Schwanzmeise (Aegithalos caudatus)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Schwanzmeisen (Aegithalidae)
Körperbau und Merkmale
Auf den mit acht bis neun Zentimetern auffallend langen Schwanz geht der Artname zurück. Die Körperlänge beträgt 14 bis 15 Zentimeter. Schwanzmeisen wiegen sieben bis zehn Gramm. Die in Nordeuropa vorkommende Form hat einen kugelförmigen Körper mit weißem Kopf, die in Westeuropa vorkommende Form zeichnet sich durch einen breiten, bogenförmigen dunklen Streifen über dem Auge aus. In Mitteleuropa gibt es Mischpopulationen der beiden Formen. Die Jungvögel haben außerdem schwarzbraune Wangen und Nacken, zeigen jedoch nicht die weinroten Schultern, wie sie die Elternvögel haben.
Verbreitung und Lebensraum
Schwanzmeisen kommen in Europa in 20 verschiedenen Unterarten vor. Sie sind außer in Europa von Kleinasien bis nach China verbreitet. Sie leben in Parks, Gärten und lichten Laub- und Mischwäldern. Sie lieben besonders strukturreiche und feuchte Wälder. Die Schwanzmeise ist ein Standvogel und damit ganzjährig zu beobachten.
Entwicklung/Fortpflanzung/Lebensweise
Schwanzmeisen können bis zu sieben Jahre alt werden. Im Gegensatz zu echten Meisen bauen sie kunstvolle kugelige bis ovale Nester. Dazu verwenden sie Moos, Flechten, Tierhaare, Federn und Pflanzenwolle, die sie in Astgabeln kunstvoll miteinander verstricken. Sie durchweben das Nest mit elastischen Spinnenweben. So kann sich das Nest mit den wachsenden Jungvögeln ausdehnen, ohne auseinanderzufallen. Der Einschlupf in das Nest ist an der Seite angebracht. Das Gelege besteht aus acht bis zwölf weißen Eiern und wird 12 bis 14 Tage bebrütet. Während das Weibchen die Eier bebrütet, wird es vom Männchen gefüttert. Die Jungvögel sind 14 bis 18 Tage nach dem Schlupf flügge.
Schwanzmeisen sind nahezu immer in Trupps zu sehen. Im Winter kann man sie häufig in Gesellschaft von Meisenarten und Wintergoldhähnchen beobachten. Untereinander sind Schwanzmeisen ebenfalls sehr gesellig. Sie übernachten gemeinsam, aneinander geschmiegt in Gruppen, Brutreviere werden nicht voneinander abgegrenzt. Es kommt sogar häufig vor, dass sich fremde Artgenossen an der Aufzucht der Jungen beteiligen.
Nahrung
Schwanzmeisen ernähren sich von Insekten und Spinnentieren, die sie geschickt von den äußersten Zweigenden sammeln.
Gesang
Der Kontaktruf dieser geselligen Vögel ist ein weiches, metallisches „pit“, im Flug ein hohes „zieh“. Ihr leise zwitschernder Gesang fällt kaum auf.
Gefährdung/Bestand in Europa
Schwanzmeisen sind in ihrem Bestand in Europa nicht gefährdet.
Weitere Infos/Übrigens/weiterführende Informationen/Wissenswertes
Ihr Namen gebender Schwanz dient als Balancierhilfe, wenn die Schwanzmeise geschickt durch das Gezweig turnt.
Quellen
http://de.wikipedia.org/
http://www.natur-lexikon.com/
Steinbachs Naturführer „Landvögel“, Ulmer Verlag 2001