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Die Eberesche

Die Eberesche (Sorbus aucuparia)

Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung:
Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Kernobstgewächse (Maloideae)
Gattung: Mehlbeeren (Sorbus)

 

Die Eberesche gört zur Gattung „Sorbus“ –den Mehlbeeren. Dennoch weisen ihre gefiederten Blätter eine große Ähnlichkeit zu denen der Esche (Gattung: Fraxinus) auf. Eine engere Verwandtschaft zwischen diesen beiden Arten besteht jedoch nicht. Auf diesen Umstand weist aber auch schon der Name „Eberesche“ hin, der sich von Aber-Esche, d.h. „falscher Esche“ ableitet.  

Für die Eberesche gibt es eine Vielzahl von Bezeichnungen. Sie wird u.a. Vogelbeere, Drosselbeere, Queckbeere, Quitsche oder Blumenesche genannt.

Sowohl der deutsche Name „Vogelbeere“ als auch der Artname „aucuparia“ verweisen auf die große Vorliebe vieler Vögel für die Früchte dieses Baumes, die ihnen in früheren Zeiten oftmals zum Verhängnis wurde. Die Bezeichnung „aucuparia“ leitet sich von dem Lateinischen „avis capere“ ab, das soviel wie „Vögel fangen“ bedeutet. So wurden die Früchte der Eberesche früher häufig als Lockmittel zum Vogelfang benutzt.

Die Zugehörigkeit dieser Pflanze zur Unterfamilie der Kernobstgewächse (Maloideae) ist sehr gut an den Früchten zu erkennen. Sie sehen aus wie kleine Äpfel.

 

Aussehen

Mit einer durchschnittlichen Höhe von bis zu 15 m ist die sommergrüne Eberesche ein recht kleiner Baum. Während der ersten ca. 20 Jahre wächst sie relativ schnell, später verlangsamt sich das Wachstum.

Die Borke ist zunächst grau-braun gefärbt. Bei älteren Bäumen entsteht eine unregelmäßige, längsrissige, schwärzliche Struktur.

Die Krone dieses Baumes ist auffallend locker ausgebildet.
Die Blätter sind bis zu drei cm lang gestielt, wechselständig und unpaarig gefiedert. Ein Blatt setzt sich zumeist aus 9-19 länglich-elliptischen Blattfiedern zusammen, die etwa zwei bis sechs cm lang werden. Nur an der Blattbasis sind sie ganzrandig, zur Spitze hin sind sie gezähnt. Die gesamte Blattspreite ist bis zu 20 cm lang und 10 cm breit.

Im Herbst färbt sich das Laub tief orange bis blutrot.

Die Blüten werden bei der Eberesche schon mit fünf bis sechs Jahren ausgebildet. Die etwa ein cm breiten Blüten stehen in Blütenständen mit 200-300 Einzelblüten zusammen. Es gibt –wie bei den meisten Rosengewächsen- fünf Kron- und fünf Kelchblätter. Die Kronblätter (innere Blütenhüllblätter) sind cremeweiß.

Die Blütezeit ist zwischen Mai und Juni. Die Früchte reifen im August bis Oktober. In ihrem Aufbau ähneln sie Apfelfrüchten. Sie sind kugelig, bis zu acht cm dick und in reifem Zustand leuchtend rot gefärbt.

 

Standort und Verbreitung

Die Eberesche ist eine anspruchslose Pflanze. Sie wächst auf magerem sowie nährstoffreichem, auf trockenem und feuchtem, auf saurem wie basischem Boden. Sie gedeiht sowohl in Laub- als auch in Nadelwäldern. Auch Felsen besiedelt sie. Lediglich schlecht durchlüftete, nasse Böden setzen ihr zu.

Dieses lichtliebende Gehölz ist nur in seinen ersten Jahren schattentolerant. Zusätzlich durch ihre geringe Wuchshöhe und das begrenzte Alter, zeigt sich die Eberesche recht konkurrenzschwach und wird meistens an die Waldränder verdrängt. Zudem findet man sie auf Kahlschlägen, Lichtungen oder in Gebüschen. Sie ist ein schneller Besiedler von Brachflächen. Im Gebirge findet man die Eberesche bis an die Baumgrenze. Als Ziergehölz findet sie Verwendung in Parks, Gärten oder als Straßenbaum.

Die Vogelbeere ist in ganz Europa mit Ausnahme des Mittelmeerraumes verbreitet. In Deutschland findet man sie vom Tiefland bis in Höhen von bis zu 2.000 m. Vor allem in den höheren Lagen ist das Wachstum strauchförmig. Oberhalb von 900 m bildet sie eine eigene strauchförmige Unterart.

 

Vermehrung

Die Vermehrung der Eberesche findet vor allem über die Verbreitung durch Vögel statt. Die für sie sehr schmackhaften Früchte werden von ihnen verspeist. Mit dem Kot werden die unverdauten Samen dann wieder ausgeschieden. So wird die Verbreitung der Eberesche effektiv sicher gestellt.

Eine zweite Ausbreitungsart funktioniert ebenfalls nur über Konsumenten der Früchte. Verschiedene Nagetiere wie z.B. der Siebenschläfer, die Haselmaus sowie verschiedene andere Mausarten legen im Boden Verstecke mit ihren Wintervorräten an. Diese werden oftmals vergessen oder während des Winters nicht benötigt. So leisten sie ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Ausbreitung der Vogelbeere.

 

Nutzen für Tier und Mensch

Der ökologische Nutzen der Eberesche für die Tiere liegt vor allem in ihrer Funktion als Nahrungsquelle. Insgesamt ernähren sich von der Eberesche rund 150 Tierarten, vom Säugetier bis hin zum Insekt. Vor allem die orange-roten Beeren dienen als wichtige Futterquelle. Besonders Vögel schätzen sie. Die Blätter, Triebe und Knospen der Bäume bieten eine gute Nahrungsquelle für Schalenwild. Der Weißdornkäfer und der Mittlere Schwarze Rüsselkäfer bevorzugen ebenfalls die Triebe und Blätter.

Ganz im Gegenteil zu dem weitläufigen Glauben, die Früchte der Eberesche seien giftig, enthalten sie einen hohen Anteil Vitamin C, Provitamin A sowie den Zuckersaustauschstoff Sorbit. Allerdings enthalten die Beeren auch Parasorbinsäure, die zu Magenproblemen führen kann. Diese wird aber beim Kochen zu Sorbinsäure abgebaut, die gut verträglich ist. Nachteilig ist, dass während des Kochens auch ein Großteil des Vitamin C zerfällt.

Auch in der Naturheilkunde gelten die Blätter und Blüten des Baumes als vielseitiges Heilmittel. Getrocknet und als Tee zu sich genommen helfen sie gegen z.B. Husten, Bronchitis und auch Magenverstimmungen.

Da die weitreichenden Wurzeln bis tief in den Boden vordringen, wird die Vogelbeere auch oftmals zur Bodenbefestigung eingesetzt.

Das im Herbst abgeworfene Laub setzt während des Zerfallprozesses relativ viel Magnesium frei. Dies beeinflusst nicht nur die Humusbildung positiv, sondern verbessert auch die Nährstoffversorgung des Baumes selber. Er ist somit weniger anfällig für negative Umwelteinflüsse.

Die Eberesche zeichnet sich durch eine hohe Resistenz gegen Frost und Wind aus.

 

Wissenswertes

Die in dem Spot gezeigten Vögel sind:

1.) weiblicher Gimpel,

2.) Wacholderdrossel

3.) männlicher Buchfink

 

Das Höchstalter der Eberesche kann maximal 150 Jahre betragen.

 

Im Jahre 1997 wurde die Eberesche zum Baum des Jahres gekürt.

 

Schon die Germanen weihten diesen Baum ihrem Gott Thor.

 

Nicht nur wegen ihrer schönen Früchte  wird die Eberesche heute gerne und vielfach als Stadtbaum gepflanzt. Sie verträgt zudem Autoabgase gut, ist jedoch sehr hitzeempfindlich.

 

Quellen

Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.

www.wikipedia.de

www.natur-lexikon.com

 

 

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