logo
FAKTEN+HINTERGRÜNDE

Schwaben Oberbayern Niederbayern Oberpfalz Mittelfranken Oberfranken Unterfranken
zu den Regionen

 home | Fakten+ Hintergründe | Artenschutz | Arten | Silberreiher

Der Silberreiher

 

 

Silberreiher (Casmerodius albus)

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Schreitvögel (Ciconiiformes)
Familie: Reiher (Ardeidae)
Unterfamilie: Tagreiher (Ardeinae)
Gattung: Casmerodius

 

Körperbau und Merkmale

Mit einer Größe von 90 cm und einer Spannweite von 190 cm entspricht der Silberreiher ungefähr der Statur seines nahen Verwandten, dem Graureiher.

Das Federkleid ist das ganze Jahr über weiß gefärbt. Im Brutkleid (auch Prachtkleid) ist der Schnabel schwarz mit gelbem Grund. Im Jugend- und im Schlichtkleid ist er gelb.

 

Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Silberreihers umfasst prinzipiell weite Teile Ost- und Südosteuropas, Amerikas, Afrikas und Asiens. Doch dehnt dieser Schreitvogel sein Vorkommen immer weiter in westliche Richtung aus, sodass sich die Anzahl der in Deutschland lebenden Individuen stetig vergrößert.

Am Ende des 19. Jahrhunderts war der Silberreiher v.a. durch menschlichen Einfluss in den meisten Brutgebieten Europas nahezu ausgerottet. Seit Ende der 1980er nehmen die Bestände aber wieder zu. Die Überwinterungsgebiete der europäischen Populationen liegen v.a. im Mittelmeerraum und in den nordafrikanischen Ländern. Nur nach und nach erschließt sich der Silberreiher Mitteleuropa und somit Deutschland auch als Winterquartier.

Der Bestand in Mitteleuropa wird zurzeit auf etwa 2500-3900 Brutpaare geschätzt. In Deutschland liegen die Hauptverbreitungsgebiete des Silberreihers in Brandenburg, Sachsen und Bayern.

Von Schilfgürteln umschlossene Seen und Flüsse sowie baum- und buschbestandene Sümpfe bevorzugt dieser Reiher. Außerhalb der Brutzeit ist er auch oftmals auf offenen großflächigen Feuchtwiesen zu sehen.

 

Fortpflanzung und Lebensweise

Nicht nur in der Färbung des Gefieders, sondern auch beim Brutgeschäft unterscheiden sich der Grau- und Silberreiher erheblich. Der Graureiher baut sein Nest vorzugsweise in Bäumen, während der Silberreiher ein Bodenbrüter ist.

Je nach Brutgebiet und den dort herrschenden klimatischen Bedingungen, beginnen die Silberreiher ab Mitte April mit ihrem Brutgeschäft. Die Paare pflanzen sich während einer Brutsaison nur mit einem Partner fort (monogame Saisonehe).

Im Abstand von jeweils zwei Tagen werden bis zu fünf Eier gelegt, die 25-26 Tage bebrütet werden. Nach weiteren 40-50 Tagen sind die Küken flügge.

Silberreiher werden mit eineinhalb bis zwei Jahren geschlechtsreif.

 

Nahrung

Auch die tagaktiven Silberreiher weisen das für die meisten Reiherarten typische Jagdverhalten auf. Lauernd stehen oder pirschen sie im flachen Wasser oder Schilfgürtel. Aber auch auf überschwemmten Wiesen kann man sie beobachten. Ihre Nahrung besteht zumeist aus Fisch, gelegentlich auch Wasserinsekten und Amphibien. Auf dem Land gehören außerdem Kleinsäuger und Reptilien in ihr Nahrungsspektrum.

 

Gefährdung

Der Silberreiher gilt nach der Bundesartenschutzverordnung (BAVO) als geschützte Art. Von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) wurde er nach der Einschätzung von BirdLife International als „least concern“ („weniger gefährdet“) eingestuft.

 

Quellen

Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.

Der große Vogelatlas, 2006, Eugen Ulmer KG

Die Kosmos Vogelenzyklopädie, 2003, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG

www.wikipedia.de

www.natur-lexikon.com

www.iucnredlist.org

 

 

 

 

Gemeinsam stark

Helfen Sie der Natur