logo
FAKTEN+HINTERGRÜNDE

Schwaben Oberbayern Niederbayern Oberpfalz Mittelfranken Oberfranken Unterfranken
zu den Regionen

 home | Fakten+ Hintergründe | Energie und Klima | Atomkraft

Atomenergie

Mit dem Gerede von einer "Renaissance" kann sich die Atomwirtschaft wohl nicht aus dem Sumpf ziehen

Eine "Atom-Renaissance" sähe anders aus...

Seit zwei Jahrzehnten ist von der „Nuklearen Renaissance“ die Rede. Die WirtschaftsWoche machte dies schon 1990 zur Titelgeschichte.

Aber auch mit vollmundigen Ankündigungen konnte die Atomindustrie ihren eigenen Abwärtstrend nicht bremsen. Statt einer Renaissance gab es einen Rückgang der Atomkraft. Das belegen die Zahlen der in Betrieb und in Bau befindlichen Atomkraftwerke genauso wie der schrumpfende Anteil des Atomstroms an der Weltenergieversorgung (derzeit noch knapp 2,5%).

1990 berichtete das Branchenblatt atomwirtschaft von 521 in Bau und Betrieb befindlichen AKWs weltweit. Die WirtschaftsWoche meldete große Ausbaupläne. Geworden ist daraus nichts.
2008 sind es nach Angaben der IAEA nur noch 480 AKWs, davon 44 in Bau, z. T. seit 30 Jahren. In Europa ging die Zahl der Reaktoren in Betrieb von 177 (1989) auf 145 (2009) zurück. Bis zum Jahr 2015 werden weltweit rund 70 Reaktoren aus Altersgründen stillgelegt, aber höchstens 22 gehen bis dahin neu in Betrieb.

Es hat in vielen Ländern seit 20 Jahren immer wieder Ankündigungen gegeben, neue Atomkraftwerke zu bauen, bei den Ankündigungen ist es aber geblieben.

Der Neubau eines Reaktors im finnischen Olkiluoto durch das deutsch-französische Konsortium areva/Siemens ist ein Desaster. Ständige Baumängel haben schon nach kurzer Zeit den Termin der Inbetriebnahme um 3 Jahre verzögert. Vor Gericht streiten die zukünftigen Betreiber und die Baufirmen um milliardenschwere Entschädigungen. Weil schon beim Bau millimetertiefe Risse in den Rohrleitungen auftraten (was bei anderen Reaktoren erst nach jahrelangem Betrieb vorkam) hat die finnische Strahlenschutzbehörde STUK Mitte Mai 2009 einen teilweisen Baustopp angeordnet.

Auch neueste Ankündigungen wie in Großbritannien, Italien oder Schweden werden vermutlich zu keinen Reaktorneubauten führen, denn Atomkraftwerke sind zu kostspielig und haben in einem liberalisierten Markt keine Chance. Nur staatlich gelenkte Stromkonzerne wie in Russland oder China können hier eine Ausnahme machen. Aber auch dort scheint nach der Finanzkrise das Geld zu fehlen.

 

Gemeinsam stark

Helfen Sie der Natur