Brombeerspinner-Raupe (Macrothylacia rubi)
Klasse: Insekten
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Glucken (Lasiocampidae)
Unterfamilie: Lasiocampinae
Gattung: Macrothylacia
Körperbau und Merkmale:
Die Brombeerspinner-Raupen sind anfangs schwarz, mit leuchtend gelben oder orangen Segmenteinschnitten und tragen wenige lange, hellgraue Haare. Im Alter sind sie durch ihre dichte, schwarz und rotbraun gefärbte Behaarung deutlich dunkler. An den Seiten tragen sie aber weiterhin hellgraue Haare. Sie werden ungefähr 80 Millimeter lang. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 38 bis 68 Millimetern. Die Weibchen haben graubraune Vorderflügel, die Männchen rotbraune oder graubraune. Beide tragen zwei schmale, hellgelbliche Querbinden. Dazwischen ist die Flügelfärbung bei den Männchen etwas aufgehellt
Verbreitung und Lebensraum:
Brombeerspinner kommen in ganz Europa, außer dem hohen Norden und Teilen des Mittelmeergebietes, östlich bis nach Zentralasien vor. Sie sind in Mitteleuropa die häufigste Gluckenart. Man findet sie in verschiedensten offenen, sowohl trockenen als auch feuchten Gegenden, wie z.B. auf Trockenrasen, an Böschungen, auf Wiesen an Waldrändern und in Mooren.
Entwicklung/Fortpflanzung/Lebensweise:
Die Raupen sind Einzelgänger und verstecken sich am Tag unter Steinen. Abends klettern sie auf der Vegetation empor. Man sieht sie im Spätsommer gelegentlich bei der Überquerung von Straßen, oder offenen, vegetationslosen Stellen. Sie verkriechen sich voll entwickelt ab Ende August und überwintern bevor sie sich im Frühjahr, ohne noch einmal zu fressen, in einem grauen, röhrenförmig ausgezogenen Gespinst verpuppen. Manchmal findet man sie an warmen Tagen, sehr früh im Jahr, auf der Suche nach einem geeigneten Verpuppungsplatz. Ab Mitte Mai fliegen die Falter in einer Generation bis Juli. Während die Weibchen des Brombeerspinners dämmerungs- und nachtaktiv sind, fliegen die Männchen tagsüber auf der Suche nach Partnerinnen sehr behände umher. Dabei schlagen sie einen sehr schnellen Zickzackflug ein. Nach der Paarung kleben die Weibchen ihre 2,5 Millimeter langen Eier in Bodennähe, aber auch bis maximal 1,5 Meter Höhe, in Gruppen um Stängel. Die Eier sind oval, hell cremefarben, haben am Pol einen dunklen Punkt und darum ein hellbraunes, kreisförmiges Muster. Die ersten geschlüpften Raupen sind ab August zu finden.
Nahrung:
Brombeerspinner-Raupen ernähren sich von zahlreichen krautigen Pflanzen und Sträuchern wie z.B. Gelbes Sonnenröschen (Helianthemum nummularium), Schlehe (Prunus spinosa), Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor), Flügelginster (Genista sagittalis), Himbeere (Rubus idaeus), Brombeeren (Rubus fruticosus), Klee (Trifolium), Wicken (Vicia) und Spitzwegerich (Plantago lanceolata).
Gefährdung/Bestand in Europa:
Der Brombeerspinner ist in Europa häufig und nicht bedroht.
Wissenswertes:
Wittern die Raupen des Brombeerspinners Gefahr, ringeln sie sich zusammen und bleiben minutenlang in dieser Stellung. Ihre Haare können bei Berührung allergische Reaktionen hervorrufen.
Quellen:
http://de.wikipedia.org/
Steinbachs Naturführer „Schmetterlinge“, Mosaik-Verlag 2001