Esparsetten-Widderchen (Zygaena carniolica)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Widderchen (Zygaenidae)
Gattung: Zygaena
Art: Esparsetten Widderchen
Körperbau und Merkmale
Dieser, zu den Nachtfaltern gehörende, Schmetterling aus der Familie der Widderchen ist tagaktiv. Die Spannweite seiner Flügel beträgt zwischen 25-32 Millimeter. Auf den Vorderflügel befinden sich sechs weißlich umrandete rote Flecken auf schwarzen Grund. Die Färbung kann bei einzelnen Tieren auch weniger ausgeprägt ausfallen. Die Hinterflügel sind rot bis auf einen schwarzen Randsaum. Ein weiteres Charakteristikum ist der helle schmale Halsring hinter dem Kopf. Die Fühler sind schwarz und am Ende deutlich verdickt.
Die Raupen sind gelb oder grünlich gefärbt und werden bis zu zwei Zentimeter lang. Auf jedem Segment befindet sich ein Paar dreieckiger schwarzer Flecken mit einem schwarzen Streifen davor.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Esparsetten Widderchens ist Mittel- und Südeuropa. Die nördliche Grenze bilden Norddeutschland, Weißrussland und Pommern. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet der Tiere bis Vorderasien. In manchen Gebieten Deutschlands wie der Schwäbischen Alb kommen Esparsetten Widderchen noch häufig vor. Die Flugzeit des Schmetterlings ist von Juni bis August.
Lebensraum
Esparsetten Widderchen kommen vor allem in sonnigen und trockenen Gebieten mit kalkhaltigen Böden vor. Dazu gehören Magerrasen, Waldränder und lichte Gebüsche. Die Raupen findet man meist auf Esparsetten, ein rosarot blühender Schmetterlingsblütler.
In der Abendzeit finden sich Esparsetten Widderchen in großer Zahl zusammen, um gemeinsam dichtgedrängt an den Spitzen von höher aufragenden Pflanzen die Nacht zu verbringen. Dieses Verhalten konnte bisher nicht erklärt werden. Eventuell soll der Warneffekt der Färbung auf diese Weise verstärkt werden.
Nahrung
Die Nahrung der ausgewachsenen Tiere ist der Nektar von Pflanzen wie den Flockenblumen oder Skabiosen. Die Futterpflanzen der Raupen sind vor allem Esparsetten, aber auch andere Schmetterlingsblütler wie dem Hornklee.
Fortpflanzung
Im Spätsommer legt das Weibchen die gelben Eier in dichten Reihen an die Blattunterseiten der jeweiligen Raupenfutterpflanze. Wenige Tage später schlüpfen die Raupen. Noch vor dem Winter häuten sie sich mehrmals. Nach der Überwinterung wachsen und häuten sich die Tiere weiter um sich dann Ende Mai zu verpuppen. Der Kokon, an einem Pflanzenstängel befestigt, ist sehr fest, hat eine gelbe Farbe und ist eiförmig. Die ausgewachsenen Esparsetten Widderchen schlüpfen nach einigen Wochen aus dem Kokon. Direkt danach und in räumlicher Nähe zum Schlupfort findet die Paarung statt. Die Lebenszeit der adulten Tiere ist auf wenige Wochen beschränkt, die vollständig mit Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung ausgefüllt sind.
Wissenswertes
Esparsetten Widderchen und auch ihre Raupen sind giftig, denn ihr Gewebe enthält unter anderem Blausäure, Azetylcholin und Histamin. Ihre auffällige Färbung ist als Warnung für potentielle Fressfeinde gedacht. Auch wenn dieser Schmetterling in manchen Gegenden noch recht häufig ist, so ist seine Verbreitung z.B. in Norddeutschland oder am Oberrhein stark rückläufig.
Das Esparsetten Widderchen war im Jahr 2008 das Insekt des Jahres.
Quellen
· Bellmann, Heiko (2001): „Steinbachs Naturführer: Schmetterlinge – Erkennen und bestimmen “; Mosaikverlag München
· www.wikipedia.de
· www.das-tierlexikon.de