Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Grasmückenartige (Sylviidae)
Gattung: Grasmücken (Sylvia)
Art: Dorngrasmücke
Körperbau und Merkmale
Mit ihren 13 bis 15 cm Körperlänge gehören diese Singvögel zu den größeren Grasmückenarten in Europa. Ihre Oberseite ist graubraun, die Unterseite weißlich, die Flanken sind hellbraun und die Flügel rostbraun gefärbt. Typisch für diese Art ist der relativ lange Schwanz mit seinen weißen Kanten. Ein gut erkennbares Merkmal ist auch die leuchtend weiße Kehle.
Die Männchen lassen sich von den Weibchen durch ihren grauen Kopf mit den weißen Augenringen, der rotocker gefärbten Iris und der rosa Brust unterscheiden. Die Weibchen haben dagegen einen braunen Kopf, eine braune Iris und eine hellbeige Brust.
Verbreitung
Die Vögel sind in 3 Unterarten von Europa bis Mittelasien verbreitet. Im Norden fehlen sie. Als Langstreckenzieher sind sie bei uns von April bis September zu Gast. Den Winter verbringen die Tiere im tropischen Afrika, südlich der Sahara.
Lebensraum
Dorngrasmücken brüten in offenen Landschaften mit dornigen Hecken und Gestrüpp. Dort bauen sie auch ihre Nester.
Nahrung
Zur Nahrung der Vögel zählen Spinnen, Weichtiere, Beeren, Insekten und deren Larven.
Fortpflanzung
Hauptbrutzeit der Dorngrasmücke ist von Mai bis Juni. Meist kurz über dem Boden wird in dichtem Gestrüpp ein napfförmiges Nest aus trockenen Gräsern, Wurzeln und Haaren errichtet. Vier bis fünf Eier legt das Weibchen dort hinein. Beide Partner bebrüten die Eier abwechselnd während der nächsten 11 bis 13 Tage. Nach dem Schlupf bleiben die anfangs nackten Jungvögel 10 bis 12 Tage im Nest.
Gefährdung
Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts galten die Vögel als sehr häufig. Im Frühjahr 1969 kehrten allerdings nur wenige Tiere aus ihren Winterquartieren zurück. Grund dafür waren schwere Dürren in der südlich der Sahara gelegenen Sahelzone im Winter 1968/ 69. Die Bestände haben sich bis heute nicht wieder vollständig erholt. Die fortschreitenden Wüstenbildung in den Winterquartieren sowie die Lebensraumzerstörung in den Brutgebieten verhindern zudem den stetigen Wiederanstieg der Populationszahlen.
Quellen
Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.
www.wikipedia.de
www.natur-lexikon.com
www.natur-lexikon.com