiedene Internetseiten
|