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Igel


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Igel im Herbst

 

 

 Bei Sankt Englmar

 

 

 

 

 Grüne Siedlung

 

Titelseite BN-Ökotipp Igel

 

Der Igel  

Der Igel (Erinaceus europaeus) gehört zu den Säugetieren. Durch sein dunkelbraunes Stachelkleid ist er unverwechselbar. Bei Gefahr rollt sich der Igel ein und zeigt dem Angreifer seine 5000-7000 Stacheln. Am Bauch und Kopf ist der Igel nur behaart und daher verletzlich. Igel sind vor allem nachtaktiv und leben tagsüber versteckt in Nestern, z.B. unter Sträuchern oder in Laubhaufen. An lauen Sommerabenden machen sich die Igel durch lautes Schmatzen beim Fressen bemerkbar. Seine Nahrung sind Insekten, Asseln, Würmer, Schnecken. Der Igel frisst aber auch Eier und kleine Wirbeltiere wie junge Mäuse. Vor dem Winterschlaf nehmen sie vermehrt kohlehydratreiche Nahrung wie Samen, Nüsse, Beeren und Fallobst auf. Sie fressen sich eine Fettschicht an, die als Kälteschutz und Nahrungsvorrat für den Winter wichtig ist. Der Igel beginnt den Winterschlaf etwa Ende Oktober bis Mitte November, er verkriecht sich hierzu unter frostsichere Laub- und Komposthaufen. Alle Körperfunktionen werden zurückgefahren, die Körpertemperatur fällt auf 6° C ab, das Herz schlägt langsamer. Je nach Witterung kommt er ab März, April wieder heraus, wenn sein Nest über 15 °C warm wird. Er hat dann 15-40 % seines Körpergewichtes verloren und muss erst einmal ordentlich fressen.

Sein typischer Lebensraum sind strukturreiche Gebiete, die vielfältige Nahrung und Unterschlupf bieten: Landschaften mit Hecken, Feldgehölzen, Waldrändern, Brachflächen und lichten Mischwäldern. Igel gehen auch in den Siedlungsraum, wenn sie beispielsweise in naturnahen Gärten oder Parks geeigneten Lebensraum finden.

Der Igel ist in ganz Bayern verbreitet.

Igel sind Einzelgänger und relativ standorttreu. Zur Fortpflanzung treffen sie sich Ende Mai bis Anfang August. Nach 5 Wochen Tragezeit bringen die Weibchen 2-7 blinde, anfangs weichstachelige Junge zur Welt. Die Jungen werden ca. 6 Wochen gesäugt. Mit einem Gewicht von ca. 300 Gramm machen sich die jungen Igel dann selbstständig. In guten Jahren gibt es manchmal noch einen zweiten Wurf im Herbst.

Der Igel ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine besonders geschützte Tierart und darf nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Er ist in Bayern keine gefährdete Tierart, ist aber zahlreichen Gefährdungen ausgesetzt. Geeignete Lebensräume werden durch Intensivierung der Landwirtschaft, die Rodung von Hecken, die Umwandlung naturnaher Wälder in strukturarme Forste zunehmend selten. Durch die Zunahme von Straßen werden geeignete Lebensräume voneinander isoliert und Igel werden gerade im Ortsrandbereich zu Straßenopfern. Jährlich werden 1 Million Igel auf der Straße überfahren.

Der Bund Naturschutz setzt sich für den Schutz der Lebensräume des Igels ein. Wir werben für naturnahe Gärten und setzen uns für den Erhalt einer arten- und strukturreichen Landschaft ein. Auch Sie können den Igel schützen , wenn Sie Ihren Garten igel-freundlich gestalten, d.h. auf Gift verzichten, Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten schaffen und Zäune durchgängig gestalten. Richten Sie doch einfach eine "Igel-Ecke" aus Sträuchern, Laub, Gestrüpp, Zweigen, Steinen oder Holzstapeln in Ihrem Garten ein – auch andere Tiere werden Ihnen das danken. Ganz gerne mögen Igel auch Komposthaufen mit organischem Abfall. Sie können dem Igel im Frühjahr oder Herbst auch Beeren, Äpfel, Nüsse, Hunde- oder Katzenfutter zum Fressen geben, aber bitte füttern Sie Igel nicht mit Milch – sie bekommen schweren Durchfall davon. Gräben und Kellerschächte sollten abgedeckt werden, damit die Igel nicht hineinfallen. Die Aufnahme eines Igels zur Überwinterung im Haus ist nur in Ausnahmefällen ein tatsächlicher Schutz, wenn der Igel sehr stark unterernährt ist. Wir beraten Sie hierzu gerne, denn falsches Mitleid kann hier eher schaden. Weitere Tipps zum richtigen Umgang mit Igeln und zur naturnahen Gestaltung Ihres Gartens erhalten Sie gerne bei uns ("Ökotipp Igel").

 

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