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Die Kamelhalsfliege

Kamelhalsfliege (Raphidia sp.)

 

Klasse: Insekten (Insecta)

Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)

Überordnung: Neuflügler (Neoptera)

Zwischentaxon: Netzflüglerartige (Neuropterida)

Ordnung: Kamelhalsfliegen

 

Insgesamt sind über 200 Arten der Kamelhalsfliegen bekannt, teilweise sind diese aber sehr schwer zu unterscheiden.

 

Körperbau

Die ausgewachsenen Kamelhalsfliegen (Imagines) erreichen eine Körperlänge von 8 bis 15 mm. Ihr Körper ist dunkel, meist schwarzblau schillernd. Der lange schmale Kopf mit den zwei Fühlern trägt weit vorn liegende Komplexaugen.

Auffällig und Namen gebend ist der halsartig verlängerte und gut bewegliche Vorderbrust. Diese wird meist weit nach oben aufgerichtet getragen.

Die Flügel sind glasartig und stark geädert. Dachartig stehen sie über den Rücken. An Kopf und Rumpf mancher Arten sind gelbe, braune oder weißliche Flecken zu entdecken.

Die Weibchen tragen eine auffällige, gut bewegliche Legeröhre, die fast so lang ist wie ihr Hinterleib.

 

Die Larven sind lang gestreckt und abgeflacht.

 

Verbreitung und Vorkommen

Alle bekannten Arten der Kamelhalsfliege leben auf der Nordhemisphäre. Im mittleren Europa sind 16 Arten bekannt. Bevorzugt werden Kiefern-, Misch- und Auwälder. Oft sieht man die Tiere auf Lichtungen und an Waldrändern, aber auch in Gärten.

 

Lebensweise

Unterschieden werden muss auch hier zwischen den Larven und den Imagines.

Der Lebensabschnitt als Larven dauert meist 2 bis 3 Jahre. Während dieser Zeit leben die Tiere unter der Rinde von Eichen, Erlen, Kiefern und Obstbäumen. Gelegentlich findet man sie auch am Boden unter Sträuchern. Vor ihrem letzten Winter nisten sich die Larven in einem Hohlraum unter Rinde oder am Boden ein. Dort verpuppen sie sich im folgenden Frühjahr. Nach einer Ruhezeit werden die Puppen mobil und suchen an Baumstämmen etc. einen Häutungsplatz. Dort schlüpfen die Imagines. Diese sind tagaktiv und finden ihren Lebensraum auf Bäumen und Sträuchern.

 

Ernährung

Die Larven der Kamelhalsfliege leben räuberisch. Die schnellen Läufer begeben sich auf die Jagd nach Insekten wie Borken- und Bockkäfern.

Die erwachsenen Tiere ernähren sich ebenfalls von Insekten, sie bevorzugen Blatt- und Schildläusen. Mit einem blitzartigen Vorschnellen des Kopfes ergreifen sie ihre Beute mit den Mandibeln (Mundwerkzeugen).

 

Fortpflanzung

Männchen und Weibchen finden über weitere Distanzen wahrscheinlich über Duftstoffe (Pheromone) zu einander, über kleinere Distanzen optisch. Das Weibchen signalisiert Paarungsbereitschaft durch leichtes Abspreizen der Flügel und Anheben des Hinterleibs. Das Männchen schiebt seinen Hinterleib zur Begattung unter den des Weibchens und beide verhaken sich. Nach der Befruchtung legen die Weibchen mit ihrem langen Legebohrer die Eier in Rindenritzen. Aus ihnen schlüpfen dann die Larven.

 

  

Quellen

Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.

TopGuideNatur: Insekten, 2002, BLV Verlagsgesellschaft mbH

www.wikipedia.de

 

 

 

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