Wacholderdrossel (Turdus pilaris)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Drosseln (Turdidae)
Körperbau und Merkmale
Die Wacholderdrossel ist mit 22 bis 25 Zentimetern etwa so groß wie eine Amsel. Ihr Kopf, Nacken und Bürzel sind hellgrau, der Mantel rotbraun getönt. Die Brust und Flanken sind ganz drosseltypisch mit pfeilförmigen schwarzen Flecken übersäht. Die Unterflügel sind weiß.
Wacholderdrosseln weisen keinen Geschlechtsdimorphismus auf, das heißt Weibchen und Männchen sehen gleich aus. Die Jungvögel sind insgesamt etwas matter gefärbt als die Alttiere.
Verbreitung und Lebensraum
Das Brutareal der Wacholderdrossel hat sich in den letzten Jahren stark ausgeweitet. Es reicht heute von der sibirischen Taiga bis nach Westeuropa. Die südliche Grenze liegt derzeit im Mittelmeerraum. Die Wacholderdrossel ist im Winter oft mitten in der Stadt in Gärten und auf Rasenflächen anzutreffen.
Entwicklung/Fortpflanzung/Lebensweise
In Mitteleuropa brüten Wacholderdrosseln meist in halboffenen Landschaften mit Feldgehölzen und Baumhecken oder in Parks, Obstgärten und Gärten. Sie bauen ihre Nester hoch in Bäumen, häufig in Kolonien. Ins Nest, das aus Lehm und Gras besteht, werden fünf bis sechs blau-grüne Eier mit roten Tupfen gelegt. Die Eier werden meist von dem Weibchen bebrütet. Die Jungvögel werden von beiden Eltern gefüttert und verlassen nach etwa 14 Tagen das Nest. Wacholderdrosseln brüten ein bis zwei Mal im Jahr, und zwar im April/Mai und im Juni/Juli. Mit etwa zwei Jahren werden die Jungtiere geschlechtsreif. Als Standvogel wandert die Wacholderdrossel nur bei extremer Kälte in Richtung Süd-Westen. Feste Winterquartiere hat sie dabei aber nicht. Sie ist sehr gesellig und tritt, außerhalb der Brutzeit, oft in großen Schwärmen auf.
Nahrung
Ihre Nahrung sucht die Wacholderdrossel, ähnlich wie eine Amsel, indem sie über den Boden hüpft und diese von dort aufpickt. Besonders im Herbst und Winter frisst sie auch Früchte, Obst und Beeren. Oft siehst man Wacholderdrosseln in Ebereschen deren roten Früchte fressen. Auf der Speisekarte der Wachholderdrossel stehen Regenwürmer, die aus kurzem Rasen erbeutet werden, Schnecken und Insekten aber auch Fallobst.
Gesang
Die Wacholderdrossel ist ausgesprochen ruffreudig. Kennzeichnend ist das laute stimmhafte, gereihte Schackern „tschack, tschack,…“, das an eine Rassel erinnert. Eindringlinge wie Krähen oder Elstern werden mit einem harten „trrrtrrrt…“ vertrieben. Wegen ihres lauten Gesanges wird die Wacholderdrossel im Volksmund auch Schreidrossel genannt.
Gefährdung/Bestand in Europa
Die europäische Population der Wacholderdrossel wird auf 28 bis 48 Millionen Tiere geschätzt. In Deutschland gilt die Wachholderdrossel als nicht gefährdet.
Weitere Infos/Übrigens/weiterführende Informationen/Wissenswertes
Die Nester der Wacholderdrosseln werden oft von anderen Vögeln geplündert. Die Drosseln wehren sich, indem sie ihre Feinde mit Kot bespritzen. Dadurch verkleben deren Federn und sie werden flugunfähig. Früher stand der Vogel auf dem Speisezettel der Menschen und wurde massenhaft gefangen.
Quellen
http://de.wikipedia.org/
http://www.natur-lexikon.com
Steinbachs Naturführer „Landvögel“. Ulmer Verlag 2001
R. Peterson: Die Vögel Europas. Parey Buchverlag, 2002