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Maivogel, Eschen-Scheckenfalter

Maivogel (Euphydryas maturna), anderer Name: Eschen-Scheckenfalter

 

Klasse: Insekten (Insecta)

Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)

Unterordnung: Glossata

Familie: Edelfalter (Nymphalidae)

Unterfamilie: Scheckenfalter (Melitaeinae)

Gattung: Euphydryas

 

 

Körperbau

Die Falter erreichen eine Flügelspanne von 35-42 mm. Ihre Oberseite ist schwarz mit Binden aus orangen und hellen Flecken.

Die Raupen des Maivogels sind schwarz mit einer auffällig gelben Scheckung und schwarzen behaarten Dornen. Sie werden bis zu 30 mm lang. Die Puppen dagegen sind weiß gefärbt mit schwarzen Flecken. Gelbe Flecken schmücken ihren Hinterleib.

 

Verbreitung und Lebensraum

Die Vorkommen des Maivogels sind sehr lokal. Man findet Populationen in Ost- und Mitteleuropa, am Kaukasus, Ural, im Osten Kasachstans, in Süd- und Westsibirien, im Transbaikalgebiet und in der Mongolei.

Sie bevorzugen feuchte lichte Wälder mit größeren Beständen von jüngeren Eschen und Erlengebüsch. Sie bevorzugen lichte Waldlandschaften, wie sie ehemals Mittelwaldbewirtschaftung erzeugte, mit gut strukturierten inneren Waldmänteln. Feucht-warme Bedingungen sind kennzeichnend.

 

Entwicklung

Rot gefärbt sind die Eier, welche die Weibchen an der Unterseite von Eschenlaub ablegen. Der Eiablageplatz muss exakten Temperatur, Licht- und Feuchtigkeitsverhältnissen entsprechen.

Die Entwicklung der Raupen findet zunächst gesellig in Gespinsten an den Blättern der Esche statt. Im Laufe des Sommers Juni begeben sich die Raupen dann in kleinen Gruppen an den Boden. Dort verkriechen sie sich in trockenen Blättern um zu überwintern. Im Frühjahr des Folgejahres kommen sie wieder an die Oberfläche.

Anfang Mai findet die Verpuppung statt. Die Falter schlüpfen noch im Mai bzw. Juni.

 

Nahrung

Die jungen Raupen sind auf die Blätter der Gemeinen Esche als Nahrung angewiesen. Erst nach ihrer Überwinterung fressen sie auch von anderen Pflanzen wie der Roten Heckenkirsche, der Salweide, Zitterpappel und diversen anderen krautigen Pflanzen.

Die Falter sieht man gelegentlich an Pfützen saugen. Selten sitzen sie an den Blüten von Sträuchern wie z.B. dem Gewöhnlichen Liguster.

 

Gefährdung

Der Maivogel ist im mittleren Europa in vielen Gebieten ganz verschwunden. In Deutschland zählt er zu den am meisten gefährdeten Arten. In der Roten Liste Deutschlands ist er wie auch in Bayern als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft (RL 1). Der Maivogel ist als Art des Anhang II und IV der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) europaweit streng geschützt, für seinen Schutz sind Natura 2000-Gebiete ausgewiesen worden.

Grund für den starken Rückgang ist der Verlust ihres Lebensraumes durch Intensivierung der Forstwirtschaft bzw. Aufgabe traditioneller Waldwirtschaftsformen v.a. Mittelwaldwirtschaft, Verlust strukturierter innerer Waldmäntel und forstliche Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen, da der Einsatz von vielen Insektiziden ihre Häutung hemmt. Auch die Trockenlegung von Feuchtgebieten und die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung spielt eine Rolle.

 

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) setzt sich für den Erhalt und die Wiederherstellung strukturreicher Wälder und die Wiederaufnahme und finanzielle Förderung traditioneller Bewirtschaftungsmethoden (Mittelwaldwirtschaft) ein.

Auch Sie als Waldbesitzer haben die Möglichkeit, etwas für den Erhalt des Maivogels- und damit auch vieler anderer Arten - zu tun, indem sie Strukturreichtum in Ihrem Wald fördern. Erkundigen Sie sich bei Ihrer örtlichen Forst- oder Naturschutzbehörde nach Förderprogrammen für Naturschutzmaßnahmen im Wald.

 

 

Quellen

Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.

Die Tagfalter Bayerns und Österreichs, 2006, ANL (Hrsg.)

www.wikipedia.de

www.schmetterling-raupe.de

 

 

 

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