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Die Feldlerche

Feldlerche (Alauda arvensis)

 

Klasse: Vögel (Aves)

Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)

Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Lerchen (Alaudidae)

 

Körperbau und Merkmale

Feldlerchen sind 16-18 cm groß. Die Flügelspannweite beträgt 30-36 cm und sie sind durchschnittlich 35 Gramm schwer. Die Oberseite ist braun mit dunkler Fleckzeichnung und hellen, bzw. weißen Umrandungen der Flügelfedern. Die Unterseite ist rahmweiß mit dunkelbrauner Sprenkelung. Der längliche Schwanz zeigt auffallend weiße Außenkanten, die im Flug zu sehen sind. Auf dem Kopf tragen beide Geschlechter einen kleinen Federschopf, den sie bei Erregung, großer Aufmerksamkeit oder Angst aufstellen. Es besteht kein Unterschied bei Männchen und Weibchen in der Gefiederzeichnung. Im Herbst setzt die Mauser ein. Jung- und Altvögel verändern das Gefieder in dunklere, intensivere Farbtöne bei Erhaltung der Zeichnung. Die Beine und Füße sind rosafarben, drei Zehen nach vorne und einer nach hinten zeigend. Der Schnabel ist flach, dreieckig ausgeprägt und kurz, die Kanten sind gelb. Der Schnabelbereich innen ist durchgehend gelb, auch die Zunge. Die Augen sind umrandet von einem hellen Federkranz. Jungvögel haben schwarze Augen ohne Iris. Erst mit der Geschlechtsreife entwickelt sich eine dunkelbraune Iris.

 

Verbreitung und Lebensraum

Die Feldlerche brütet in ganz Europa außer im äußersten Norden sowie in Teilen Nordafrikas, Asien bis Nordsibirien und Japan. Im Osten und Norden Europas ist sie meist nur Brutvogel und sucht im Winter wärmere Gefilde, meist den Mittelmeerraum auf. Aus Nordsibirien wandert sie im Winter ab in den Nahen Osten. In allen anderen Gebieten hält sie sich ganzjährig auf.

In beiden europäischen Zugperioden wandern die Feldlerchen in Schwärmen von 200 - 800 Vögeln. Ab der ersten Februardekade bis Anfang März kehren sie zurück. Im Herbst ziehen die Vögel ab Mitte September bis zum Höhepunkt im Oktober in die Überwinterungszone und Ende November fliegen die letzten ab. In Deutschland überwintern in allen Jahren kleine Trupps bis 20 Vögeln. Sie vergesellschaften sich mit Ohrenlerchern, Schneeammern und anderen Finkenarten.

Die Feldlerche liebt als ursprünglicher Steppenvogel gehölzarme, grasartige, locker stehende Kulturen wie Magerwiesen in weiten offenen Landschaften, in Feldern (Sommergetreide, Hackfrüchte), Buntbrachen, Weideflächen, Mooren, Dünen, Stadtränder und Neuaufforstgebieten.

 

Entwicklung/Fortpflanzung/Lebensweise

Feldlerchen sind Bodenbrüter. Als Neststandorte werden vorwiegend Brachen, Luminosen und Magerwiesen oder Mähwiesen bevorzugt. Das Weibchen scharrt eine Bodenvertiefung aus, in der sie das Nest gut versteckt aus feinem Pflanzenmaterial wie Grashalmen und Wurzeln locker verwoben anlegt. Optimale Brutbedingungen herrschen bei einer Vegetationshöhe von 15 bis 25 Zentimetern und einer Bodenbedeckung von 20 bis 50 Prozent. Sie legt zwei- bis dreimal pro Brutsaison drei bis fünf graugelbe Eier mit dichten und feinen braunen Flecken. Die erste Brut erfolgt im April/Mai, die zweite im Juni/Juli und die dritte (selten) im August/September. Das Weibchen brütet durchschnittlich elf Tage. Nach dem Schlupf sorgen beide Elternteile für die Fütterung der Nestlinge. Die Jungvögel verlassen nach 7-11 Tagen das Nest. Flugfähig werden sie ab dem 15. Lebenstag. Bis zum 30.-40. Lebenstag werden sie von den Altvögeln gefüttert. In dieser Zeit bewegen sich die Jungvögel in der Nähe des Nestes, üben ihre Flugfertigkeiten, lernen ab dem 19. Lebenstag jagen und sammeln von Samen und Pflanzenteilen und übernehmen das artspezifische Verhalten ihrer Eltern.

 

Nahrung

Feldlerchen ernähren sich von Insekten, Würmern, Samen und Pflanzenteilen. Während im Winter überwiegend Grünpflanzenteile, im Herbst Sämereien auf dem Speiseplan stehen, werden ab Mitte April Insekten, Spinnen, kleine Schnecken und Regenwürmer bevorzugt, vor allem zur Aufzucht der Jungvögel.

 

Gesang

Der Ruf ist ein klares, ineinanderfließendes „trrlit“. Die Männchen tragen den Gesang im Flug ca. 5-6 Minuten lang ohne Unterbrechung vor, da sie beim Atmen nicht absetzen. Im lang anhaltenden Fluggesang wechseln sich rhythmisch wiederholte Triller, Stakkatofolgen, Roller und Glissandos ab. Er dient der Anlockung von Weibchen und wird in der Zeit von April bis Juni/Juli vorgetragen. Dieser Balzflug beginnt in Bodennähe und führt dann spiralförmig in die Höhe. Aus einer Höhe von ungefähr 100 m lässt sich die Feldlerche anschließend im Sturzflug fallen. Knapp über dem Boden breitet sie Flügel und Schwanz aus, um elegant zu landen.

 

Gefährdung/Bestand in Europa

Die Feldlerche wird immer seltener. Vor allem die intensivierte Landwirtschaft führte seit den 70er Jahren trotz weiter Verbreitung zu einem dramatischen Bestandsrückgang von zum Teil 50 bis 90 Prozent. Weitere Gefährdungsursachen sind Versiegelung der Landschaft, gesteigerter Einsatz von Umweltchemikalien und direkte Bejagung wie etwa in Südwestfrankreich. Die ehemals extrem häufige Feldlerche steht inzwischen auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands, in Bayern gilt sie sogar schon als gefähredet ("Rote Liste": 3).

In Europa leben 40 bis 80 Millionen Brutpaare, davon allein 4 bis 7 Millionen in Polen. Damit erreicht die Art eine der höchsten Brutpaardichten unter den Offenlandvögeln. Der Bestand in Deutschland wird auf 1,6 bis 2,7 Millionen Paare geschätzt.

 

Weitere Infos/Übrigens/weiterführende Informationen/Wissenswertes

Die Feldlerche war Vogel des Jahres 1998.

 

Quellen

http://de.wikipedia.org/

http://www.natur-lexikon.com/

Steinbachs Naturführer „Landvögel“, Ulmer Verlag 2001

 

 

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