Die Vernetzung von Lebensräumen durch Grüne Korridore sichert nicht nur das Überleben der Wildkatze, sondern auch das des Hirschkäfers
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Der Hirschkäfer (Lucanus cervus)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Familienreihe: Lamellicornia
Familie: Schröter (Lucanidae)
Gattung: Lucanus
Körperbau und Merkmale
Besonders auffällig an dem Erscheinungsbild des Hirschkäfers ist sein namensgebendes „Geweih“. Es ist nur bei den männlichen Tieren ausgebildet und wird durch die extrem vergrößerten Oberkiefer (Mandibeln) gebildet. Sie sind nicht mehr für die Nahrungsaufnahme geeignet.
Mit seinen 25-75 mm sind die Hirschkäfer die größten Europas. Die Weibchen allerdings sind mit maximal 40 mm Körperlänge deutlich kleiner als die Männchen.
Die Flügeldecken sind dunkel rot-braun gefärbt. Der Kopf und das Halsschild sind schwarz.
Die Fühler sind am Ende blättrig verbreitert.
Verbreitung und Lebensraum
Der Hirschkäfer ist in Süd- und Zentraleuropa sowie Klein- und Vorderasien verbreitet. Er gilt als besonders ortstreu. Trotz seiner Flugfähigkeit hat er nur eine geringe Tendenz zur Ausbreitung.
Hirschkäfer bevorzugen Eichen- und Eichenmischwälder sowie Buchenwälder. Essentiell ist ein entsprechend hoher Anteil an Totholz bzw. absterbenden Althölzern, da diese wichtig für die Entwicklung des Käfers sind. Zu den sekundären Lebensräumen zählen auch Gärten, Parkanlagen und Obstplantagen.
Fortpflanzung und Entwicklung
Die Paarungszeit der Hirschkäfer liegt zwischen Mai und August. In Dieser Zeit sind häufig Zweikämpfe zwischen den Hirschkäfermännchen zu beobachten. Bei diesen Auseinandersetzungen handelt es sich um sogenannte „Kommentkämpfe“, bei denen es ausschließlich darum geht, den Stärkeren zu ermitteln, der dann Zugang zu Futterquellen und den Weibchen erhält. Bei diesen Kämpfen kommen die auffällig ausgebildeten Mandibeln (Mundwerkzeuge) der Hirschkäfermännchen zum Einsatz. In aufgerichteter Position gehen die beiden Rivalen mit gespreizten Mandibeln auf einander los und versuchen sich gegenseitig zu packen und durch heftige Kopfbewegungen vom Baum zu werfen. Zu Verletzungen oder gar zum Tod kommt es dennoch nur sehr selten. Der Schwächere räumt gewöhnlich freiwillig das Feld.
Nach der Paarung legt das Weibchen ca. 20 Eier bis zu 75 Zentimeter tief in den Boden an die Wurzeln von toten oder kranken Bäumen.
Die vollständige Entwicklung der Larve des Hirschkäfers bis hin zur Verpuppung dauert drei bis fünf, seltener bis zu acht Jahre. In dieser Zeit lebt sie in durch Pilzbefall geschädigtem Totholz, vor allem von Eichen, seltener auch von anderen Laubbäumen wie Linden, Buchen oder Weiden. In dieser Zeit kann sie bis zu zehn cm lang werden. Die Verpuppung findet im Erdboden, in einer bis zu faustgroßen Höhlung, statt.
Das Schlüpfen der Hirschkäfer fällt in den Herbst, sie verbleiben aber bis zum darauffolgenden Frühling im Boden. Die Lebenserwartung der erwachsenen Käfer beträgt nur drei bis acht Wochen.
Lebensweise
Die Hirschkäfer sind dämmerungs- und nachtaktiv.
Durch die Ausprägung der Mundwerkzeuge der Männchen zu dem namengebenden „Geweih“, können sie diese nicht mehr zur Nahrungsaufnahme (Beißen und Kauen) verwenden. Sie ernähren sich lediglich durch das aufsaugen und –lecken von Pflanzensäften. Nur die Weibchen können ihre Kiefer dazu verwenden, Wunden an Baumstämmen, vor allem Eichen, zu vergrößern und so den Saftfluss zu verstärken. So helfen sie auch den Männchen an Nahrung zu gelangen.
Nahrung
Die Larven des Hirschkäfers ernähren sich von moderndem Eichenholz, seltener auch von Buchen, Weiden und anderen Laubbäumen.
Die Käfer hingegen bevorzugen Baumsäfte.
Gefährdung und Bestand in Europa
Der Bestand des Hirschkäfers hat durch die drastische Verminderung seines Lebensraumes in Mittel- und Südeuropa stark abgenommen.
Ihm setzen nicht nur die weitgreifende forstwirtschaftliche Nutzung der Laubwälder, sondern auch Aufräummaßnahmen, bei denen Wälder von Totholz befreit werden, zu.
Auch neue Straßen gefährden den Hirschkäfer, der gerne im Tiefflug fliegt und ein leichtes Opfer des Autoverkehrs wird.
In der Roten Liste Deutschlands und Bayerns ist der Hirschkäfer als „stark gefährdet“ (Kategorie 2) eingestuft. Nach der Bundesartenschutzverordnung gehört er zu den geschützten Käferarten. Nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) gehört er zu den Arten des Anhangs II, für die europäische Schutzgebiete (Natura 2000) ausgewiesen wurden.
Quellen
Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.
www.wikipedia.de