Der Schlüsselblumen-Würfelfalter (= Perlbinde) (Hamearis lucina)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Bläulinge (Lycaenidae)
Unterfamilie: Würfelfalter (Riodininae)
Gattung: Hamearis
Merkmale
Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 28 bis 34 mm. Die Grundfarbe der Flügel ist dunkel- bis schwarzbraun mit kleinen rotbraunen, in Querlinien angeordneten Flecken. Diese sind auf den Vorderflügeln immer gut ausgebildet, während sie auf den Hinterflügeln manchmal nur schwach ausgeprägt sind. Die Vorderflügelunterseite ist zimtbraun und in der Zeichnung der Oberseite sehr ähnlich. Die Hinterflügelunterseite trägt zwei Reihen von weißen Flecken.
Die Raupen werden ca. 15 mm lang, sind fahlbraun mit dunkler Zeichnung und hellen Haaren. Ihr Kopf ist gelblich-braun und teilweise in den Raupenkörper zurückgezogen.
Die Eier dieser Schmetterlingsart sind kugelförmig und glatt.
Verbreitung, Lebensraum & Nahrung
Der Schlüsselblumen-Würfelfalter ist in Süd- und Mitteleuropa stellenweise häufig, in vielen Gebieten aber stark rückläufig. In Norddeutschland fehlt er völlig.
Waldwiesen, Lichtungen, Säume breiter Forstwege von Laubmischwäldern sowie windgeschützte, mit Büschen durchsetzte Wiesenbrachen sind idealer Lebensraum dieser Art. Dort findet sie ihre Wirtspflanzen. Regelmäßig gemähten Wiesen werden selbst dann gemieden, wenn dort Schlüsselblumen, die Futterpflanzen der Raupen, sehr häufig sind. Die Tiere sind selten an Blumen zu beobachten - wenn doch, dann gehen sie an Zypressen-Wolfsmilch, Große Anemone, Löwenzahn und Wald-Erdbeere.
Flugzeit
Nördlich der Alpen sind die Falter von April bis Mitte Juni in einer Generation, südlich der Alpen in zwei Generationen von März bis Mai und von August bis September unterwegs.
Fortpflanzung
Die Weibchen legen ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an der Unterseite der Futterpflanzenblätter ab. Die Raupen schlüpfen nach etwa 14 Tagen. Diese sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber.
Nach ihrer Verpuppung hängen die Tiere als weißlich bis hellbraune Gürtelpuppen am Boden oder der Blattunterseite ihrer Wirtspflanzen. So überwintern sie auch. Nur gelegentlich schlüpfen sie bereits im Herbst. In Südeuropa hingegen kommt es regelmäßig zu einer zweiten Generation. Ausgenommen sind hier sehr heiße Gebiete, in denen die Futterpflanzen im Sommer verdorren.
Gefährdung
In der Roten Liste Deutschlands und Bayerns wird diese Schmetterlingsart in der Kategorie "3" geführt und gilt somit als gefährdet. Die Vorkommen leiden stark unter der forstlichen Nutzungsänderung.
Quellen
- www.wikipedia.de
- Settele, Josef; Steiner, Roland u.a. (2009): „Schmetterlinge – Die Tagfalter Deutschlands“; Eugen Ulmer Verlag Stuttgart
- www.schmetterling-raupe.de