Der Eichelhäher
Der Eichelhäher (Garrulus glandarius) gehört zur Familie der Rabenvögel (Corvidae). Er ist ein bekannter, aber scheuer Waldvogel, der besonders im Herbst und im Frühjahr häufig in Gärten vorkommt. Ihn zu beobachten ist meist nicht einfach, da er sehr vorsichtig ist.
Auffällig, laut und schön
sind die wichtigsten Eigenschaften dieses stattlichen Singvogels. Der Eichelhäher ist in Mitteleuropa in Laub- und Mischwäldern recht häufig, besonders dort, wo es viele Eichen gibt. Im Herbst werden aus Eicheln, Bucheckern und Haselnüssen Wintervorräte angelegt. Tausende von Früchten werden von den Tieren gesammelt, im Kropf transportiert und schließlich im Waldboden vergraben.
Der Eichelhäher verbreitet auf diesem Weg die Früchte zahlreicher Baumarten wie Buche und Hasel, doch vorrangig die Eicheln der heimischen Stiel- und Traubeneiche. Dazu setzt er die Früchte einzeln in den Boden. Viele Verstecke findet er nicht wieder, und die Samen können so im Frühjahr auskeimen . Diese „Hähersaat“ schafft neue Lebensräume, nutzt den altersbedingt nicht mehr ausgelasteten Wuchsraum und erhöht die Strukturvielfalt im Wald.

Verhalten und Stimme
Bei Revierstreitigkeiten sträuben die Männchen ihre Scheitel- und Bürzelfedern. Der Gesang klingt bauchrednerisch. Er ruft verhalten „gahi“, bei Gefahr jedoch lauthals den bekannten, durchdringend rätschenden Alarmruf „räääh“, der aller Welt mitteilt, dass ein „Feind“ entdeckt wurde. Was ihm den Beinamen „Waldpolizei“ eingebracht hat. Mitunter imitiert er einige andere Vogelstimmen und Umweltgeräusche.
Nahrung
Hauptsächlich ernährt sich der Eichelhäher von Baumfrüchten wie Eicheln, Bucheckern und Haselnüssen, aber auch von Beeren und Früchten. Zur Brutzeit vertilgt er viele Insekten und deren Larven. Zur Aufzucht des eigenen Nachwuchses werden auch Nester anderer Singvögel ausgenommen und - wenn sich die Gelegenheit bietet - selbst flügge Tiere gegriffen. So haben sie sich einen schlechten Ruf erworben und wurden leider heftig verfolgt und intensiv bejagt.
Interessantes: Das „Einemsen“
Ein interessantes Verhalten des Eichelhähers ist das „Einemsen“. Die Vögel suchen dabei Ansammlungen baumbewohnender Ameisen auf, ducken sich mit ausgebreiteten Flügeln und gespreiztem Schwanz hinein und lassen sich von dem empört reagierenden Insekten mit Ihrer Säure besprühen. Man nimmt an, dass diese Prozedur gegen Parasitenbefall wirksam ist.
Merkmale
Grundfärbung: rötlich-braun, schwarzer Bartstreif
Scheitel und Stirn weißlich mit schwarzen Streifen
Flügel schwarz mit weißem Armfleck
blau und schwarz gebänderte Flügeldecken
Bürzel weiß, Schwanz schwarz
Taubengröße
auffallendes Feld aus blauen Federn am Flügel
Nest/Brut: kleines flaches Reisignest, oft in einer Astgabel errichtet; meist 5-7 Eier, Brutdauer 16-17 Tage
Zug: in Mitteleuropa vorwiegend Jahresvogel, im Winter jedoch Zuzug aus dem Norden und Osten
Gefährdung in Bayern:
Rote Liste Bayern (2005): ungefährdet
Gefährdung durch Zerstörung der Lebensräume und Bejagung (außerhalb der Brutzeit)
Quellen: Vögel in Garten und Park, H.-M. Busch, 2005, BLV Buchverlag GmbH & Co. KG München; Singvögel, V. Straaß & C.-P. Lieckmann, 2005, BLV Buchverlag GmbH & Co. KG München; Vogelverhalten, S. Moss, 2004, Franckh-Kosmos Verlag GmbH & Co., Stuttgart; Die Kosmos Vogelenzyklopädie, P. Hayman & Rob Hume, 2003, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co., Stuttgart), http://de.wikipedia.org