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Die Gewöhnliche Schachblume

Die Gewöhnliche Schachblume (Fritillaria meleagris)

 

Klasse: Einkeimblättrige (Liliopsida)

Unterklasse: Lilienähnliche (Liliidae)

Ordnung: Lilienartige (Liliales)

Familie: Liliengewächse (Liliaceae)

Unterfamilie: Lilioideae

 

Die Schachblume, auch Schachbrettblume oder Kiebitzei, ist eine beliebte Zierpflanze aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Der Artname meleagris (= "Perlhuhn") bezieht sich auf das typische Muster der Blüte. Der lateinische Gattungsname Fritillaria bedeutet "Würfelbecher" und bezieht sich auf die Blütenform.

 

Gestalt und Merkmale

Die Schachblume ist ein vorsommergrüner Geophyt und wächst aus einer runden Zwiebel von etwa 1-2 cm Durchmesser. Im zeitigen Frühjahr treibt sie einen etwa 15-20 cm langen unverzweigten und beinahe runden Stängel. An diesem stehen wechselständig vier bis fünf schmalrinnige und graugrün gefärbte Blätter. Von April bis Mai entwickeln sich die meist einzeln stehenden glockenförmigen, nach unten hängenden Blüten. Selten werden zwei Blüten pro Pflanze ausgebildet. Die Blüten sind schachbrettartig purpurrot-weiß oder grünlich-weiß gefleckt. Selbst bei der völlig weißen Form Fritillaria meleagris f. alba ist die namensgebende Musterung noch schwach zu erkennen. Die fast geruchlose Blüte besteht aus sechs, etwa 4 cm langen Perigonblättern, deren stumpfe Spitze meist etwas umgebogen ist. Die sechs gelben Staubblätter werden deutlich von den Perigonblättern überragt. Der oberständige Fruchtknoten setzt sich aus drei Fruchtblättern zusammen und bildet eine kantige dreiteilige Samenkapsel mit zahlreichen Samen pro Fruchtfach aus.

 

Verbreitung

Die Schachblume ist in Mittel- und Südosteuropa nur in sehr zerstreuten Vorkommen zu finden. Seit den 70er Jahren des 16. Jahrhunderts wurde die Art als Gartenpflanze nach Mitteleuropa eingeführt. Die Schachblume wird auch heute noch, wenn auch wohl seltener als früher, in Gärten gezogen. Nach trockenen Sommern verschwindet sie häufig wieder.

In Deutschland findet sich das größte zusammenhängende Vorkommen in den Feuchtwiesen der beiden aneinander angrenzenden Naturschutzgebiete "Sinngrund" bei Obersinn und "Sinnwiesen von Altengronau" an der Sinn, einem kleinen Nebenfluss der Fränkischen Saale. Der Bund Naturschutz ist im "Sinntalprojekt" auch zum Schutz der Schachblume aktiv.

Das größte Vorkommen östlich der Elbe findet sich in der unmittelbaren Nähe der Stadt Ziesar in Brandenburg. Daneben kommt die Schachblume in Deutschland nur noch an der unteren Elbe bei Hetlingen vor, dort stehen auf zwei Wiesen ca. 50.000 Exemplare, am Elbzufluss Seeve, vereinzelt im Naturschutzgebiet Heuckenlock (an der Süderelbe bei Moorwerder) und Duvenstedter Brook und vereinzelt bei Sassenberg in Westfalen (Schachblumenwiesen) und am Main vor. Vorkommen an der Weser scheinen sich mittlerweile, aufgrund zurückgehender landwirtschaftlicher Nutzung, zu erholen.

 

Ökologie

Die Schachblume ist eine Lichtpflanze, das heißt sie wächst in vollem Licht und erträgt nur in Grenzen eine Beschattung. Ihr ökologischer Schwerpunkt liegt auf nassen, zum Teil überschwemmten, luftarmen mäßig stickstoffreichen neutralen Böden

Die Schachblume vermehrt sich über Samenbildung und vegetativ durch Brutzwiebeln. Sie ist ein Kaltkeimer. Die Bestäubung erfolgt über Insekten, wobei Hautflügler wie Hummeln oder Bienen eine zentrale Rolle spielen.

 

 

Gefährdung/Bestand in Europa

Die Schachblume ist in Deutschland wie auch in Bayern stark gefährdet (Rote Liste Kategorie 2) und gilt nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) als besonders geschützt. 1993 wurde sie als Blume des Jahres ausgewählt. Sie ist hauptsächlich durch die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume in Feucht- und Nasswiesen, Auwäldern und Überschwemmungsbereichen von Flüssen (Flussauen) bedroht. Weiter wirkt sich die anhaltende Eutrophierung der Böden durch Düngemittel bestandsmindernd aus.

 

Weitere Infos/Übrigens/weiterführende Informationen/Wissenswertes

Wie die meisten ihrer Gattung ist auch die Schachblume giftig. Vor allem die Zwiebel enthält eine Reihe von Alkaloiden. Die Giftigkeit der Gattung Fritillaria beruht auf der Anwesenheit des Steroidalkaloids Imperialin (etwa 0,1%), das eine schädliche Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem hat.

 

 

Quellen

Steinbachs Naturführer „Wildblumen“, Ulmer Verlag 2001

http://de.wikipedia.org

http://www.giftpflanzen.com/

www.botanik-steinburg.de

 

 

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