Walker (Polyphylla fullo)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)
Körperbau und Merkmale
Der Walker gehört zur Familie der Blatthornkäfer. Diese kommt weltweit mit ca. 20.000 Arten vor. In Mitteleuropa sind sie mit 40 Gattungen und ca. 200 Arten vertreten. Der 25 bis 36 Millimeter lange Walker ist rot- oder schwarzbraun gefärbt und auf der Oberseite mit gelbweißen Flecken marmoriert. Die Weibchen haben nur kurze Fühler mit fünf Blättern, die Männchen längere Fühler mit einem siebenblättrigen Fühlerfächer.
Verbreitung und Lebensraum
Walker kommen in Mittel- und Südeuropa, im Kaukasus und in Nordafrika vor. Sie leben in und an sandigen warmen Kiefernwäldern und auf mit Kiefern bewachsenen Sanddünen.
Entwicklung/Fortpflanzung/Lebensweise
Die Käfer erscheinen Ende Juni und fliegen bis Juli. Das Männchen trägt seine riesigen Fühlerblätter immer dicht übereinander gelegt und spreizt sie nicht wie ein Maikäfer dies manchmal tut. Da in den Fühlern der Geruchssinn lokalisiert ist, dürften diese überdimensionalen Organe das Auffinden der Weibchen erleichtern. Nach der Paarung legt das
Weibchen etwa 30 Eier in Sandboden ab.
Nach etwa einem Monat schlüpfen die Larven. Sie sind weiß, hinten etwas schwärzlich und bogenförmig gekrümmt. Sie haben einen großen Kopf mit kräftigen Mundwerkzeugen. Für ihre Entwicklung, die im sandigen Boden an Graswurzeln stattfindet, brauchen sie drei Jahre, zum Teil auch vier Jahre. Sie erreichen eine Länge von 60 - 80 Millimetern. Im Mai verpuppen sich die Larven und nach etwa einem Monat schlüpfen aus den Puppen die Käfer. Um an die Erdoberfläche zu gelangen, graben sie eine fingerdicke Röhre. Als erwachsener Käfer lebt der Walker in den Wipfeln von Kiefern. Nur zur Eiablage kehren die Weibchen zur Erde zurück.
Nahrung
Die Larven fressen Wurzeln, die Käfer ernähren sich ausschließlich von Kiefernnadeln.
Gefährdung/Bestand in Europa
Der Walker ist fast überall selten. Im Mittelmeergebiet kommt er etwas häufiger vor als in Mitteleuropa. In Deutschland ist er nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt. In Bayern, Brandenburg und Schleswig-Holstein steht er auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. In Bayern steht der Walker auf der Roten Listen als "stark gefährdet" (RL 2).
Weitere Infos/Übrigens/weiterführende Informationen/Wissenswertes
Auch dort, wo der Walker zahlreich vorkommt, ist er schwer zu beobachten, der er nacht- und dämmerungsaktiv ist. Tagsüber sitzt er meist in Kiefernzweigen. Bei Bedrohung kann er laut zirpen.
Quellen
de.wikipedia.org
http://www.insektenbox.de/
Steinbachs Naturführer „Insekten“, Ulmer Verlag 2002