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Gelbbauchunke

Die Gelbbauchunke (Bombina variegata)

Klasse: Amphibien/ Lurche (Amphibia)

Unterklasse: Lissamphibia

Überordnung: Salientia

Ordnung: Froschlurche (Anura)

Unterordnung: Urtümliche Froschlurche (Archaeobatrachia)

Familie: Unken und Barbourfrösche (Bombinatoridae)

Gattung: Unken (Bombina)

 

Körperbau

Larven: Die grauen Kaulquappen der Gelbbauchunke werden bis zu 55 mm lang. Ihr Flossensaum reicht höchstens bis zur Rumpfmitte.

Adulte: Die erwachsenen Tiere werden 35 bis 55 mm groß. Ihre Pupillen sind herzförmig, sie besitzen keine Schallblase. Die Oberseite dieser Unken ist graubraun und mit zahlreichen Warzen besetzt. Auffällig gefärbt ist ihre Unterseite, inklusive der Innenseiten der Gliedmaßen und der Finger und Zehen. Sie sind intensiv hellgelb bis orange mit grauen bis schwarzblauen Flecken - eine Warntracht zur Abschreckung von Fraßfeinden.

 

Verbreitung und Lebensraum

Heimisch sind die Gelbbauchunken im mittleren und südlichen Teil Deutschlands, von Frankreich über Belgien, die Südspitze der Niederlande, die Schweiz, Österreich, Ungarn, durch Tschechien und die Slowakei, über das südliche Polen bis in die Ukrainischen Karpaten und von dort nach Süden bis nach Griechenland. Auf der Iberischen Halbinsel fehlt die Art, auch auf den Balearen, auf Korsika, Sardinien und Kreta sowie in Dänemark und Skandinavien. Gelbbauchunken sind Bewohner des Berg- und Hügellandes.

Die Art ist eng an ihren Lebensraum, das Wasser, gebunden. Sie ist eine sogenannte Pionierart, d.h. bei geeigneter Qualität eines neu entstandenen Lebensraumes können sie zu dessen Erstbesiedlern gehören. Dies kommt unter anderem dadurch, dass ihre Jungtiere eine hohe Mobilität besitzen.

Zu beliebten Biotopen gehören temporäre Kleingewässer in Bach- und Flussauen. Aber auch Kleinstgewässer wie wassergefüllte Fahrspuren oder Pfützen werden besiedelt. Man findet diese Unken auch in Steinbrüchen, Kiesgruben und auf Truppenübungsplätzen.

Überwinterungsquartiere suchen sie sich an Land (im Boden, gern unter Wurzeln und Steinen), aber auch im Bodenschlamm des Wohngewässers.

Gelbbauchunken ernähren sich von wirbellosen Tieren. So zählen Würmer, Insekten, Nacktschnecken, Spinnen und sonstige Kleintiere, die ins Wasser fallen sind, zu ihrer Nahrung.

 

Verhalten

Rufe: Da die Gelbbauchunken keine Schallblasen besitzen, sind ihre Rufe leiser im Vergleich zu denen der Rotbauchunke. Man hört sie sowohl am Tage als auch in der Nacht. Unterschieden werden bei den Männchen Paarungsrufe von Imponier- und Befreiungsrufen.

Abwehr: Der Bedrohung durch Fraßfeinde im Wasser entfliehen die Tiere, indem sie sich blitzschnell auf den Gewässergrund flüchten. Dort wühlen sie sich kurzfristig in den Boden ein. Das aufgewirbelte Bodensubstrat bietet ihnen zusätzlich Schutz.

Werden die Unken z.B. durch Vögel am Land überrascht, machen sie in Bauchlage ein Hohlkreuz, so dass die gelbe Färbung ihrer Unterseite sichtbar wird. Mit dieser Warntracht versuchen sie ihre Fraßfeinde abzuschrecken. Zusätzlich werden diese vor dem Gift gewarnt, welches die Unken bei Bedrohung absondern. Bei Menschen wirkt dieses Gift zwar Schleimhaut reizend, ist jedoch nicht gefährlich.

 

Fortpflanzung

Paarungszeit der Gelbbauchunken ist von April bis Juli. Dabei umfasst das Männchen das Weibchen mit den Hinterbeinen. In Klumpen von bis zu 30 Eiern wird der Laich dann an überstaute Landpflanzen oder an Pflanzenteile die bis ins Wasser reichen geheftet. Ein einzelnes Ei misst nur 1,5 bis zwei Millimeter, die Gallerthülle fünf bis acht Millimeter. Die Entwicklung vom Ei, über die ans Wasser gebundene Kaulquappe bis hin zur kleinen Unke muss sich innerhalb weniger Wochen vollziehen, denn den Laichgewässern droht oft die Gefahr der Austrocknung.

 

Gefährdung

Die größte Bedrohung dieser Unken kommt durch den Verlust ihres Lebensraumes zustande. Besiedeln sie einen neu entstanden Lebensraum als Pionierart, wird dieser früher oder später der natürlichen Sukzession (zunehmende Besiedlung des Lebensraumes durch weitere Tier- und Pflanzenarten) unterliegen und damit für die Gelbbauchunken nicht mehr attraktiv sein. Die früher verbreitete Entstehung von neuen Kleingewässern ist heute aber stark eingeschränkt: in den Auen wird sie durch Flussbegradigungen und Ausdeichungen verhindert, pfützenreiche Feld- und Waldwege werden asphaltiert und auf den landwirtschaftlichen Flächen werden Tümpel zugeschoben, da sie stören.

Auch die Fragmentierung der Landschaft durch Strassen oder Ackerflächen ist ein Problem. Auf diese Weise werden Populationen von einander getrennt. Man spricht hier von Verinselung.

Die Art geht in Bayern in ihrem Bestand zurück (hier: Verbreitung in Bayern, LfU). 

In Deutschland und Bayern sind die Gelbbauchunken auf der Roten Liste der bedrohten Arten in der Kategorie 2 als „stark gefährdet“ eingeordnet. Nach der FFH-Richtlinie (Flora-Habitat-Richtlinie) gelten sie als „streng geschützt“, nach der Bundesartenschutz-Verordnung als „besonders geschützt“. Da die Gelbbauchunken im Anhang II der FFH-Richtlinie aufgeührt sind, sind für sie Natura 2000-Gebiete ausgewiesen worden.

 

Der Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) ist vielfältig aktiv für den Schutz der Art, indem er ihre ursprünglichen Lebensräume sichert und indem er geeignete neue Lebensräume schafft. Für nähere Informationen: BN-Amphibien-homepage. 

 

Quellen

Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.

www.wikipedia.de

www.natur-lexikon.com

www.amphibienschutz.de

www.erdkroete.de

 

 

 

 

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