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Ordnung: Raubtiere (Carnivora)

Überfamilie: Katzenartige (Feliodea)

Familie: Katzen (Felidae)

Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)

Gattung: Luchse (Lynx)

Art: Europäischer Luchs

 

Der Luchs

Der Luchs ist die größte in Europa vorkommende Katze und gehört zusammen mit Wolf und Bär zu den großen europäischen Raubsäugern. Das charakteristischste Merkmal des Luchses sind wohl seine Pinselohren und sein auffälliger Backenbart. Dazu kommen der kurze Schwanz (15 - 20 Zentimeter) und sein eher quadratischer Körperbau. Die Männchen erreichen eine Schulterhöhe von 50 – 70 Zentimetern und ein durchschnittliches Gewicht von 20 bis 25 Kilogramm, die Weibchen sind etwas kleiner. Die Hinterbeine sind 20 Prozent länger als die Vorderbeine, was dem Luchs ein besseres Sprungvermögen beschert. Die großen Pranken des Luchses ermöglichen es ihm auch auf Schnee sicher zu laufen. Die Trittspuren sind in der Regel dreimal größer als die unserer Hauskatzen. Das Luchsfell ist im Sommer rötlich-braun und im Winter graubraun. Das Kinn, Kehle und Bauch sind hingegen cremeweiß.

 

Lebensweise

Große zusammenhängende und strukturreiche Wälder sind der Lebensraum der Luchse in Deutschland. Nur selten verlassen sie den Schutz des Waldes, dann oft um zu jagen oder neue Reviere zu erreichen. Luchse leben als Einzelgänger. Dabei nehmen die Kuder (männliche Tiere) oft Reviere von 12 000 bis 40 000 Hektar in Anspruch. Die Reviere der Luchsinnen sind oft kleiner. Männliche und weibliche Reviere können sich an den Randbereichen teilweise überschneiden. In der Regel kann man jedoch von einem Luchs auf 10 000 Hektar ausgehen. Der Luchs wechselt innerhalb seines Reviers regelmäßig das Jagdgebiet, damit sich das Wild nicht an seine Anwesenheit gewöhnt.

 

Fortpflanzung

Die Paarung der Luchse findet zwischen Februar und April statt. Zu dieser Zeit markieren sie ihr Revier sehr ausgeprägt. Auch die Ranzrufe der Luchse, welche wie ein lang gezogenes „Ouh“ klingen, sind in dieser Zeit zu hören. Nach einer Tragzeit von 67 bis 74 Tagen kommen die jungen Luchse zwischen Mai und Juni in Felshöhlen oder anderen ruhigen Verstecken auf die Welt. Pro Wurf kann es zwischen einem und fünf Jungen variieren. Die Mutter übernimmt die Aufzucht der Luchskinder allein. Im darauffolgenden Frühjahr suchen sich die Jungtiere ein eigenes Revier. Die Jungtiersterblichkeit ist relativ hoch, viele sterben bei Verkehrunfällen. Nur etwa jeder vierte Luchs findet ein neues passendes Revier. Aufgrund der zunehmenden Zerschneidung der Landschaft ist es für die jungen Luchse schwer, ein geeignetes Waldgebiet zu erreichen. Die weiblichen Tiere sind schon im zweiten Winter, die männlichen erst im dritten geschlechtsreif. Die Lebenserwartung liegt bei wildlebenden Luchsen zwischen 10 und 15 Jahren.

 

Nahrung

Die Hauptnahrung der Luchse sind vor allem kleine und mittelgroße Säugetiere. Dazu zählen in erster Linie das Rehwild, sowie Mäuse, Füchse, aber auch Frischlinge oder Vögel. Das Beutespektrum variiert von Region zu Region, so werden in den Alpen neben Rehen auch Gämsen gejagt, im Bayrischen Wald auch junges Rotwild und Hasen. Aufgrund seiner sehr lichtempfindlichen Augen ist der Luchs hervorragend an die Jagd in der Dämmerung und nachts angepasst. Als Einzeljäger lauert er an typischen Wildwechseln auf seine Beute, an die er sich dann anschleicht. Mit einem kräftigen Sprung und einem Biss in die Kehle erlegt er dann seine Beute. Große Beute wird oft versteckt und an den folgenden Tagen mehrfach aufgesucht.

 

Gefährdung

Wie die anderen großen Beutegreifer, Bär und Wolf, wurde auch der Luchs intensiv bejagt, was dazu führte, dass er vor ca. 100 Jahren in Deutschland ausgerottet wurde. Vor allem in Bayern (v.a. Bayerischer Wald), aber auch im Harz sind Luchse heute wieder heimisch. Teilweise wanderten sie wieder ein oder wurden wiederangesiedelt. Auch aus anderen Regionen sind Hinweise auf Einzeltiere bekannt. Damit der Luchs sich in Deutschland weiter ausbreiten kann, ist es wichtig seine potentiellen Lebensräume zu erhalten und zu fördern. Außerdem müssen die großen, zusammenhängenden Waldgebiete durch geeignete Korridore miteinander vernetzt werden.

 

Quellen:

www.wikipedia.org

http://www.luchs-in-hessen.de

 

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