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Goldene Acht, Weißklee-Gelbling

Goldene Acht (Colias hyale)

 

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie:
Weißlinge (Pieridae)
Unterfamilie:
Gelblinge (Coliadinae)
Gattung: Colias

Körperbau und Merkmale

Die Goldene Acht (Colias hyale) auch Weißklee-Gelbling oder Gemeiner Heufalter genannt, ist ein Schmetterling (Wanderfalter) aus der Familie der Weißlinge (Pieridae) in der Unterfamilie der Gelblinge. Der Name des goldgelben Falters rührt von zwei verbundenen Flecken auf der Flügelunterseite der Männchen her, die wie eine Acht aussehen.

 

Die Goldene Acht ist dem Hufeisenklee-Gelbling oder Südlichen Heufalter (Colias alfacariensis) sehr ähnlich. Es gibt zwar einige Unterscheidungsmerkmale, diese sind aber nicht sicher, da beide Arten stark variieren. Das Weibchen kann zudem mit dem weißen Weibchen des Postillons (Colias crocea) verwechselt werden. Dieses hat jedoch eine mehr grünliche Unterseite und eine viel stärker dunkel gezeichnete Hinterflügel-Oberseite. Ebenso ist der in den Alpen verbreitete Alpengelbling (Colias phicomone) oberseits kräftig grau überstäubt. Der Hochmoorgelbling (Colias palaeno) schließlich unterscheidet sich durch die fehlenden hellen Punkte in der dunklen Randbinde.

Die Raupen der Goldenen Acht unterscheiden sich nach der zweiten Häutung deutlich von den Raupen des Hufeisenklee-Gelblings. Beide Raupen sind grün, jedoch hat die Raupe des Hufeisenklee-Gelblings vier auffällige gelbe Linien mit schwarzen Punkten während die Raupe der Golden Acht nur zwei dünne, grün-gelbe Seitenlinien mit orange-braunen Strichen besitzt. Die Raupe der Goldenen Acht ist jedoch kaum von der Raupe des Postillons zu unterscheiden.

 

Verbreitung und Lebensraum

Die Goldene Acht ist ein Schmetterling mittlerer Breiten. Sie ist von den Pyrenäen bis Nord-China verbreitet, meidet heiße und trockene Gebiete ebenso wie ausgesprochen kalte. Daher fehlt sie im Mittelmeerraum und in Südasien und tritt in England und Skandinavien nur im Süden als gelegentlicher Zuwanderer auf. Auch in Nordwestdeutschland und den Niederlanden ist sie nicht jedes Jahr anzutreffen.

Die Goldene Acht fliegt in der gesamten genutzten und ungenutzten Kulturlandschaft über offenem Gelände, besonders über Wiesen mit Klee und Luzerne, über Streuobstwiesen, Feuchtwiesen und Mager- und Trockenrasen. Für die Eiablage werden Wiesen und Weiden, Brachen, Ruderalgelände und Magerrasen (besonders Wacholderheide) bevorzugt. In Wäldern wird man sie jedoch kaum je antreffen, da sie ein reiner Offenlandbewohner ist. Im Gebirge steigt sie bis etwa 1800 m ü. NN.

Als Binnenwanderer wandert die Goldene Acht zwar hauptsächlich innerhalb ihres Verbreitungsgebietes. Darüber hinaus kann sie aber auch in Gebiete vordringen, in denen sie nicht dauerhaft heimisch ist. Dabei ist das Wanderverhalten bei dieser Art sehr stark ausgeprägt. Einzelne Falter sind ständig auf der Suche nach einem neuen Lebensraum. So erreicht die Art auch fast alljährlich Nordwestdeutschland, wo sie wahrscheinlich nicht dauerhaft heimisch ist.

 

Entwicklung/Fortpflanzung/Lebensweise

Die junge Raupe der Goldenen Acht überwintert. Die Art bildet von April/Mai bis September/Oktober drei bis vier Generationen aus. Die erste Generation ist kommt eher selten vor. Sie kann aber im Gebirge, wo die Raupe unter einer dicken Schneedecke überwintern kann, auch häufig sein. In nicht verschneiten Lagen sind die Raupen tagsüber der intensiven Sonneneinstrahlung und nachts dem Frost zu stark ausgesetzt, da die Weibchen die Eier im Herbst ausnahmslos an vollsonnigen Stellen ablegen.

Im Hochsommer und Herbst kann die Art auf blütenreichen Wiesen überall sehr häufig werden. In manchen, speziell wärmeren Gebieten fehlt sie oft jahrelang, um dann nach Zuwanderung plötzlich wieder zahlreich aufzutreten. Manchmal ist sie im nächsten Jahr dann aber auch schon wieder verschwunden.

 

Nahrung

Die Raupe der Goldenen Acht lebt an Luzerne, Kronwicke, verschiedenen Kleearten (Rotklee, Weißklee, Steinklee, Hufeisenklee, Hopfenklee, Gewöhnlicher Hornklee) und an verschiedenen Wickenarten (Rauhaarige Wicke, Viersamige Wicke, Vogel-Wicke), an denen das Weibchen auch die Eier ablegt. Die Falter fliegen im Sommer violette und im Herbst gelbe Blüten an (unter anderem Luzerne, Bach-Kratzdistel, Wiesen-Flockenblume, Acker-Witwenblume, Dost, Doldiges Habichtskraut, Natterkopf).

 

Gefährdung/Bestand in Europa

Die Goldene Acht ist in Deutschland und in Bayern nicht bedroht. In einzelnen anderen Bundesländern sind die Bestände jedoch so weit zurück gegangen, dass der Falter dort als gefährdet eingestuft wird.

 

Quellen

www.science4you.org/platform/monitoring/species/

Steinbachs Naturführer „Schmetterlinge“, Mosaik-Verlag 2001

http://de.wikipedia.org/

 

 

 

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