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Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer (Charadrius dubius)

Der Flussregenpfeifer ist ein einheimischer Watvogel, dessen Bestand vielerorts abgenommen hat. Flussregenpfeifer brüten fast überall in Europa außer auf Island, in Irland und Teilen Nordeuropas. Den Winter verbringen die Zugvögel im tropischen Afrika.

Lebensraum
Flussregenpfeifer leben an Stränden und auf Sand- und Kiesinseln in langsam fließenden Gewässern. Ebenso besiedeln sie einsame Salzmarschen in Küstennähe. In Bergregionen kommen sie dagegen nicht vor. Sie bleiben stets in Wassernähe und sitzen meist am Boden zwischen den Steinen. Hier erkennt man sie nur sehr schlecht und sieht sie häufig erst, wenn sie sich bewegen.

Merkmale
Körperlänge: 14 - 15 cm, (Spatzengröße)
Gewicht: 30 - 50 g
Nahrung: Insekten, Spinnen, Würmer
Gelege: 4 Eier (April - Juni)
läuft mit schnellen Schritten, stoppt dann jäh ab
häufigster Ruf: laut flötendes "Ti-u"
kennzeichnend: der gelbe Augenring und der dunkle Schnabel mit wenig rosa Anteilen

Brut
Die Balz der Flussregenpfeifer beginnt früh bei Eintreffen am Brutplatz (Ende März/April). Das Männchen umkreist in fledermausartigem Singflug sein Revier. Dabei ruft es rau "griägriägriä". Von den mehreren im Kies gedrehten Nestmulden sucht das Weibchen eines aus. Zwischen April und Mai werden vier gut getarnte, recht große Eier gelegt. Die Eier werden direkt auf den kiesigen Untergrund gelegt. Männchen und Weibchen brüten abwechselnd 22-28 Tage lang. Interessant ist hierbei das Ritual der Brutablösung: Der brütende Vogel erhebt sich von den Eiern, fächert den Schwanz und spreizt die Flügel ab, unter denen der Partner dann aufs Nest schlüpft.

Flussregenpfeifer sind Nestflüchter
Die Küken nehmen vom ersten Tag an selbständig Nahrung auf und werden von den Eltern lediglich geführt, bewacht und bei Regen, Kälte oder großer Hitze gehudert (d.h. unter die Fittiche genommen). Räuber und Feinde werden mit geschickten Manövern fortgelockt, z.B. werden verletzte Flügel vorgetäuscht. Mit 3-4 Wochen sind die kleinen Flussregenpfeifer flugfähig und verlassen schon bald ihren Geburtsort.

Nachgelege/Zweitbrut
Bei starken Störungen während der Brutzeit brechen sie diese zum Teil ab und verlassen das Brutgebiet vorzeitig. Störungen dieser Art resultieren zum Beispiel leider aus intensivem Freizeitbetrieb. Werden Nest und Eier zertreten, ausgeraubt oder weggeschwemmt kann zu einem frühen Zeitpunkt im Jahr noch ein Nachgelege erfolgen. Ist die erste Brut im Jahr früh geglückt ist, kann eine Zweitbrut folgen. Dann führt das Männchen die Küken der ersten Brut allein, während das Weibchen das neue Gelege bebrütet.

Flussregenpfeifer

Wissenswertes
Der Flussregenpfeifer ist heute sehr stark von so genannten Sekundärlebensräumen abhängig, die entweder einer starken Nutzung unterliegen oder nur vorübergehender Natur sind (z.B. durch Verbuschung oder durch Bebauung von Ödflächen verloren gehen). Allein durch den Erhalt naturnaher, dynamischer Flusssysteme kann sein Bestand langfristig gesichert werden.

Helfen Sie uns, den Lebensraum des Flussregenpfeifers und vieler anderer Tierarten zu schützen, indem Sie unsere Schutzbemühungen für naturnahe Fließgewässer wie die hoch bedrohte freifließende Donau zwischen Straubing und Vilshofen, die Isar, den Lech, die Ammer unterstützen.

 

Helfen Sie der Natur