BUND und NABU: Leitfaden für Managementplanung in Natura 2000-Gebieten
Angesichts der alarmierenden Bedrohung von Tier- und Pflanzenarten haben BUND und NABU die Länder auf dem 29. Deutschen Naturschutztag in Karlsruhe aufgefordert, spätestens bis 2010 Managementpläne für alle Schutzgebiete des Netzes Natura 2000 zu erstellen und umzusetzen.
Deutschland hat derzeit über 4.600 FFH- und 660 Vogelschutzgebiete, die 14 Prozent der Landesfläche ausmachen
„Die Ausweisung der Natura 2000-Gebiete ist mittlerweile nahezu abgeschlossen. Nun gilt es, zügig für den nachhaltigen und effektiven Schutz der wertvollen Gebiete zu sorgen“, betonte BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. Entscheidend dafür seien konkrete, mit Nutzern und Entscheidungsträgern abgestimmte Managementpläne. Sie sorgen für klare Regeln bei der Bewirtschaftung der Gebiete, für den besseren Schutz bedrohter Tiere, Pflanzen und Lebensräume sowie vor allem für Rechtssicherheit bei Landnutzern, Industrie und Kommunen.
Wie solch eine Planung aussehen soll und auf welche Punkte geachtet werden muss, stellten die Naturschutzverbände im September 2008 in einem 20-seitigen Leitfaden vor. NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Den Plänen müssen vor allem solide Daten zugrunde liegen, sie müssen klare und nachvollziehbare Maßnahmen festlegen und die Nutzer einbeziehen. Und: Sie müssen zügig umgesetzt werden. Dafür müssen die Länder ausreichend Personal und Finanzmittel bereit stellen.“
Anhand einer Checkliste können Verwaltungen und Naturschutzverbands-Mitglieder sowohl einzelne Pläne als auch die unterschiedlichen Konzepte der 16 Bundesländer beurteilen und prüfen, ob diese praxistauglich sind – denn darauf kommt es vor allem an. Dazu gehört zum Beispiel eine flächenscharfe Darstellung der Maßnahmen und eine Darstellung ihrer Finanzierung.
Jene Gebiete, in denen besondere Bedrohungen für die Natur bestehen und jene mit besonders vielen und wertvollen Arten müssen zuerst einen Managementplan erhalten. Erst wenn diese dann zum Beispiel mit Hilfe von Forsteinrichtungsplänen oder Agrarumweltprogrammen umgesetzt und auch bei allen anderen Planungen im Gebiet beachtet werden, ist das bisher weltweit ambitionierteste Naturschutzvorhaben endlich in der Realität angekommen und kann seine Aufgabe erfüllen, die Artenvielfalt in Europa zu erhalten.
Der Leitfaden ist hier zum download, ebenso unter www.bund.net.
Eine weitere Checkliste des BN gibt weitere Hilfestellungen (download).