Landkärtchen (Araschnia levana)
Klasse: Insekten
Ordnung: Schmetterlinge
Familie: Edelfalter
Unterfamilie: Fleckenfalter
Gattung: Araschnia
Art: Landkärtchen
Körperbau und Merkmale
Das Landkärtchen ist der einzige heimische Tagfalter, der von Generation zu Generation seine Farbe wechselt: Im Frühjahr schlüpfen leuchtend gelb-braun gefärbte Schmetterlinge, die Sommergeneration hingegen hat die Grundfarbe schwarz mit weißen Bändern und gelblichen Flecken. Lange Zeit hielten selbst Experten die beiden Formen für zwei verschiedene Arten.
Welche der beiden Farbvarianten sich entwickelt und später aus den Puppen schlüpft, hängt hauptsächlich von der Länge der Tageshelligkeit ab: Wird die Raupe Ende Mai und Juni langen Tagen ausgesetzt, entwickelt sich ein Falter der Sommergeneration. Sind im Spätsommer die Tage kürzer, entstehen schwarze Falter. Die Zeichnung der Flügelunterseiten ist bei beiden Generationen gleich und ähnelt einer Landkarte, daher stammt der Name.
Die weiblichen Falter sind größer als die männlichen. Im Durchschnitt beträgt die Spannweite bei den Männchen 32 Millimeter bei der ersten bzw. 38 Millimeter bei der zweiten Generation; bei den Weibchen liegen die Spannweiten bei 38 bzw. 43 Millimeter.
Verbreitung und Lebensraum
Das Verbreitungsgebiet des Landkärtchens erstreckt sich von Spanien über Mittel- und Nordeuropa durch Mittelasien bis nach Korea und Japan. Seine Häufigkeit und Verbreitung schwankt stark über die Jahrzehnte.
Landkärtchen bevorzugen feuchte Hochstaudenfluren mit Brennnesseln, wie sie in lichten Wäldern, an Waldrändern und Übergangsmooren anzutreffen sind. Es müssen sowohl die Bedürfnisse der Raupen nach hoher Luftfeuchtigkeit und Schatten als auch die der Falter nach reichlich blühenden Stauden erfüllt sein. Der Falter lebt im Flach- und Hügelland der tiefen Lagen und steigt nur selten über 1000 Meter auf.
Entwicklung/Fortpflanzung/Lebensweise
Bereits ab Mitte April schlüpfen die ersten Landkärtchen und sind dann Nektar saugend zumeist an Waldrändern, in feuchten Wäldern, Auen und Parklandschaften oder auch Gärten auf Schlehen, Weißdorn oder Schneeball zu finden. Die Tiere der Sommergeneration sieht man ab August auf Bärenklau, Wiesenkerbel und Wilder Möhre.
Die Weibchen beider Generationen legen acht bis zehn grüne Eier in Form kleiner Eitürmchen an halbschattig stehende Brennnesseln. Aus den Eiern schlüpfen schwarzen Raupen, die zahlreiche dunkle Dornen tragen. Die Raupen der Landkärtchenfalter haben als einzige Brennnessel-Raupe zwei Dornen am Kopf und sind so leicht zu erkennen. Sie leben anfangs gesellig und verstreuen sich später, um sich zu verpuppen. Je nach Jahreszeit schlüpfen entweder nach zwei bis drei Wochen die Schmetterlinge der Sommergeneration, oder aber die Tiere überwintern als Puppe und schlüpfen erst im nächsten Jahr als Frühjahrsgeneration.
Nahrung
Die Raupen des Landkärtchens fressen bevorzugt Brennnesseln, aber auch Gewöhnlichen Klettenkerbel. Die ausgewachsenen Falter saugen den Nektar heimischer Blütenpflanzen.
Gefährdung/Bestand in Europa
Trotz eines zeitweisen Rückgangs in einzelnen Regionen Europas ist seit über 100 Jahren insgesamt eine Ausbreitung und Zunahme innerhalb der besiedelten Gebiete festzustellen. Landkärtchenfalter sind in Deutschland nicht gefährdet, aber gewöhnlich auch nicht sehr häufig.
Wer im eigenen Garten etwas für das Landkärtchen und anderen Falter tun möchte, sollte an halbschattigen Standorten die Brennnesseln stehen lassen. Daran können sich Raupen und Puppen ungestört entwickeln. Wichtig sind auch nahe gelegene Nektarpflanzen, da Landkärtchen keine weiten Strecken zurücklegen.
Weitere Infos/Übrigens/weiterführende Informationen/Wissenswertes
Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat - gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. - das Landkärtchen (Araschnia levana) zum Schmetterling des Jahres 2007 gekürt.
Quellen
http://www.bund-nrw-naturschutzstiftung.de/schmetterling2007.htm
http://de.wikipedia.org/