Der Pirol (Oriolus oriolus)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Pirole (Oriolidae)
Gattung: Oriolus
Aussehen und Ruf
Markant sind ihr rötlicher Schnabel und das leuchtende Gelb von Kopf, Rücken und Unterseite der männlichen Tiere. Die Flügel der Männchen sind schwarz mit einem gelben Fleck am Handschwingenansatz. Schwarz ist auch der Schwanz, am Ende gelb gesäumt. Die Oberseite der Weibchen trägt eine gelbgrüne Färbung, während die Unterseite weißgrau mit dunklen Längsstreifen ist. Flügel und Schwanz sind olivgrün. Etwa amselgroß werden die schlanken Vögel.
Entdecken wird man den Pirol nur selten. Meist hört man ihn nur von hoch oben aus den stark belaubten Baumkronen singen. Sein Gesang ist sehr vielfältig. Sprachlich wird eine Variante seines Gesang hilfsweise mit der Umschreibung „dü-delüü-lio“ oder aber „büloo-büloo“ wieder gegeben, weshalb er auch den Namen „Vogel Bülow“ trägt. Typische Rufe sind auch sein scharfes „jik jik“ oder sein raues „räh“.
Verbreitung und Lebensraum
Bei uns ist der Pirol von Mai bis September zu Hause. Sein Brutrevier sucht er in lichten Laub- und Mischwäldern mit altem Baumbestand. Wälder der feuchten Lebensräume werden besonders gern besiedelt, der Pirol ist daher in Bayern ein besonders typischer Vogel der Auwälder entlang der Fließgewässer. Auch in Erlen-Eschenwäldern mit hohem Grundwasserstand (Bruchwälder), sowie in Parks und in großen Gärten kommt er vor.
Die kalte Jahreszeit verbringt der Langstreckenzieher in Afrika.
Pirole kommen in zwei Unterarten vom Nordwesten Afrikas und Südwesten Europas nach Osten bis Mittelsibirien und Zentralasien vor, nach Süden bis Bangladesh.
Gefährdung: Der Pirol steht aktuell nicht auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Bayerns.
Fortpflanzung
Hoch in den Baumkronen errichten die Vögel ein stabiles napfförmiges Nest, dessen Ränder fest um die Zweige einer Astgabel geschlungen werden. Dort hinein legt das Weibchen Ende Mai drei bis vier Eier. Nestbau und Brut wird fast ausschließlich von ihm allein übernommen. Die Brutdauer beträgt 14 bis 20 Tage. Die Fütterung der Nachkommen teilen sich die Eltern.
Nahrung
In den Baumkronen geht der Pirol auf Jagd nach Insekten z.B. nach Schmetterlingen und deren Raupen. Gerne sammelt er auch süße Früchte wie Kirschen und Beeren.
Quellen
Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.
www.wikipedia.de
www.natur-lexikon.com