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Das Wiesenschaumkraut

Das Wiesenschaumkraut

 

Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida)

Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)

Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)

Familie: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)

Gattung: Schaumkräuter (Cardamine)

Art: Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)

 

Sein wissenschaftlicher Name setzt sich zusammen aus dem griechischen Wort κάρδαμων (kárdamon = Kresse) und dem lateinischen Wort pratensis  „auf Wiesen wachsend“).

Den deutschen Namen hat die Pflanze wahrscheinlich aufgrund der Schaumnester erhalten, welche die Schaumzikade (Aphrophoridae) auf ihr hinterlässt. Die Larven der Zikaden pumpen aus der Atemhöhle Luftbläschen in eine eiweißhaltige Flüssigkeit. Diese scheiden sie aus ihrem After aus. Dieser Schaum erhält die für die Weiterentwicklung nötige Feuchtigkeit und Temperatur, schützt aber auch die darin sitzende Larve vor Feinden.

Im Frühjahr begegnet man diesem Erscheinungsbild des Öfteren. Der Volksmund spricht auch von „Kuckucksspeichel“ oder „Hexenspucke“, daher die volkstümliche Bezeichnung „Kuckucksblume“.

 

Da das Wiesenschaumkraut bei uns weit verbreitet ist, hat es weitere regional sehr unterschiedliche Namen. So kennt man es z.B. unter den Begriffen Bettbrunzer, blaues Brunnenkressich, Fleischblume, Gauchblume, Harnsamen, Maiblume, Marienblume, Pinksterbloem, Präriekraut, Schaumkraut, Storchenschnäbli, Strohblume, Wasserkraut, Wiesenkresse und Wilde Kresse.

 

 

Aussehen

Bereits zeitig im Frühjahr (Ende März/ Anfang April) beginnt das Wiesenschaumkraut zu blühen. In Bodennähe bildet die krautige Pflanze eine Blattrosette, aus der sich ein 15 bis 60 cm hoher beblätterter Stängel erhebt. Ihre Blätter sind unpaarig gefiedert. Die Blütenfarbe variiert von weiß bis blass rosa/ violett mit dunkler Äderung. Wie es typisch ist für Kreuzblütengewächse, setzt sich der Blütenstand aus 4 Kelchblättern und 4 Kronblättern zusammen, die jeweils auf Lücke stehen. Ganze Wiesen kann die Pflanze an entsprechenden Standorten in eindrucksvolle Blütenmeere verwandeln.

Als Früchte tragen sie 2 bis 5 cm lange Schoten. Die Pflanzen sind mehrjährig. Im Herbst sterben die oberirdischen Teile ab. Nur der Wurzelstock überwintert in der Erde (manchmal bleiben die Grundblätter der Rosette erhalten).

 

Verbreitung und Vorkommen

Das Wiesenschaumkraut hat sein Verbreitungsgebiet in Europa, Nordasien und Nordamerika.

Bei uns kann man es noch relativ häufig in nicht allzu intensiv genutzten feuchten Wiesen finden. Bevorzugt werden feuchte Wiesen, Bruch- und Auenwälder, Moorstandorte bis zu einer Höhelage von 1700 m.

 

Vermehrung

Die Blüten sind sehr nektarreich und werden deshalb gerne von Insekten besucht und bestäubt. Aus den Blüten entwickeln sich dann Schoten, die nach der vollständigen Reifung durch den inneren Druck aufplatzen und die Samen explosionsartig frei geben. Aus ihnen keimen neue Pflanzen.

Eine weitere Vermehrungsart ist zu beobachten, wenn grundständige Blätter des Wiesenschaumkrauts den feuchten Boden berühren. An diesen Stellen bilden sich wurzelnde Brutknospen, aus denen neue eigenständige Pflanzen heranwachsen können (vegetative Vermehrung).

 

Nutzung durch den Menschen

Das Wiesenschaumkraut kann mehr als nur hübsch aussehen. Als Tee zubreitet entfaltet es z.B. seine lindernde Wirkung und ist ein gutes Mittel gegen Rheuma und andere Schmerzen. Dafür verantwortlich sind das enthaltene Vitamin C sowie Senfölglykoside. Die jungen Blätter vor der Blüte sowie die jungen Sprosse der Pflanze verfeinern Salate, Suppen, Soßen und Quarkgerichte mit einem kresseähnlichen scharfen Geschmack.

 

Wissenswertes

Für die Raupen des Aurorafalters ist das Wiesenschaumkraut eine der wichtigsten Futterpflanzen. Die Falter legen ihre Eier an der Blattunterseite ab. Auch die Falter nutzen die Blüten des Wiesenschaumkrautes als Nektarquelle.

 

Quellen

www.wikipedia.de

www.natur-lexikon.com

www.stiftung-naturschutz-hh

 

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