logo
FAKTEN+HINTERGRÜNDE

Schwaben Oberbayern Niederbayern Oberpfalz Mittelfranken Oberfranken Unterfranken
zu den Regionen

 home | Fakten+ Hintergründe | Artenschutz | Arten | Waldohreule

Waldohreule

 

Steckbrief der Woche: Waldohreule (Asio otus)

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
Gattung: Ohreulen (Asio)
Art:
Waldohreule

 

Körperbau und Gefieder

Sie ist eine der häufigsten Eulen Mitteleuropas. Kennzeichnend für sie sind der scharf begrenzte Gesichtsschleier und die auffälligen Federohren, die in Ruhe und beim Fliegen angelegt werden. Überraschenderweise dienen nicht die markanten Ohren, sondern vielmehr der Gesichtsschleier zur Verbesserung der Hörleistung.

Bei einer Körperlänge von ca. 36 cm liegt die Flügelspannweite bei rund 95 cm. Sie wiegen zwischen 220-370 g. Die Männchen sind erheblich leichter als die Weibchen.

Die Waldohreule ist zur Vermeidung von Fressfeinden auf die Wirksamkeit ihrer Tarnung angewiesen. Da sie meist in Stammnähe auf Bäumen ruht, ist ihr Gefieder auf der Rückenseite gelbbraun mit dunklen graubraunen Flecken. Die Unterseite ist heller gelbbraun mit kräftigen Längsflecken. Prinzipiell gleich gefärbt, ist das Weibchen oftmals etwas dunkler.

 

Verbreitung und Lebensraum

In fünf Unterarten unterteilt, erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet über annähernd die gesamte Holarktis (Europa, Nordafrika sowie Asien südlich bis zum Himalaja) inklusive der Azoren und der Kanaren sowie der Nearktis (Grönland sowie Nordamerika bis Nord-Mexiko). Im Norden wird es durch den borealen Nadelwald begrenzt.  

Für ihre Jagd bevorzugt sie an Wälder grenzende offene Landschaften mit niedrigem Pflanzenwuchs. So findet man sie vor allem in der Nähe von Mooren und Dauergrünflächen, aber auch in Heidegebieten, Parkanlagen und auf Friedhöfen. Zum Ruhen und während des Brutgeschäftes benötigt die Waldohreule jedoch Bäume und Hecken.

 

Fortpflanzung und Lebensweise

Mit dem Ende ihres ersten Lebensjahres werden die jungen Eulen fortpflanzungsfähig. Sie leben in einer monogamen Saisonehe, das heißt, sie pflanzen sich innerhalb einer Brutsaison nur mit einem Partner fort.

Da sie keine eigenen Nester bauen, brüten sie bevorzugt in denen von Greifvögeln und Krähen, die sie ausbessern oder aufstocken.

Zwischen Mitte März und Mitte April beginnt die Eiablage. Das Weibchen legt in dieser Zeit durchschnittlich vier bis sechs Eier jeweils im Abstand von zwei Tagen. Da die Eier ab dem ersten Legetag bebrütet werden, schlüpfen die Geschwister eines Geleges nacheinander und sind dementsprechend verschieden weit entwickelt. Die Brutdauer beträgt 27 bis 28 Tage. Im Alter von fünf Tagen öffnen die Küken die Augen. Nach einer Nestlingszeit zwischen 18 und 25 Tagen verlassen sie noch flugunfähig das Nest. Während dieser Zeit, in der sie noch durch ihre Eltern mit Nahrung versorgt werden, spricht man von „Ästlingen“. Im Alter von fünf Wochen können diese dann fliegen, werden aber dessen ungeachtet noch weitere fünf Wochen von den Eltern gefüttert.

 

Nahrung und Jagdverhalten

Nur wenn die Beute knapp wird, jagt die sonst dämmerungs- und nachtaktive Waldohreule auch ausnahmsweise am Tage.

Ihre Hauptnahrungsquelle stellen mit über 80 % Wühlmäuse dar. Auch Kleinvögel, Insekten, Reptilien, Amphibien, Fische, Krebse, Würmer und Weichtiere stehen auf ihrem Speisezettel.

Die Waldohreule jagt nach einem bestimmten Schema. Die erste Jagdperiode, die zwei bis drei Stunden dauert, ist zu Beginn der Nacht, kurz nach Einbruch der Dämmerung. Danach folgt eine Ruhepause, die bis weit nach Mitternacht dauert. Die zweite Aktivitätsphase umfasst ebenfalls zwei bis drei Stunden und erstreckt sich bis in die Morgendämmerung.

Die Beute wird zumeist aus dem geräuschlosen Flug heraus optisch und akustisch geortet. Doch ist auch die Ansitzjagd charakteristisch.

 

Natürliche Feinde

Brütend in offenen Nestern bietet diese relativ kleine Eulenart ein leichtes Ziel für ihre Fraßfeinde. Zu diesen zählen neben dem Uhu auch größere Greifvögel. Aber auch Marder stellen

vor allem für die Küken eine besondere Gefahr dar. So überlebt nur jede zweite Jungeule ihr erstes Lebensjahr.

 

Gefährdung

Laut IUCN (World Conservation Union) wurde der Gesamtbestand im Jahr 2003 auf 120.000 Tiere geschätzt und demzufolge als „nicht gefährdet“ eingestuft.

In Deutschland geht man von ungefähr 32.000 Brutpaaren aus. Für Österreich und die Schweiz veranschlagt man eine Zahl von etwa 2.500 bis 3.000 Brutpaaren. Die Waldohreule ist in Bayern nicht als gefährdet eingestuft.

Vor allem die schnelle Ausbreitung intensiv landwirtschaftlich genutzter Flächen setzt der Waldohreule stark zu. Die wichtigste Schutzmaßnahme ist hier die Erhaltung von strukturreichen, naturnahen Landschaften. 

 

Quellen

Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.

GU Naturführer – Greifvögel und Eulen, 1993, Gräfe und Unzer GmbH

www.wikipedia.de

www.natur-lexikon.com

www.eulen.de

 

 

Gemeinsam stark

Helfen Sie der Natur