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Die Hohltaube

Hohltaube (Columba oenas)

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
Familie: Tauben (Columbidae)
Gattung: Feldtauben (Columba)

 

Körperbau und Merkmale

Schon der Name  der Hohltaube weist auf ihre bevorzugten Brutplätze hin. Sie nistet als einzige der vier in Mitteleuropa heimischen Taubenarten in hohlen Bäumen.

Sie hat eine Körperlänge von 28-32 cm, die Flügelspannweite beträgt 60-66 cm. Das Gefieder der Hohltaube ist vorwiegend blau-grau. Die Seiten des Halses sind schimmernd grün, der Hals und die Brust orange. An den Flügeln finden sich zwei schwarze Binden. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt.

 

Verbreitung und Lebensraum

Von Februar bis November ist die Hohltaube über nahezu ganz Europa verbreitet. Einzige Ausnahmen bilden Island und Nordskandinavien. Grundsätzlich sind Hohltauben Zugvögel. Sie überwintern hauptsächlich im Mittelmeerraum. Nur einige mitteleuropäische Populationen, die in milden Gegenden leben, sind Standvögel.

Hohltauben brüten in Laub-, Misch und Kiefernwäldern mit altem Baumbestand. Sie besiedeln besonders Schwarzspechthöhlen. In Städten sind sie dagegen seltener zu sehen.

 

Fortpflanzung und Lebensweise

Die Brutzeit findet zwischen März und September statt. Pro Saison gibt es zwei bis drei Bruten. Die Weibchen legen jeweils zwei Eier, die von beiden Eltern 16-18 Tage bebrütet werden. Auch das 20-30-tägige Füttern der Küken übernehmen beide Partner. Sobald eine Brut die Höhle verlassen hat, legt das Weibchen erneut Eier in zumeist dem gleichen Nest. Seltener sind sogenannte Schachtelbruten, bei der die weibliche Hohltaube noch vor dem Flüggewerden der einen Brut in einer anderen Höhle erneut Eier legt. Mindestens eine Brutsaison, teilweise auch das ganze Leben, bleiben die Hohltauben-Partner zusammen.

Die Hohltaube ist aufgrund der Größe auf von Schwarzspechten gebaute Bruthöhlen angewiesen. Um diese Höhlen konkurriert sie mit Kleibern, Waldkäuzchen und anderen Vögeln. Nur stellenweise weicht sie auf Fels- oder Gebäudenischen aus.

Gelegentlich geben auch schon Jungvögel im Alter von acht bis neun Wochen Revierrufe von sich. Spätestens zum Ende ihres ersten Winters werden sie jedoch geschlechtsreif.

 

Nahrung

Die Hohltaube sucht ihre Nahrung auf Waldlichtungen, Äckern und anderen Grünflächen. Sie besteht aus Beeren, Sämereien und Nüssen. Die Nahrung für ihren Nachwuchs speichert die Hohltaube in ihrem Kropf. Sie besteht zusätzlich aus der selbst produzierten Kropfmilch.

 

Gefährdung und Bestand in Europa

Basierend auf Bestandszahlen von BirdLife Europe stuft die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) den Bestand als stabil und die Taube als "ungefährdet" (least concern) ein.

Die größte Gefährdung der Hohltaube geht von dem Verschwinden der Ackerwildkräuter, die als Nahrungsquelle dienen und dem Rückgang der Altholzbestände, die als Nistmöglichkeiten genutzt werden, aus.

Erst seit den 1980er Jahren vergrößert sich der Hohltaubenbestand zunehmend in Deutschland, so dass sie in einigen Gebieten einen recht hohen Bruterfolg aufweist.

 

Wissenswertes

Die größte Gefahr für das Gelege und die Jungvögel geht von der Elster, der Rabenkrähe und dem Eichelhäher aus. In den Bruthöhlen sind die Gelege jedoch geschützt.

 

Hohltauben bauen in ihren Bruthöhlen ein echtes Nest. Dies nimmt man als Indiz, dass auch die Hohltaube, wie die anderen heimischen Arten, ursprünglich ein Freibrüter war.

 

Quellen

Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.

Die Kosmos Vogelenzyklopädie, 2003, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG

www.wikipedia.de

www.natur-lexikon.com

 

 

 

 

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