logo
FAKTEN+HINTERGRÜNDE

Schwaben Oberbayern Niederbayern Oberpfalz Mittelfranken Oberfranken Unterfranken
zu den Regionen

 home | Fakten+ Hintergründe | Artenschutz | Arten | Rotes Waldvögelein

Rotes Waldvögelein

Steckbrief der Woche: Rotes Waldvögelein

 

Ordnung: Spargelartige (Asparagales)

Familie: Orchideengewächse (Orchidaceae)

Unterfamilie: Epidendroideae

Tribus: Neottiae

Untertribus: Limodorinae

Gattung: Waldvöglein (Cephalanthera)

Art: Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

 

Kein Vogel, sondern eine auffällig schöne Orchideenart – das Rote Waldvögelein kann man auch bei uns in Deutschland bewundern.

Von den Orchideen der Welt gehören etwa 200 Arten (das sind weniger als 1%) zur Fauna Europas.

Der wissenschaftliche Name der Pflanze setzt sich aus den griechischen Worten cephalae (Kopf) und anthere (Beutel) sowie dem lateinischen Begriff ruber (rot) zusammen.

 

Aussehen

20 bis 50 cm können die mehrjährigen krautigen Pflanzen hoch werden. Die Stängel tragen im unteren Bereich 4 bis 8 lanzettförmige Laubblätter von bis zu 14 cm Länge. Oben am Stängel befinden sich die Blütenstände mit 1 bis 12 rosaroten bis violetten, süß duftenden Blüten. Blütezeit ist je nach Standort von Ende Mai/ Juni bis Juli/ August.

 

Mit etwas Phantasie kann man in den geöffneten Blüten ein Vögelchen mit geöffnetem Schnabel und ausgebreiteten Schwingen erkennen. Daher rührt der deutsche Name.

 

Verbreitung und Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Roten Waldvögeleins erstreckt sich vom nördlichen Afrika über Europa. Es gilt als subatlantisch-zentraleuropäisch.

Die Pflanzen bevorzugen lichte, meist trockene Laubwälder (vor allem Buchen) und kalkhaltige Böden. Vereinzelt findet man sie auch in Nadelwäldern, an Waldrändern oder auf Wiesen.

 

Vermehrung

Die Befruchtung der Orchidee wird von Hummeln und anderen Insekten übernommen. Die staubfeinen Samen reifen in Kapseln an der Pflanze heran und werden anschließend vom Wind verbreitet. Orchideensamen zählen zu kleinsten Pflanzensamen überhaupt. Sind die letzten Samen reif, sterben die oberirischen Pflanzenteile ab. Im Boden bleibt der Wurzelstock zurück. Dieser treibt im nächsten Jahr an der Oberfläche neu aus. Die Samen dagegen keimen erst aus, wenn sie im Boden auf einen bestimmten Pilz treffen. Die Pilzfäden werden vom Samen verdaut und so als Nährstoffquelle genutzt. Aufgrund dieser Abhängigkeit ist es schwer Orchideen zu verpflanzen bzw. zu züchten.

 

Gefährdung und Schutz

Wie alle europäischen Orchideenarten steht auch das Rote Waldvögelein unter Schutz (Bundesartenschutzverordnung). In Bayern und Deutschland ist es auf der „Roten Liste der gefährdeten Pflanzen“ in der Kategorie 3 (gefährdet) zu finden. Ursache ist die Zerstörung der Lebensräume, der trockenen Kalk-Buchenwälder.

 

 

 

Quellen

Sauers Naturführer: Orchideen Europas, Fauna-Verlag

www.wikipedia.de

www.natur-lexikon.com

www.stiftung-naturschutz-hh.de

 

 

 

 

 

 

Gemeinsam stark

Helfen Sie der Natur