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Der Hummelschwärmer

Der Hummelschwärmer (Hemaris fuciformis)

 

Klasse: Insekten

Ordnung: Schmetterlinge
Familie: Schwärmer (Sphingidae)
Unterfamilie: Macroglossinae
Gattung: Hemaris

 

Körperbau und Merkmale

Der Hummelschwärmer erreicht eine Spannweite von 40-47 mm. Er ist relativ klein und dick mit dichtpelzig gelb, rot und braun behaartem Körper und nur am Rand rotbraun beschuppten Flügeln. Seine Gestalt erinnert stark an eine Hummel. Die Raupe ist grün mit braunem Bauch, oft mit roten Ringen um die Atemöffnungen.

 

Verbreitung und Lebensraum

Der Hummelschwärmer liebt Waldränder, Blumenwiesen, Trockenrasen, aber auch Parkanlagen und gelegentlich Gärten. Er kommt vom Süden Großbritanniens über Zentraleuropa ostwärts bis Zentral- und Ostasien vor. Im Norden Europas leben Hummelschwärmer vor allem an sonnigen Lichtungen und Waldrändern und in lichten Wäldern mit Heckenkirschen-Bewuchs. Weiter südlich bevorzugen sie sandiges und kalkhaltiges Hügelland mit Bewuchs von Koniferen und buschigen Heckenkirschen, wo sie häufig in großer Individuenzahl vorkommen. Die Falter kamen früher auch häufig im Umkreis dieser Gebiete vor, sind mittlerweile aber aufgrund von forstwirtschaftlichen Eingriffen stark dezimiert worden. Die Art meidet offene Wiesen und fliegt bevorzugt entlang von Waldrändern oder Flussläufen, in der Türkei und auf der Krimhalbinsel werden aber auch häufig Wiesen und Gärten besiedelt. In Nordafrika werden vor allem feuchte Bergwälder und Buschland mit Eichen- und Heckenkirschenbewuchs bewohnt.

 

Entwicklung/Fortpflanzung/Lebensweise

Der Hummelschwärmer gehört zu den vier ausschließlich tagaktiven Schwärmerarten, die in Europa vorkommen. Durch seine Ähnlichkeit mit einer Hummel scheint er einen gewissen Schutz vor Feinden zu genießen. Beim Blütenbesuch setzt er sich aber nicht wie eine Hummel ab, sondern saugt den Nektar nach Schwärmerart im Schwirrflug, ähnlich einem Kolibri.

Während der Nektarsuche finden sich Pärchen um die Balz und Paarung zu vollziehen. Nach dieser begibt sich das Weibchen auf die Suche nach geeigneten Eiablageplätzen. Die Raupe entwickelt sich meist an der Roten Heckenkirsche. Die Weibchen legen die kugeligen, hellgrünen Eier bevorzugt an den untersten Zweigen dieser Pflanze ab, wo sie verhältnismäßig leicht zu sehen sind. Sehr viel schwieriger ist es, die durch ihre Färbung hervorragend getarnte Raupe zu entdecken. Sie verpuppt sich am Boden in der Moosschicht. Überwinterungsstadium ist die Puppe, doch ergeben einzelne Puppen bereits im Hochsommer Falter einer partiellen 2. Generation. Im Norden Europas fliegen die Falter in der Hauptgeneration von Ende Mai bis Mitte Juni, die in ihrer Entwicklung unvollständige zweite Generation fliegt im August.

 

Nahrung

Bevorzugte Nektarpflanzen sind Rhododendron (Rhododendron), Leimkräuter (Silene), Günsel (Ajuga), Pechnelken (Lychnis) und Lungenkräuter (Pulmonaria), sie saugen gelegentlich in Gärten aber auch an Phlox (Phlox) und Flieder (Syringa). 

Die Raupen ernähren sich vor allem von Heckenkirschen (Lonicera). Im nördlichen Europa wird Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum) bevorzugt, in den mittleren und südlichen Teilen des Verbreitungsgebietes ernähren sich die Raupen hauptsächlich von buschigen Arten wie Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigra) und Tataren-Heckenkirsche (Lonicera tatarica). Darüber hinaus werden gelegentlich auch Schneebeeren (Symphoricarpos), Labkräuter (Galium), Deutzien (Deutzia) und Witwenblumen (Knautia) gefressen.

 

Gefährdung/Bestand in Europa

Die Art wird in Deutschland in der Roten Liste gefährdeter Arten als „gefährdet“ (Kategorie 3) eingestuft. Sie ist damit weniger stark gefährdet als der nahe verwandte Skabiosenschwärmer, regional nimmt der Hummelschwärmer sogar zu, etwa in Baden-Württemberg, wo er nur auf der Vorwarnliste steht (Kategorie V). In Bayern ist der Hummelschwärmer nicht gefährdet. Trotzdem gibt es einige Regionen, in denen die Bestandszahlen stark rückläufig sind, wie etwa an den Hochwasserdämmen entlang des Rheins und seiner Zuflüsse, da dort durch Mahd und Flurbereinigungen zu wenige Nektarpflanzen vorhanden sind. 

Die Gefährdung des Hummelschwärmers ist auch deswegen nicht so gravierend, weil Heckenkirschen als Raupennahrungspflanzen des Hummelschwärmers noch in ausreichender Anzahl vorhanden sind; umso wichtiger ist es, diese Pflanzen an wichtigen Standorten, wie etwa an sonnenbeschienenen Säumen, zu schützen und etwa bei der Pflege von Trockenhängen zu berücksichtigen. Dies kommt auch anderen gefährdeten Schmetterlingsarten, wie etwa dem Blauschwarzen Eisvogel (Limenitis reducta) zu Gute.

 

Quellen

http://de.wikipedia.org/

Steinbachs Naturführer „Schmetterlinge“, Mosaik-Verlag 2001

 

 

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