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Fischadler

Fischadler (Pandion haliaetus)

Klasse: Vögel (Aves)

Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)

Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie:
Fischadler (Pandionidae)

 

Körperbau und Merkmale

Mit einem Gewicht von ca. 1,4 kg ist das Fischadlermännchen etwas kleiner und leichter als das ca. 2 kg schwere Weibchen. Die Flügelspannweite liegt zwischen ca. 1,45–1,60 m.

Die Geschlechter sind anhand des Federkleides nicht zu unterscheiden, da bei beiden das Rückengefieder dunkelbraun und die Unterseite weiß gefärbt ist. Die Armschwingen sind etwas dunkler als der Rest des Gefieders. Der ebenfalls weiße Kopf trägt eine dunkle Gesichtsmaske.

Seine systematische Einordnung als einzige Art in der Familie der Fischadler begründet sich durch einige auffällige anatomische Merkmale, die ihn klar von anderen Greifvögeln unterscheiden und wohl aufgrund seiner Spezialisierung zum Fischfang entstanden. So tragen seine Füße kaum Gefieder und er kann die Außenzehen nach hinten wenden. Die Krallen der gleichlangen Zehen sind halbkreisförmig gebogen. Dies alles ermöglicht ihm ein sicheres Zupacken der Beute.

Außerdem verfügt er über eine auffallend große Bürzeldrüse. Das daraus abgesonderte Sekret sorgt, verteilt auf dem Gefieder, für ein hohes Maß an Wasserundurchlässigkeit. Zudem lassen sich seine Nasenlöcher verschließen.

  

Lebensraum und Verbreitung

Der Fischadler ist ein Zugvogel und nahezu weltweit verbreitet. Die Ausnahmen bilden die Polargebiete, Madagaskar und Neuseeland sowie Südamerika, Südostasien und Afrika mit dem restlichen Mittelmeergebiet, die er nur zum Überwintern anfliegt.

In Europa kommt er als Brutvogel vor allem auf dem nördlichen und östlichen Teil des Kontinents vor. 

 

Fortpflanzung und Lebensweise

Seinen aus Ästen und Zweigen gefertigten Horst baut er vor allem in die Kronen freistehender Bäume und auf Strommasten. Das Nest wird meist von einem während der Brutsaison monogam lebenden (d.h. sich nur mit einem Partner fortpflanzenden) Brutpaar erbaut und über Jahre hinweg wieder von ihnen bezogen und erweitert.

Nach einer Brutzeit von ca. 35-38 Tagen schlüpfen zwei bis fünf Junge aus rotbraun gefleckten ovalen Eiern. Sie werden noch ca. 51-63 Tage von ihren Eltern gefüttert bevor sie flügge werden und ihre Nahrung selbständig erjagen können. Während dieser Zeit ist der Fischfang allein Aufgabe des Männchens.

Fischadler werden mit drei Jahren geschlechtsreif.

 

Nahrung

Der Fischadler ist, seinem Namen entsprechend, stark auf den Fischfang spezialisiert, doch ist seine Art zu jagen sehr vielfältig. So versucht er seine Beute von einem erhöht gelegenen Sitz, im Rüttelflug, im langsamen Suchflug oder über der Wasserfläche stehend auszumachen.

Hat er einen Fisch erspäht, stößt er im Sturzflug mit 30-60 km/h und aus einer Höhe von bis zu 30 m auf sein Ziel herab. Unmittelbar vor dem Ergreifen der Beute streckt er seine Fänge nach vorn und ergreift sie. Gelegentlich taucht er beim Fischfang ganz unter Wasser. Dies ermöglicht es ihm, Fische bis zu einer Wassertiefe von einem Meter zu erbeuten.

Die Jagdgebiete des Fischadlers umfassen sowohl fischreiche Binnengewässer als auch Meeresküsten. Somit jagt er neben Süß- auch Salzwasserfische.

Ausschließlich in Notzeiten ernährt sich der Fischadler auch von Kleinsäugern, Vögeln und Reptilien.

 

Gefährdung/Bestand in Europa

Sein natürliches Vorkommen umfasste einstmals ganz Europa, doch wurde der Bestand im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts so stark dezimiert, dass er zu dieser Zeit als annähernd ausgerottet galt.

Auch heute noch wird der Fischadler, der kaum natürliche Feinde hat, allgemein als gefährdet eingestuft. In Deutschland ist der Fischadler gefährdet (Rote Liste 3), in Bayern stark gefährdet (Rote Liste 2). Vor allem die Zerstörung seines natürlichen Lebensraumes setzt ihm stark zu. 

Wo der Fischadler unter Schutz gestellt wird, erholen sich die Bestände bzw. nehmen, wie man das an den Beispielen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern beobachten kann, wieder zu.

Heute geht man in ganz Europa von ca. 8000 Brutpaaren aus.

 

Übrigens

Der Fischadler ist auf der Fahne des afrikanischen Staates Sambia abgebildet.

Seinen täglichen Nahrungsbedarf von ca. 500 g stillt ein adulter (erwachsener) Fischadler, indem er zumeist kranke oder ältere Fische bejagt. Sein hohes Maß an Schädlichkeit auf die Fischzucht darf somit wohl angezweifelt werden.

 

Quellen

Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.

www.wikipedia.de

www.das-tierlexikon.de

www.natur-lexikon.com

www.tierenzyklopaedie.de

 

 

 

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