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Atomenergie

Atomausstieg - das sagen Kirchen, Gewerkschaften und andere...

Zentralkomitee der deutschen Katholiken

"Angesichts der Risiken, der ungelösten Problematik der Endlagerung und der Gefahr der Verbreitung von Atomwaffen stellt die Kernenergie längerfristig keine verantwortungsvolle Möglichkeit dar, die Probleme des Klimawandels zu lösen. Eine Verlängerung der Laufzeiten ist deswegen nicht zu befürworten. Der Ausstieg aus der Kernenergie muss Teil einer realistischen Gesamtplanung der künftigen Energieversorgung und ihrer Rückwirkung auf das Klima sein. Dazu gehört dann auch der Einsatz der Bundesregierung für eine weltweite Einschränkung der Kernenergienutzung."

aus: "Schöpfungsverantwortung wahrnehmen – jetzt handeln!", 22.11.2008.

Synode der Evang. Kirche in Deutschland

"Kernenergie ist kein verantwortlicher Beitrag zum Klimaschutz und behindert den notwendigen Umbau der Energieversorgung. Vor allem sind ihre Risiken – insbesondere die nicht geklärte Endlagerung und das hohe Schadenspotential – nach wie vor ungelöst. Wir treten dafür ein, am Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie festzuhalten, dem Vertrieb dieser Technologie in Europa und weltweit eine Absage zu erteilen und den Ausstieg aus klimaschädlichen Energietechnologien weiter voranzutreiben. Nach den negativen Erfahrungen mit Salz als Endlagermedium in der Asse und in Morsleben ist es zwingend notwendig, die Endlagersuche auf alternative Standorte auszudehnen."

aus: "Klimawandel – Wasserwandel – Lebenswandel", 5.11.2008.

IG Metall

"Der Atomausstieg muss ohne wenn und aber fortgeführt werden", so Wolfgang Rhode, der beim IG Metall-Vorstand für Energiepolitik zuständig ist. Die leckenden Atommüllfässer im Versuchsschacht Asse und die Pannen im Atomkraftwerk Krümmel belegen einmal mehr, dass die Entsorgung des strahlenden Atommülls und die Atomanlagen unsicher sind.
Während Energiekonzerne und Union den Atomausstieg unterlaufen wollen, machen Atomkraftgegner und Atomkraftgegnerinnen mobil. Nach Angaben der OECD sind die Uranvorräte ohnehin in 65 Jahren aufgebraucht - daran ändern auch längere Laufzeiten nichts, wie sie Energiekonzerne und Union fordern. Sie würden lediglich bewirken, dass der Ausbau alternativer Energiepotenziale gedrosselt wird und damit den Klimawandel verschärfen.
Zurzeit wird vermehrt von konservativer und neoliberaler Seite versucht die Diskussion um den Klimawandel zu nutzen, um den beschlossenen Atomausstieg wieder rückgängig zu machen. Die IG Metall fordert einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie.

Umweltbundesamt (UBA)

Andreas Troge (CDU), Leiter des UBA,
im Januar 2008:

"Der Verzicht auf die Kernkraft bis 2020 ist ein ganz zentraler Punkt. Bis 2050 ist es möglich, den Energieverbrauch in Deutschland auf die Hälfte des Werts von 1990 zu drücken und hiervon wiederum die Hälfte aus erneuerbaren Energien zu gewinnen." Atomenergie sei dabei nur hinderlich, so Troge weiter. "Werden die Laufzeiten der abgeschriebenen Atomkraftwerke verlängert, haben es die erneuerbaren Energien schwerer, konkurrenzfähig zu werden."

 

Wahlbürger

EMNID-Umfrage, 10.07.2009 auf N24

  • Der Aussage "Atomkraft ist unsicher und verhindert die Entwicklung alternativer Energieformen" stimmten 54% der Befragten zu.
  • Auf die Frage "Sollten AKW früher als geplant abgeschaltet werden?" antworteten 49% der Befragten mit "Ja" und 48% "Nein". Nach einer Laufzeitverlängerung (das wäre ein Teil der 48% "Nein"-Sager) wurde nicht gefragt.

Allensbach-Umfrage des Bayerischen Umweltministeriums ("Ökotrend Bayern", Juni 2009)

"Welche Energiequelle sollte in den nächsten 20, 30 Jahren den größten Beitrag liefern?" (Mehrfachantworten möglich)

  • Sonnenenergie 78%
  • Windenergie 51%
  • Kernkraft 13%
 

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