Grüne Keiljungfer (oder Grüne Flussjungfer) (Ophiogomphus cecilia)

Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Familie: Flussjungfern (Gomphidae)
Gattung: Ophiogomphus
Art: Grüne Keiljungfer
Merkmale
Die kräftig gebaute Libellenart besitzt eine Flügelspanne von 6,5 bis 7,5 cm und eine Körperlänge von etwa 5 cm. Ihre Brust ist lindgrün gefärbt, wodurch sie sich leicht von anderen Flussjungfern unterscheiden lässt. Der Hinterleib trägt, wie bei den anderen Arten der Gattung auch, eine typische gelb-schwarze Zeichnung.
Verbreitung
Das Hauptverbreitungsgebiet der Grünen Flussjungfer liegt in Osteuropa. Im Osten erreicht es Kasachstan, im Westen endet das Areal in Rheinnähe. Die nördliche Verbreitungsgrenze verläuft durch das südliche Skandinavien, im Süden durch die Balkanhalbinsel und Nordgriechenland bis zum Kaukasus. Kleine Einzelvorkommen findet man noch in der Po-Ebene, an der Loire und in Südfrankreich. Meist sind die Tiere nur in Höhenlagen von bis zu 500 m zu finden.
Lebensraum
In erster Linie besiedeln die Libellen Fließgewässer des Tieflandes und der Ebene. Der ideale Habitattyp ist meist ein kleinerer, beschatteter Waldbach mit sandigem Grund und sauberem Wasser. Selbst in grundwasserbeeinflussten Stillgewässern können sich die Larven entwickeln. Diese leben in unterschiedlichen, auch gröberen Sedimenten, jedoch meiden sie schlammige Bereiche.
Fortpflanzung
Die Grünen Flussjungfern fliegen von Ende Mai bis Anfang Oktober. Ihre Paarung beginnt mit einem Paarungsrad und dauert etwa fünf bis zehn Minuten. Die Weibchen fliegen im Anschluss daran zum Gewässer, um dort sitzend mit erhobenem Hinterleib einen etwa erbsengroßen Eiklumpen auszupressen. Mit Wippbewegungen streifen sie diesen dann im Flug auf der Wasseroberfläche nach und nach ab.
Nach drei bis vier Wochen schlüpfen aus den Eiern Larven. Bei kalter Witterung können die Eier auch überwintern. Die Larven sind nachtaktiv und leben in gröberem Sediment wie Sand und Grobsand. Als Ansitzjäger lauern sie dort vergraben ihrer Beute auf. Sie können aber auch aktiv jagen. Die Entwicklung der Larven dauert drei bis vier Jahre. Danach verlassen die jungen Imagines das Gewässer und verteilen sich während einer etwa dreiwöchigen Reifungsperiode mehrere Kilometer vom Entwicklungsgewässer entfernt im Umland. Erst als geschlechtsreife Tiere sind sie wieder am Gewässer zu finden. Meist sind es nur die Männchen, die an kleineren Fließgewässern nach Weibchen Ausschau halten oder an größeren Flüssen in langsamem Flug über das Wasser patrouillieren. Die Weibchen kommen nur zur Paarung und zur Eiablage ans Gewässer
Bedrohung
Die Grüne Flussjungfer ist stark auf naturnahe und nur wenig mit Schadstoffen belastete Fließgewässer angewiesen. Aus diesem Grund sind die Tiere nach 1950 aus weiten Teilen Mitteleuropas verschwunden. Neben Schad- und Nährstoffeinleitungen sind wasserbauliche Maßnahmen wie Begradigung, Uferbefestigung sowie Ausbaggerungen von Sediment zur verbesserten Schiffbarkeit die Hauptgefährdungsfaktoren.
Die Grüne Flussjungfer steht auf der Roten Liste und gilt in Deutschland und in Bayern als "stark gefährdet" (Kategorie 2), zudem ist sie eine Art der FFH-Richtlinie (Anhang II). D.h. für sie sind europäische Schutzgebiete eingerichtet worden (Natura 2000).
In den letzten Jahren ist in Deutschland eine geringe Erholung des Bestandes zu verzeichnen, sicher ein Ergebnis der verbesserten Wasserqualität.
Quellen
Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.
www.wikipedia.de
www.insektenbox.de