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Raubwürger

Der Raubwürger

 

Klasse: Vögel (Aves)

Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)

Unterordnung: Singvögel (Passeres)

Familie: Würger (Laniidae)

Gattung: Würger (Lanius)

Art:  Nördlicher Raubwürger (Lanius excubitor)

 

Aussehen

Die amselgroßen Raubwürger besitzen einen hellgrauen Rücken. Schwarz ist dagegen ihr auffällig langer abgerundeter Schwanz mit der weißen Außenkante, genau wie die Flügel, die einen weißen Spiegel tragen. Eine markante schwarze Maske reicht vom Schnabelansatz bis zur Ohrgegend. Der Brust- und Bauchbereich ist deutlich heller als der Rücken, teilweise sogar weiß. Eindeutiges Merkmal ist auch der kräftige schwarze Hakenschnabel.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich in Größe und Farbe kaum. Die Weibchen sind meist etwas weniger kontrastreich gezeichnet. Die weißen Gefiederanteile der Flügel und des Schwanzes sind bei ihnen kleiner und weniger scharf von den schwarzen abgesetzt. Jungtiere weisen eine graubraune Färbung auf, an der Unterseite sind sie quer gebändert.

 

Verbreitung

Den Raubwürger findet man in ca. 20 Unterarten von den Kanarischen Inseln bis Sibirien und China. Im Norden reicht sein Verbreitungsgebiet bis zur nördlichen Baumgrenze, vom nordöstlichen Afrika über die arabische Halbinsel bis nach Indien.

 

Lebensraum

Die Vögel brauchen halboffene Landschaften mit niedriger Vegetation, Gebüsch und Hecken, sowie einzelnen höheren Bäumen, so dass sie eine gute Rundumsicht haben. In Mitteleuropa findet man sie deshalb vor allem in großflächigen Heckenlandschaften, Heiden, verlandeten Riedgebieten mit Baumgruppen, Streuobstwiesen und Moor-Randzonen. Wichtige Sekundärlebensräume sind z.B. ehemalige Truppenübungsplätze und aufgelassene Tagebaugebiete.

 

Ernährung

Als Wartejäger suchen Raubwürger auf hohen exponierten Stellen die Umgebung nach Nahrung ab. Die Beute wird aus dem Ansitz bzw. auch aus einem Rüttelflug heraus gefangen. Neben Mäusen, Kleinvögeln, Eidechsen und Fröschen jagen Raubwürger auch Großinsekten. Bei gutem Erfolg legen sie Vorräte in Astgabeln an oder spießen die Beute auf Dornen von Sträuchern auf.

 

Fortpflanzung

Raubwürger finden sich am Ende des Winters zu Paaren zusammen Ihre Nester bauen sie in hohen dichten Bäumen oder Büschen, bevorzugt in Dornengestrüppen. Dort hinein legt das Weibchen ab April 5 bis 7 Eier, die vorwiegend auch von ihr ausgebrütet werden. Das Männchen füttert das Weibchen während der Brutzeit. Nach 15 bis 17 Tagen schlüpfen die Jungen. Nach etwa 19 Tagen sind die Kleinen flügge, werden jedoch noch mindestens weitere vier Wochen von den Eltern außerhalb des Nestes betreut. Danach verlassen sie den Familienverband und auch die Elterntiere lösen sich aus der Paarbindung.

 

Weiteres

Raubwürger sind Standvögel und Teilzieher, d.h. einige bleiben während der Wintermonate in ihren Brutgebieten, andere ziehen in südlichere Breiten. Bei uns in Deutschland können wir in der kalten Jahreszeit des Öfteren Gäste aus nördlicheren Gebieten begrüßen.

 

Gefährdung in Bayern (2005):

Rote Liste 1 = Vom Aussterben bedroht, auch in Deutschland vom Aussterben bedroht.

Gefährdungsursachen:

Die Umgestaltung der Landschaft, besonders durch die moderne Landwirtschaft, führt seit Jahrzehnten zu einem starken Rückgang der Art. Die Entwässerung von Mooren und Heiden und die Umwandlung von Wiesen in Ackerland sind schwerwiegende Gründe. Durch die zunehmende Verbauung der Landschaft fehlen zusammenhängende geeignete Brutgebiete.

 

Quellen:

Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.

www.wikipedia.de

 

 

 

 

 

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