Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Schillerfalter (Apaturinae)
Gattung: Apatura
Körperbau
Die männlichen Kleinen Schillerfalter präsentieren sich in einer intensiv blau schillernden Farbe (schillert er rot, handelt es sich um die Art Apatura clytie). Eine weiße Binde schmückt ihre Hinterflügel. Deutlich unscheinbarer sind die weiblichen Tiere, sie schillern nicht. Die Flügelspannweite reicht von 50 bis 60 mm.
Große Ähnlichkeit besteht mit dem Großen Schillerfalter. Allerdings ist bei dieser Art ein hell umrandeter, schwarzer Augenfleck nahe der Hinterkante des Vorderflügels kaum erkennbar, die Fühler haben keine gelbe Spitze.
Die Raupen sind grün gefärbt und tragen eine v-förmige gelbe Rückenzeichnung. Ihre Kopfhörner an der Spitze sind deutlich zweizipflig, die Unterseite meist dunkel gestreift. Die kuppelförmigen, längsgerippten Eier des Kleinen Schillerfalters sind ebenfalls grünlich.
Verbreitung und Lebensraum
Die Falter halten sich bevorzugt in Auwäldern der größeren Flusstäler auf, aber auch andere Waldgesellschaften und Forste des Hügel- und Berglandes werden bewohnt. Nur selten trifft man auf bodenständige Vorkommen außerhalb größerer Waldgebiete. In Norddeutschland fehlt die Art. Oft kommt er gemeinsam mit dem Großen Schillerfalter vor, die allerdings nicht so wärmebedürftig sind.
Entwicklung
Flugzeit der Falter ist von Mai bis in den August hinein. In dieser Zeit legen sie ihre Eier ab. Die Raupen findet man ab dem Spätsommer oft an warm und sonnig stehenden Sträuchern und Bäumen, die meist von der Nachmittagssonne beschienen werden. Sie überwintern nahe einer Knospe kurz vor einer Zweigspitze oder in einer Astgabel. Durch ihre dunkel rotbraune Farbe sind sie hervorragend an die Farbe von Pappelknospen angepasst. Erst im Mai des Folgejahres verpuppen sie sich, bevor der Zyklus dann wieder von vorne beginnt.
Nahrung
Die Eiablage erfolgt an der Blattoberseite der Fraßpflanzen. Die Raupen ernähren sich mit Vorliebe von Zitter-Pappeln, seltener von anderen Pappeln oder Sal-Weiden.
Blütenbesuche der Falter wurden bisher nicht beobachtet. Allerdings nehmen sie Mineralien an feuchten Bodenstellen, an Aas und an Exkrementen auf.
Gefährdung
Der Kleine Schillerfalter gilt nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) als „besonders geschützt“, auf der Roten Liste Deutschlands ist er in der Stufe 3 als „gefährdet“ eingestuft, in Bayern in der Kategorie "Vorwarnstufe".
Quellen
Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.
Ulmer Naturführer: Schmetterlinge – Die Tagfalter Deutschlands, 2005, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.
www.wikipedia.de
www.schmetterling-raupe.de