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Der Wespenbock

Der Wespenbock, auch Eichenwidderbock (Plagionotus arcuatus)

 

Klasse: Insekten (Insecta)

Ordnung: Käfer (Coleoptera)

Familie: Bockkäfer (Cerambycidae)

Gattung: Plagionotus

Art: Wespenbock

 

Körperbau und Merkmale

Dieser 8 bis 20 mm große Käfer ist von kräftiger Gestalt. Der Körper ist komplett schwarz und überall mit leuchtgelben Binden gekennzeichnet. Die Beine und Fühler sind gelbrot. Durch ihre Körperzeichnung sehen sie Wespen sehr ähnlich. Diese Art von Tarnung, auch Mimikry genannt, schützt den Wespenbock vor Fressfeinden. Auch eine andere Käferart, der Gewöhnliche Widderbock (Clytus arietis), hat diese Tarnung gewählt. Aus diesem Grund sind die beiden Käfer nur schwer voneinander zu unterscheiden.

 

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Wespenbocks ist Mittel- und Südeuropa. Hier bilden das mittlere Schweden bzw. Norwegen, sowie der Süden Finnlands die nördliche Grenze. In Großbritannien kommt die Art nur selten vor. Außerhalb Europas ist der Käfer in Transkaukasien, Kleinasien und in Teilen Nordafrikas verbreitet.

 

Lebensraum

Der Wespenbock bevorzugt lichte Stellen in Eichenwäldern, die nicht höher als bis zu den niedrigen Berglagen liegen. Dort sind sie vor allem auf am Boden liegende, besonnte Bruthölzer zu sehen. Der Beobachtungszeitraum für diesen Käfer ist von Mai bis maximal August. Im bevorzugten Lebensraum ist der Wespenbock häufig.

 

Nahrung

Larven ernähren sich fast ausschließlich von totem oder krankem Eichenholz. Über die Nahrungsaufnahme der adulten Tiere ist wenig bekannt. Blütenpollen oder Nektar werden nicht aufgenommen, da diese Tiere keine Blüten besuchen. Über andere Nahrungsquellen ist nichts bekannt.

 

Fortpflanzung

In Mitteleuropa beginnt die Paarung des Wespenbocks, nachdem die schlüpfenden Käfer ihre Bruthölzer verlassen haben. Männchen und Weibchen sind gemeinsam bei der Eiablage anzutreffen, da genau zu diesem Zeitpunkt die Begattung stattfindet. Die Eier werden meist in die Rindenritzen der Burthölzer gelegt. Die schlüpfenden Larven fressen sich erst durch den Bast und legen dabei Gänge von ein bis zwei Meter Länge an. Diese werden mit Kot und Bohrmehl ausgefüllt. Die Larvalentwicklung dauert zwei Jahre. Die spätere Verpuppung der Larven findet in bis zu fünfzehn Zentimeter Tiefe, in einem so genannten Hakengang, statt. Allerdings passiert dies erst nach der Überwinterung. 

 

Wissenswertes

Der durch den Wespenbock verursachte Baumschaden bezieht sich nur auf die wirtschaftliche Verwertung der Bäume. Ökologisch betrachtet ist der Wespenbock kein Schädling, denn als Bruthölzer kommen nur tote oder kranke Bäume in Frage.

Mimikry, eine Form der Tarnung bei der eine Art einer anderen im Aussehen ähnelt, ist in der Tier- und Pflanzenwelt weit verbreitet. Bei dem Wespenbock handelt es sich um eine so genannte Schutzmimikry. Ziel ist es, einer gefährlichen Art zu ähneln und so vor Feinden geschützt zu sein. Es gibt aber z.B. auch die aggressive Mimikry, bei der eine gefährliche Art harmlos wirkt und sich auf diese Weise vor der potentiellen Beute tarnt.

 

 

Quellen

·        Bellmann, Heiko (2002): „Steinbachs Naturführer: Insekten – Erkennen und bestimmen “; Mosaikverlag München

·        www.wikipedia.de

·        www.natur-in-nrw.de

 

 

 

 

 

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